Modern, lässig — und nicht schrill - Kleidung für Winterspiele in Düsseldorf präsentiert

Modern, lässig — und nicht schrill - Kleidung für Winterspiele in Düsseldorf präsentiert

In hundert Tagen beginnen die Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang. In Düsseldorf präsentierten Olympia-Sportler am Donnerstag ihr Olympia-Outfit.

Düsseldorf. Aus der Nähe sieht das olivgrüne Oberteil von Eric Frenzel wie ein Taucheranzug aus. Findet er selbst. „Fast wie Neopren“, sagte Frenzel. Aber das war jetzt auch egal. Das Outfit, das Adidas den deutschen Wintersportlern mit nach Pyeongchang (9. bis 25. Februar, Paralympics 9. bis 18. März) gibt, sei schlicht „klasse“, aber einer wie Deutschlands derzeit erfolgreichste Kombinierer ficht das ohnehin nicht an. Der Mann steht vor dem Beginn des Weltcups, in hundert Tagen beginnen dann die Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang, da ist so ein Termin wie jener am Donnerstag im Düsseldorfer Kesselhaus allenfalls „ganz willkommene Abwechslung“.

Frenzel will Medaillen — und nicht nur dabei sein. „Am liebsten drei goldene“, sagt der 28-Jährige. Er ist der Star der Model-Guppe, die TV-Model Lena Gercke auf dem Areal Böhler in einer spektakulären Show vorstellte. Frenzel trug das Einlauf-Outfit der deutschen Männer mit khaki-farbener Winterjacke und dunkler Hose.

Knalliges Rot ist der einzige Farbtupfer in einer insgesamt eher coolen und funktionellen, oft auch grauen Klamotte, die in den Jahrzehnten vorher meistens von der Firma Bogner kam und schrill wie bunt war und in Sotschi zuletzt auch kritisiert wurde. „Wir sind ja früher eher durch unsere bunten Sachen aufgefallen, jetzt wollen wir eher durch sportliche Leistung auffallen“, sagt Andra Rothfuss, die in Pyeongchang im Para-Ski alpin nach Turin, Vancouver und Sotchi ihre vierten Olympischen Spiele erlebt.

So loben auch Eishockey-Spieler Moritz Müller, Eiskunstlauf-Star Aljona Savchenko oder Bobfahrerin Annika Drazek den „Style“, den auch die Sommer-Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in Augenschein nahmen. Beide übergaben symbolisch einen Staffelstab an Frenzel.

von Sommer auf Winter — das gilt auch für Dirk Schimmelpfennig, der erstmalig Chef de Mission im deutschen Team sein wird — als Nachfolger von Michael Vesper. Schimmelpfennig war zuletzt vor drei Wochen in Pyeongchang. „Es gibt dort noch einiges zu tun, aber die Südkoreaner arbeiten im Zweifel 24 Stunden“, sagt der Tischtennis-Mann, der inzwischen im DOSB den Leistungssport als Vorstand verantwortet.

Die Sicherheit der Athleten, sagt er, gehe dem DOSB in der schwierigen politischen Gemengelage zwischen Süd- und Nordkorea unter Krisen-Beteiligung fast aller Großmächte über alles. „Wenn das Auswärtige Amt sagt, wir können reisen, dann reisen wir“, sagte Schimmelpfennig. „Sonst nicht.“ Frenzel blendet die Politik aus. „Sonst verliere ich den Fokus.“

DOSB-Präsident Alfons Hörmann warb darum, mit Winter-Olympia jenen Sportlern eine Bühne zu geben, die nur für eine kurze Zeit ihr Hobby zum Beruf machen. „Wir sind dafür da, alles für sie zu tun“, so Hörmann. Dazu gehört eine Ausrüstung mit mehr als 50 Teilen. Und eine Kampagne einer Werbeagentur, die großflächig die Gesichter der Athleten in den Vordergrund rückt. Sie heißt: Merk’ Dir mein Gesicht.

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