HSG Krefeld verliert neun Sekunden vor Schluss

Handball : HSG verliert neun Sekunden vor Schluss

Der Handball-Zweitligist zeigt gegen die Gäste aus Rimpar eine couragierte Leistung und verliert dennoch mit 19:20.

Die HSG Krefeld hat den ersten möglichen Punktgewinn in der 2. Handball-Bundesliga nur knapp verpasst. Nach einer starken kämpferischen Leistung in der zweiten Halbzeit unterlag der Aufsteiger den Rimparer Wölfen mit 19:20 (8:14) Toren. Die Mannschaft von Trainer Arnar Gunnarsson wurde damit nicht für ihre begeisternde Aufholjagd belohnt, zumal Kreisläufer Dominic Luciano zunächst für den 18:18-Ausgleich, kurz darauf sogar für die erstmalige 19:18 Führung gesorgt hatte. Eiskalt, aber auch mit ein wenig Glück antworteten die Gäste zunächst mit dem 19:19-Ausgleich. Neun Sekunden vor dem Abpfiff gelang Gäste-Angreifer Dominic Brielmeier die erneute Führung. Die Krefelder konnten in den Schlusssekunden keine Antwort mehr geben.

Gunnarssons Team enttäuscht in der ersten Halbzeit

Ausschlaggebend für die unnötige Niederlage war aber letztlich die enttäuschende Leistung in der ersten Hälfte. Zehn technische Fehler und Fehlwürfe, dazu erneute unnötige Zeitstrafen, warfen die Gastgeber aus der Bahn, bei denen Spielmacher Simon Ciupinski zu Hochform auflief, der von seinen Nebenleuten aber oft genug schmählich ist Stich gelassen wurde. Ciupinski riss zwar immer wieder Lücken in die starke Gästeabwehr, doch nach 13 Minuten führte Rimpar schon 7:3, mit drei schnellen Toren in den Schlussminuten bauten die Gäste gar den Vorsprung auf 14:8 aus. Die HSG-Fans befürchteten in der Halbzeitpause schon eine hohe Abfuhr ihres Teams. Der Gäste-Trainer Ceven Klatt schimpfte nach der Begegnung mächtig: „Ich habe meine Mannschaft in der Kabine darauf hingewiesen, ja eingeschworen, dass Krefeld nach der Pause mit Macht zurückkommen würde. Aber meine Jungs haben wohl geglaubt, es ginge so locker weiter.“

HSG gibt nach dem Seitenwechsel die richtige Antwort

Mit vier Toren in Folge gab das Team von Gunnarsson durch Brüren (2), Luciano und Roosna gleich nach dem Seitenwechsel die richtige Antwort. Der Wölfe-Angriff dagegen stockte, nur zwei Tore in zwanzig Minuten ließen das Spiel wanken. Zudem zeigte Krefelds neuer Keeper Norman Toth nun eine überragende Leistung. Immer wieder entschärfte der Ungar Würfe von frei vor ihm stehenden Gäste-Angreifern und parierte zudem drei Siebenmeter. Allerdings behauptete Rimpar den Vorsprung bis zum 18:16. Doch der Pfostentreffer von Mike Schulz setzte noch einmal Kräfte bei den Schwarz-Gelben frei. Erneut Ciupinski sorgt für einen Siebenmeter, Rimpar kassierte zudem eine Zeitstrafe. Nach dem 17:18-Anschlusstreffer, per Siebenmeter durch Kevin Christopher Brüren, treiben die 612 Zuschauer ihr Team weiter nach vorn. Doch die Belohnung blieb dem Aufsteiger versagt.

Trainer Gunnarsson sagt: „Wir haben vor allem in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel gezeigt und es ist traurig, dass wir keine Punkte geholt haben. Aber so ist der Sport. Aber wir haben einen großen Willen gezeigt und  werden von Spiel zu Spiel besser.“ Spielmacher Simon Ciupinski war enttäuscht: „Die Steigerung in der 2. Hälfte war bitter nötig. Ich kam mir davor manchmal etwas verloren im Angriff vor. Aber wir haben gekämpft, das zeichnet unser Team aus und wir haben gesehen, wir können in der Liga mithalten. Mit noch ein wenig mehr Kontinuität über 60 Minuten werden wir bald erfolgreich sein.“ Ein Kompliment hatte Gäste-Trainer Klatt am Ende parat: „Krefeld hat mit Schwartau gegen die beste Abwehr der letzten Saison verloren und nun gegen uns, wir hatten die viertbeste Defensive. Die Mannschaft wird bald zu Punkten kommen, da bin ich sicher.“

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