Meinung Jetzt ist es fünf nach zwölf beim Bergischen HC

Meinung | Wuppertal · Für einen Trainerwechsel, der eine Option gewesen wäre, ist es zu spät, und zu früh die Flinte ganz ins Korn zu werfen. Liga zwei wird immer wahrscheinlicher, Rückenwind gibt nur die Treue der Fans.

Ein nachdenklicher BHC-Trainer Jamal Naji. Gegen Eisenach wurde es wieder nichts mit dem erhofften Befreiungsschlag. Die Erklärungen sind seit Wochen ähnlich.

Ein nachdenklicher BHC-Trainer Jamal Naji. Gegen Eisenach wurde es wieder nichts mit dem erhofften Befreiungsschlag. Die Erklärungen sind seit Wochen ähnlich.

Foto: JA/Andreas Fischer

Was vor der Saison undenkbar schien, ist spätestens seit Sonntag für den Bergischen HC traurige Realität. Nach sechs Jahren im Handball-Oberhaus und einer Spielzeit, in der man mit Rekordetat eigentlich eher nach oben schauen wollte, scheint der Abstieg in die zweite Liga kaum noch zu vermeiden. Wuppertal zeigte zwar am Wochenende erneut, dass es eine Handballstadt ist, und die Fans gaben genau wie die Spieler im Schlüsselspiel gegen Eisenach alles, doch ihnen wurde auch vor Augen geführt, warum die fraglos von viel Verletzungspech gebeutelte Mannschaft seit nun schon elf Begegnungen auf ein Erfolgserlebnis wartet. In den entscheidenden Momenten fehlt das Selbstvertrauen, fehlen die Automatismen. Fehler der Vergangenheit lassen sich nicht mehr abschütteln, so aufopferungsvoll das Team auch kämpft. Wer sagt, die Mannschaft spielt gegen den Trainer, hat die Spiele nicht gesehen, dennoch scheint der BHC bei seiner Nibelungentreue zu Naji den Zeitpunkt für eine Trennung verpasst zu haben. Nun kann nur noch ein kleines Handball-Wunder helfen. Die gibt es bekanntlich immer wieder – nur nicht allzu oft. Die Mannschaft wird sicher weiterkämpfen, doch hinter den Kulissen muss jetzt verstärkt dafür gearbeitet werden, wie es im Falle eines Abstiegs weitergehen kann. Momentan gibt nur die Unterstützung der Fans, die hochklassigen Handball im Bergischen lieben, Rückenwind.