Handball: Der triste Liga-Alltag der HSG

Handball : Der triste Liga-Alltag der HSG

Der Zweitligist bezieht eine krachende 20:32-Niederlage in Coburg und offenbart einen Klassenunterschied.

Trainer Arnar Gunnarsson vom Handball-Zweitligisten HSG Krefeld bündelt vor den drei bevorstehenden Westderbys gegen Ferndorf, Dormagen und Gummersbach bereits die Kräfte. Anders ist der Verzicht des isländischen Trainers auf den bislang überragenden Spielmacher Simon Ciupinski bei der krachenden 20:32-Niederlage gegen den HSC Coburg nicht zu erklären. Denn der 30-jährige Regisseur saß einsatzbereit auf der Auswechselbank, bekam aber nicht eine Minute Spielzeit. Gunnarsson wollte mit dieser Maßnahme dem sehr holprig in die Saison gestarteten Kapitän Tim Gentges wohl mehr Spielpraxis verschaffen. Der 32-jährige Ciupinski-Vertreter mühte sich redlich über 60 Minuten, Regie zu führen, läuft aber weiter seiner Form hinterher.

Gunnarsson wiederum wollte den Grund für den Ciupinski-Verzicht nicht preisgeben. „Ciupinski spielt nicht, weil Gentges spielt“, lautete die lapidare Antwort. Doch die Gäste vom Niederrhein offenbarten bei immer länger währender Spielzeit einfach einen Klassenunterschied, bissen sich an der massiven Coburger Abwehr die Zähne aus. Allein aber die Niederlage an Gentges festzumachen, würde das Spielgeschehen nicht widerspiegeln. Denn das gesamte HSG-Team agierte bei den heimstarken Hessen mutlos und ohne Leidenschaft.

HSG in erster Hälfte mit desaströser Leistung

Vielmehr ergaben sich die Gäste vor 1877 Zuschauern in der HUK-Arena nach eklatanten technischen Fehlern schon in der ersten Hälfte ihrem Schicksal. Selbst die bislang in dieser Saison gute Krefelder Abwehr stand gegen die heimstarken Gastgeber von Beginn an auf verlorenem Posten und konnte froh sein, dass Coburg nach der erlittenen Auswärtsniederlage in Hüttenberg zunächst nervös aufspielte und viele gute Chancen ausließ.

Nur zehn Krefelder Treffer
bei 27 Angriffen

So lagen die Gäste nach einer knappen Viertelstunde nur mit 3:6 Toren hinten, hatten bis dahin aber schon sieben Fehlwürfe und technische Fehler sowie einen verworfenen Siebenmeter von Kevin Christopher Brüren auf der Habenseite. Bei insgesamt 27 Angriffen, die der Aufsteiger allein in der ersten Hälfte gegen das Coburger Tor fuhr, standen am Ende zehn Tore zu Buche.

Ein zweiter verworfener Siebenmeter von Mike Schulz vor dem Pausenpfiff rundete die schwache Gesamtleistung ab. Die Coburger hätten schon locker leicht mit acht, ja zehn Toren Vorsprung in die Pause gehen können. Zu allem Überfluss schossen die Krefelder den Coburger Keeper Konstatin Poltrum warm, der für Stammkeeper Jan Kulhanek ins Tor gerückt war. Der 25-Jährige glänzte mit einer Quote von fast 50 Prozent gehaltener Bälle. Ein weiteres Indiz für die unzureichende Angriffsleistung der Gäste über 60 Minuten.

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