IOC-Koordinator fordert: Streit in London beenden

IOC-Koordinator fordert: Streit in London beenden

London (dpa) - IOC-Spitzenfunktionär Denis Oswald hat die Verantwortlichen der Olympischen Spiele 2012 in London aufgefordert, ihre internen Querelen zu beenden.

Das Nationale Olympische Komitee von Großbritannien (BOA) streitet derzeit mit dem Organisationskomitee für die Spiele in London (LOCOG) über die Verteilung der möglichen Gewinne. Dieser Disput schade dem Ruf Londons, warnte Oswald in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Der Schweizer Jurist ist Chef der Koordinierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die London-Spiele.

Das Gremium tagt von Dienstag bis Freitag in London, um die Vorbereitungen für die Spiele zu kontrollieren. Am Dienstagnachmittag sollen die Kontrahenten zu einem Treffen in London kommen, hieß es. Daran werde auch der für Olympia zuständige britische Staatssekretär Hugh Robertson teilnehmen.

„Es ist sehr bedauerlich, dass sie und wir dafür Zeit aufwenden müssen“, sagte Oswald. Das BOA habe keine Chance, den Streit zu gewinnen. Dem Komitee stehen nach einer Vereinbarung aus dem Jahr 2005 ein Fünftel der Gewinne zu, allerdings wehrt es sich vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS dagegen, dass in die Rechnung auch die Paralympics einbezogen werden, weil es dort Verluste fürchtet.

In der vergangenen Woche war der Streit eskaliert, als die LOCOG die Funktionäre des BOA von ihren Vorstandssitzungen ausgeschlossen hatte. Die Organisatoren unter Führung von Ex-Leichtathlet Sebastian Coe würden BOA-Chef Colin Moynihan und BOA-Geschäftsführer Andy Hunt die Teilnahme an LOCOG-Sitzungen verweigern, solange beide weiter rechtliche Schritte gegen das Komitee anstrengten, hieß es.

Der für die Spiele zuständige britische Kulturminister Jeremy Hunt hatte die BOA am Wochenende ebenfalls kritisiert. „Es ist eine außergewöhnliche Sache, dass wir mehr als ein Jahr vor den Spielen in solch einen Streit geraten, der, offen gesagt, niemandem etwas nützt.“ Der Konflikt war eskaliert, als in der vergangenen Woche der 500-Tage-Countdown der Sommerspiele in London begann und der Verkauf der 6,6 Millionen Olympia-Tickets startete.