Bergischer HC: Die BHC-Auswärtsserie beginnt in Konstanz

Bergischer HC : Die BHC-Auswärtsserie beginnt in Konstanz

Handball-Zweitligist Bergischer HC versucht am Samstag seinen Startrekord weiter auszubauen. Noch fünfmal auswärts in 2017.

Wuppertal. Die zweitweiteste Auswärtsfahrt steht den Handballern von Zweitliga-Tabellenführer Bergischer HC am Wochenende ins Haus. Im fast 600 Kilometer entfernten Konstanz am Bodensee bei der dort beheimateten HSG versuchen sie am Samstag (Anwurf 20 Uhr) ihren Startrekord von 26:0-Punkten weiter in die Höhe zu schrauben.

Erst magere vier Pluspunkte hat dagegen der Tabellenvorletzte bisher gesammelt. Was soll da schiefgehen? Solche Fragen sind für BHC-Trainer Sebastian Hinze allerdings ein rotes Tuch. „Das wird eines unserer schwierigsten Auswärtsspiele“, mahnt Hinze erneut volle Konzentration an. Alle, mit denen er vor der Saison über die 2. Liga gesprochen habe, hätten ihm berichtet, wie schwer es sei, in der Konstanzer Schänzle Arena zu gewinnen. Sie spielen einen bedingungslosen Tempohandball und haben ein begeisterungsfähiges Publikum im Rücken“, sagt der BHC-Trainer.

Dass auch seine Mannschaft unter diesen Bedingen in Stress geraten kann, hatte der vergangenen Freitag in Wilhelmshaven gezeigt, das auch erst acht Punkte auf seinem Konto hat und den BHC dennoch an den Rand der ersten Niederlage brachte. „Sicher haben wir eine höhere Qualität als Konstanz, aber die müssen wir auch abrufen“, mahnt Hinze, das Spiel nicht nur als Durchgangsstation vor den dann folgenden Duellen mit den Verfolgern Bietigheim, Lübeck-Schwartau und Balingen zu sehen. „Der Aufstieg wird nicht zwingend in den direkten Duellen entschieden“, ist er sicher. Bei schon fünf und sechs Punkten Vorsprung auf diese Konkurrenten kann der BHC das auch durchaus behaupten.

An weite Auswärtsfahrten müssen sich Kapitän Kristin Nippes und Co. bis Weihnachten gewöhnen, denn fünf der noch sieben Spiele bis zur Winterpause werden in fremden Hallen austragen, nach Konstanz noch in Bietigheim, Balingen, Coburg und Dresden.

Wie in der ersten Liga wird der BHC jeweils vor dem Spiel vor Ort übernachten. Am Freitag - nach dem gemeinsamen Mittagessen - geht es mit dem Bus nach Singen im Schatten von einer von Deutschlands größten Festungsruinen auf dem Hohentwiel. Am nächsten Tag soll dann die BHC-Abwehr wieder zur Festung werden, aus der heraus beim zuletzt überzeugenend Sieg gegen Emsdetten viele Tore im Gegenstoß gelangen.

Auf einen seiner Stürmischsten muss Hinze dann aber verzichten. Der Halbrechte Maciej Majdzinski, gegen Emsdetten vor allem in der ersten Halbzeit mit seinen schnellen Offensivaktionen überragend, hat wieder Probleme mit dem Sprunggelenk bekommen, das nach einer Kapselverletzung schon ausgeheilt schien. Er bekommt eine Pause, um dann hoffentlich in Bietigheim wieder einsatzklar zu sein. „Mit Kristian Nippes und Bogdan Criciotoiu haben wir ja noch zwei Mann auf dieser Position, so dass das kein Problem werden sollte“, so Hinze.

Länger verzichten muss er jetzt noch auf Torwart Sebastian Rutschmann, der nach seinem Spiralbruch am Zeigefinger erneut operiert werden musste, weil der Draht, der ihm eingesetzt worden war, nicht die nötige Stabilität bot. Nun ist der Fingergelenk mit zwei Drähten zunächst für drei Wochen versteift worden, damit es besser zusammenwachsen kann. In Konstanz vertritt ihn wieder Janis Boieck als zweiter Mann hinter dem seit Wochen bärenstarken Christopher Rudeck. Boieck schien durch seinen Kurzeinsatz gegen Emsdetten beflügelt, hielt am Mittwoch im Drittligaspitzenspiel seines eigentlichen Vereins Bayer Dormagen gegen Longerich überragend und trainiert seit Donnerstag wieder voll beim BHC mit. So muss sich Hinze wohl auch auf dieser Position nicht sorgen, wenn sein BHC seine Qualitäten ausspielt.

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