Bergischer HC: Starker BHC drückt trotz Hitze aufs Tempo

Bergischer HC : Starker BHC drückt trotz Hitze aufs Tempo

Handball: Die Löwen gewinnen den ersten Härtetest gegen Erstligist Wetzlar mit 28:26 (16:11).

Wetzlar. Knapp dreieinhalb Wochen vor dem Bundesliga-Start hat Rückkehrer Bergischer HC im ersten Härtetest eine gute Frühform bewiesen: Gegen den letztjährigen Elften der Eliteklasse aus Wetzlar setzte sich der BHC am Donnerstagabend im Rahmen des Lindencups mit 28:26 (16:11) durch. Bauen konnte Trainer Sebastian Hinze dabei erneut nicht auf den kompletten Kader: Arnor Gunnarsson griff nach Grippe zwar erstmals in den Wettkampf ein, dafür fehlte Leos Petrovsky (privat verhindert).

Der breiten Kaderplanung sei Dank, machte sich das aber nicht bemerkbar - der BHC hatte mit 17 Mann nicht nur einen quantitativ, sondern wie sich schnell zeigen sollte auch einen qualitativ starken Kader dabei. Denn im Spiel bewiesen die Löwen dann das, was der neue Teamassistent Jan Artmann - „Es macht mega Spaß und es ist vom Verein wirklich genial, diese Stelle geschaffen zu haben“ - schon bei der Ankunft an der Spielstätte ausgedrückt hatte: „Das Trainingslager war eine sehr, sehr wertvolle Woche. Wir haben konzentriert und konsequent gearbeitet und sind auch als Team zusammengerückt. Das ist ein guter Grundstock.“

Das Wort, das Hinze in der Stadthalle im hessischen Linden wohl am häufigste rief, lautete „Tempo!“ - und seine Löwen gehorchten. Aus einer sehr aggressiven 6:0-Deckung heraus, in der die anfänglichen Halb-Deckungsspieler Daniel Fontaine und Maciej Majdzinski gerne weit heraustraten, wenn es die Situation erforderte, bolzten die Löwen trotz Hitze eben genau Tempo.

Nach dem 1:1 schlug zwischen der 3. und 7. Minute die Stunde von Max Darj, der „alleine“ bis auf 5:2 stellte. Überhaupt fielen sieben der ersten zwölf Treffer über den Kreis. Darj, bis zum Tausch gegen Rafael Baena nach einer Viertelstunde bereits fünf Mal erfolgreich, Baena oder der eingelaufene Jeffrey Boomhouwer trafen. Der Halblinke Daniel Fontaine stieß zudem immer wieder in die Tiefe, und auch der nach 20 Minuten eingewechselte Arnor Gunnarsson traf sicher. Zur Pause stand es - auch dank eines starken Christopher Rudeck im Tor, der Bastian Rutschmann einen Siebenmeter gönnte (er hielt) - 16:11 für den BHC.

Nach dem Seitenwechsel hatte die hohe Sechs-Tore-Führung noch rund eine Viertelstunde Bestand. Vor allem Boomhouwer, der nach der Pause sechs Mal traf und insbesondere vom Punkt eiskalt blieb, vollstreckte. Doch eine Zeitstrafe gegen Csaba Szücs, mit Darj als Chef in der Abwehr, offerierte Wetzlar eine gute Möglichkeit, zumindest auf vier Treffer zu verkürzen. Der BHC konterte abermals, führte 25:18, um dann doch noch ein wenig nachzulassen. In den beiden Schlussminuten war der Vorsprung auf 27:25 geschmolzen. Dann nahm sich Fontaine ein Herz und machte alles klar.

In den bis dato absolvierten Turnierspielen schlug Wetzlar Hüttenberg 26:20, das dann wiederum Coburg 32:27 bezwang - gegen beide Zweitligisten tritt der BHC am Freitag und Samstag an. Der Tross bleibt die Tage vor Ort in der Nähe von Gießen. BHC: Rudeck (1.-45.), Rutschmann (ab 45.); Boomhouwer (10/5), Darj (8), Fontaine (3), Gunnarsson (3/1), Baena (1), Arnesson (1), Gutbrod (1), Criciotoiu (1), Fraatz, Nippes, Majdzinski, Babak, Szücs, Bettin (n.e), Kotrc (n.e.).

Kurzfristig hat der BHC noch ein Testspiel in den Vorbereitungsplan eingeflochten. Im Rahmen eines Trainingslagers in Deutschland wird die vom Schweden Robert Hedin betreute US-Nationalmannschaft am Dienstag, 7. August, um 18 Uhr gegen den BHC spielen. Einlass in der Klingenhalle ist ab 17 Uhr. Der Eintritt kostet einheitlich 10 Euro für Erwachsene, Kinder ab 8 Jahren zahlen ermäßigt 5 Euro.

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