HSG: Simon Ciupinski bekommt alles unter einen Hut

Handball : Ciupinski bekommt alles unter einen Hut

Der Halbprofi überzeugt in der 2. Handball-Liga trotz hoher Belastungen.

Der eng geschnürte Finanzrahmen der HSG Krefeld in der 2. Handball-Bundesliga lässt wenig Spielraum für personelle Experimente. Daher gehen etliche Spieler nach wie vor dem Beruf oder ihrem Studium nach und das trotz gestiegener Trainingsbelastungen und vieler strapaziöser Reisen, die noch quer durch die Republik folgen werden. Spielmacher Simon Ciupinski zeigt derzeit fast vorbildlich, dass hohe sportliche und berufliche Belastungen gut unter einen Hut zu bringen sind.

Ciupinski hat Zweitligaerfahrung aus Hagen und Essen

Der erfahrenste Spieler im Kader der Schwarz-Gelben, was Zweitligaeinsätze angeht, zahlte es in der ersten fünf Spielen mit starken Leistungen zurück, war Antreiber und Regisseur in Person: „Ich wollte es noch einmal wissen in der 2. Liga, aber dafür muss einfach alles stimmen. Also bin ich mit meiner Freundin Nadine Aniol erst einmal von Bochum in den Essener Süden gezogen, um die Fahrzeiten nach Krefeld zu verkürzen.“ Das Ruhrgebiet wollte der Ur-Duisburger aber dann doch nicht ganz hinter sich lassen.

Doch Ciupinski konnte aus Drittligazeiten ein Lied davon singen, wenn früh morgens um 5.30 Uhr in Bochum der Wecker klingelte, und es dann im dichten Berufsverkehr über die A 40 Richtung Düsseldorf zur Arbeit ging: „Die einzige längere Pause an den vier Trainingstagen hatte ich im Auto auf dem Weg von Düsseldorf zur Glockenspitzhalle. Gegen 23 Uhr bin ich dann zu Hause immer völlig schachmatt ins Bett gefallen. Das war nicht länger so durchzuhalten.“

Gemeinsam mit den Klub-Verantwortlichen suchte Ciupinski nach einer Lösung. Seit Sommer arbeitet der Rechtshänder nun in der Klimatechnikbranche bei HSG-Gesellschafter Rolf Leopold als Betriebswirt. „Das persönliche Wohlempfinden zwischen Sport, Beruf und Privatleben ist für mich enorm wichtig, um in der 2. Liga Leistung bringen zu können. Mein Leben ist trotz der Belastungen jetzt entspannter, weil es besser verteilt ist.“

Darum steckt Ciupinski nach fünf Niederlagen zum Saisonstart den Kopf nicht in den Sand. „Wir haben noch 29 Spiele, in denen wir uns beweisen können. Wir müssen Ruhe bewahren und in jedem Spiel bis zum Schluss um Punkte kämpfen.“ Beim zweiten Auswärts­spiel am Samstag 29. September, um 19.30 Uhr in Coburg sieht Ciupinski die Gastgeber in der Favoritenrolle.

Doch zudem freut er sich auf ein Wiedersehen mit Coburgs Torhüter Jan Kulhanek. Mit dem 38-jährigen Tschechen stand Ciupinski in der Saison 2011/2012 im Zweitliga-Kader von TuSEM Essen: „Jan gehört für mich zu den drei besten Torhütern der 2. Liga. Ihn müssen wir gut beschäftigen.“ Denn Fehler im Angriff werden in der 2. Liga knallhart bestraft, dass weiß Ciupinski. Dennoch scheut er das Risiko nicht, setzte Rechtsaußen Karl Rossna bei der knappen 29:30-Niederlage gegen Aue per waghalsigem Kempatrick ein, der dann zum 28:28 ausglich. „Wir spielen in der besten zweiten Liga der Welt. Da ist Mut gefragt, gilt es, sich nicht zu verstecken.“

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