Die Kieler Affäre nimmt Fahrt auf

Die Kieler Affäre nimmt Fahrt auf

Handball: Manager Uwe Schwenker kann Bedenken nicht ausräumen.

Kiel. Rekordmeister THW Kiel sieht sich neuen massiven Manipulationsvorwürfen ausgesetzt. Nachdem die Handball-Bundesliga (HBL) und der Europäische Verband EHF den Fall offiziell bereits zu den Akten gelegt hatten, bringt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" konkrete Zahlen auf den Tisch. Der THW bestreitet auch die neuen Vorwürfe und spricht von "bösartigen Gerüchten", Manager Uwe Schwenker will rechtliche Schritte einleiten gegen Personen, die solche "verleumderische Gerüchte erfinden oder verbreiten".

"Die Anzahl der Spiele und der Betrag sind für uns neu", sagte HBL-Chef Frank Bohmann unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe.

Das Magazin stützt sich auf Informationen aus dem Umfeld der Rhein-Neckar Löwen. Demnach existiert ein protokollierter Beschluss der Löwen-Gesellschafter, in dem diese davon ausgehen, dass Schwenker und der frühere THW-Trainer Noka Serdarusic Schiedsrichterbestechungen begangen haben sollen. Bei den Mannheimern will die HBL deshalb nun noch mal nachhören.

Nach Recherchen des "Spiegel" soll der THW, der am Sonntag trotz eines 33:35 bei Ciudad Real den Viertelfinaleinzug in der Champions League perfekt machte, bei zehn Champions-League-Spielen Schiedsrichter bestochen und sich auch den Finalsieg 2007 über die SG Flensburg-Handewitt mit 96000 Euro erkauft haben.

Schwenker habe bei einem Treffen mit einem Löwen-Gesellschafter Bestechungen eingeräumt. "Diese Bestechungen seien einvernehmlich zwischen Herrn Schwenker und Herrn Serdarusic vorgenommen worden", zitiert der "Spiegel" aus dem Beschluss. Der Manager habe bei einem Abendessen auf Mallorca praktisch die Bestechungen zugegeben. Auch im vergangenen Jahr sollen es die Kieler mit Bestechung im Finale gegen Ciudad Real versucht haben. Der THW weist alle Vorwürfe in einer von Schwenker unterzeichneten Erklärung zurück. Alles sei "falsch und frei erfunden".