Ecclestone vor Gericht: Immer Ärger mit Bernie

Ecclestone vor Gericht: Immer Ärger mit Bernie

Der Formel 1-Zampano Ecclestone muss sich vor Gericht verantworten. Es geht um 44 Millionen Euro Schmiergeld.

München. „Ich habe schon früh mit allem gedealt und gehandelt, was mir nur in die Finger kam“, hat Bernie Ecclestone einmal über sich gesagt. So hat er sich reich gemacht — und reichlich unabkömmlich. Ende der 70er Jahre hatte er die TV- und Vermarktungsrechte der Formel 1 gekauft, er hat mit Rennstrecken, Sendern und Sponsoren gedealt. Jetzt aber ist das Imperium des 83 Jahre alten Briten in Gefahr: Ecclestone muss sich vor dem Landgericht in München wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue verantworten.

Es geht um den Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB im Jahr 2006. Damals war der zuständige Bankvorstand Gerhard Gribkowsky eine Nummer im Formel 1-Zirkus, der die Macht von Ecclestone zugunsten von mehr Transparenz beschneiden wollte. Der Vorwurf: Ecclestone wollte die ihm unangenehme BayernLB loswerden und stimmte Gribkowsky über Briefkastenfirmen mit insgesamt 44 Millionen Dollar milde. Als Ersatz für die BayernLB beschaffte Ecclestone einen neuen Investor und bekam dafür angeblich 41 Millionen Dollar Provision von der BayernLB — die wiederum Ecclestone für die Zahlung an Gribkowsky benutzt haben soll.

Der ehemalige Vorstand der BayernLB wurde vor drei Jahren verhaftet, wegen Bestechlichkeit und anderer Delikte zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Inzwischen ist er Freigänger. Der Richter Peter Noll — auch jetzt wieder zuständig — hat bei der Verurteilung Gribkowskys gesagt, Ecclestone habe den Banker „ins Verbrechen geführt“.

Er trat von seinem Direktorenposten im Vorstand der Formel-1-Holding zurück, doch der Vorstand teilte mit, „dass es im besten Interesse für die Formel 1 sei, wenn Ecclestone das Tagesgeschäft weiterführe“.

Die Vorwürfe lauten: „Bestechung in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall.“ Ecclestone versichert seine Unschuld. Seine Anwälte Sven Thomas und Norbert Scharf sehen das genauso. Die Vorwürfe ergäben kein schlüssiges Bild.

In einem Zivilprozess in London hatte er die Zahlungen an Gribkowsky zugegeben, wie früher aber darauf beharrt, dass dieser ihn unter Druck gesetzt habe. „Ich habe Dr. Gribkowsky bezahlt, weil er sagte, er würde mich mit Blick auf Steuerregelungen unserer Familien-Stiftung erpressen. . . was sehr teuer geworden wäre“, sagte Ecclestone. Ecclestone sagte, er habe zehn Millionen Pfund gezahlt

Die BayernLB hatte Mitte Dezember bestätigt, Schadenersatz von Ecclestone einzuklagen. Die Summe: 400 Millionen.

Der Beginn des Prozesses vor dem Landgericht München wird Ende April erwartet. Ecclestone muss in dem Strafprozess als Angeklagter persönlich erscheinen.

Das ist völlig offen. Ein Nachfolger für Ecclestone steht nicht fest, soll aber von der Holding außerhalb Formel-1-Branche gesucht werden. Der 83-Jährige hat es stets verstanden, sich unersetzlich zu machen.