1. Sport
  2. Handball
  3. HSG Krefeld

HSG Krefeld: Stammer fällt aus, Nippes stellt sich ins Tor

Handball : HSG Krefeld in großer Torwart-Not - Nippes kommt zurück

Vor dem Abstiegshit gegen Konstanz fällt auch noch Frederick Stammer aus.

Die personelle Pechsträhne beim Handball-Zweitligisten HSG Krefeld findet eine weitere traurige Steigerung. Erneut reiht sich Torhüter Frederik Stammer in die schon kaum mehr feststellbare, unendlich lange Verletztenliste ein. Bereits am Montag, fünf Tage vor dem Absteigshit gegen den Drittletzten HSG Konstanz, das am Samstag um 19 Uhr in der Glockenspitzhalle angepfiffen wird, musste der 23-jährige dänische Keeper das Training wegen akuter Kniebeschwerden erneut abbrechen. Schon zum Saisonbeginn hatte Stammer wegen einer Knieverletzung einige Spiele pausiert. Noch gibt es keinen genauen Befund, doch HSG-Geschäftsführer Andre Schicks sieht für einen Einsatz keine Chance: „Alle Prognosen aus der physiotherapeutischen Abteilung lassen vermuten, dass es sich um eine schwere Verletzung handelt. Ein Einsatz gegen Konstanz ist nicht möglich“.

Sportchef Stefan Nippes stellt sich selbst wieder ins Tor

Die Krefelder geraten damit im Tor in enorme Personalnöte, denn erst vor zwölf Tagen hatten die Verantwortlichen den Vertrag mit Torhüter Nummer drei, Paul Keutmann, aufgelöst. Zwar liegt der Spielerpass von Keutmann noch auf der HSG-Geschäftsstelle, doch Keutmann laboriert ebenfalls an einer Knieverletzung, ist damit nicht einsatzfähig. Damit bliebe der Ungar Norman Toth als letzter unverletzter Torwart übrig. Bei der letzten Niederlage in Essen zeigte der 30-jährige seine bislang beste Saisonleistung, fiel hinter der HSG-Abwehr als lautstarker Motivator auf und wurde sogar in die Mannschaft der besten Spieler des letzten Zweitliga-Spieltags gewählt.

Doch das Risiko, nur mit einem Torhüter gegen Konstanz ins Spiel zu gehen, konnten die HSG Verantwortlichen nicht wagen. So fällt Sportchef Stefan Nippes eine besondere Rolle zu. Der 33-jährige, ehemalige erste Keeper zu Drittligazeiten hatte nach dem Aufstieg seine sportliche Karriere beendet. Nun verbringt Nippes seine Freizeit meist am Telefon, ist auf der emsigen Suche nach einem Ersatz: „Wir wollten eigentlich für die Rückrunde einen dritten Torwart mit Perspektive verpflichten, doch nun müssen wir wahrscheinlich einen Torwart finden, der den gehobenen Ansprüchen in der 2. Liga genügt.“ Doch der Spielermarkt ist rar gesät, mit schneller Entwarnung kaum zu rechnen.

So wird Nippes erstmals mit dem Trikot mit der 13 ins Spiel gehen, der Nummer mit der einst sein Vater im Tor stand und sein Bruder Kristian beim Bergischen HV auf Torjagd geht. Das Trikot mit der Nummer 17, das Nippes zuletzt trug, bleibt im Schrank. Doch Nippes setzt damit ein Zeichen, stellt sich ganz in den Dienst seiner Mannschaft als zumindest zweiter Rückhalt.

Fast in den Hintergrund tritt da das Wiedersehen mit dem Konstanzer Spielmacher Tom Wolf, der sich mit einigem Wirbel vor zwei Jahren aus Krefeld verabschiedet hatte. Nach einer langen Verletzungsmisere erlebte Wolf bei Adler Königshof ein glänzendes Comeback. Doch den unterschriftsreifen Vertrag bei der HSG unterschrieb der gebürtige Anrather damals nicht, nachdem ein lukratives Angebot aus Konstanz samt Studienplatz am Bodensee ins Haus flatterte. Das Tischtuch war zerschnitten, HSG-Geschäftsführer Thomas Wirtz zeigte sich damals wenig begeistert und warf Wolf vor, den Klub im Stich zu lassen und viel zu spät in seine Überlegungen einbezogen zu haben.