Deutsche Handballmeisterschaft - BHC ist kein leichter Gegner für Flensburg

Showdown um die Meisterschaft : Deutsche Handballmeisterschaft - BHC ist kein leichter Gegner für Flensburg

Die SG Flensburg-Handewitt will am Sonntag im ISS Dome in Düsseldorf deutscher Handball-Meister werden. Der Bergische HC wird eine hohe Hürde sein.

Im ausverkauften Sonderzug reisen rund 750 Fans der SG Flensburg-Handewitt am Pfingstsonntag nach Düsseldorf, voraussichtlich 500 werden auf anderem Wege in die Landeshauptstadt reisen. Sie wollen vor allem eins sehen: Einen Sieg ihrer Mannschaft im ISS Dome. Die Norddeutschen benötigen am letzten Spieltag der Handball-Bundesliga ab 15 Uhr noch einen Punkt, um die deutsche Meisterschaft zu verteidigen und die Schale zum insgesamt dritten Mal in die Höhe zu strecken. Der Bergische HC jedoch ist dabei kein Sparringspartner.

Die Löwen, die zum dritten Mal Gastgeber im ISS Dome sind, verfolgen eigene Ziele. Sie absolvieren die beste Bundesliga-Saison ihrer Vereinshistorie, sind mit 38 Punkten gemeinsam mit den Rhein-Neckar Löwen 2006 zweiterfolgreichster Aufsteiger aller Zeiten. Die HSG Nordhorn holte 1999/2000 47:21-Punkte. Und der BHC hat noch einen Traum: Verbessert sich der Club noch vom siebten auf mindestens den sechsten Rang, spielt er in der kommenden Saison europäisch.

„Wir haben eigentlich nur etwas zu gewinnen“

„Wir wollen keine Party-Crasher sein“, meint BHC-Linksaußen Jeffrey Boomhouwer mit Blick auf den möglichen Titelgewinn der Flensburger. „Aber wir haben noch die kleine Chance auf Europa. Die wollen wir nutzen.“ Dass die vermeintlich kleinen Löwen gegen die Flensburger, in deren Kader ausschließlich aktive oder ehemalige Nationalspieler stehen, Außenseiter sind, steht außer Frage. Doch selbst bei einem Sieg ist das Ticket für Europa keinesfalls sicher. Der BHC benötigt noch Schützenhilfe.

 MT Melsungen und Füchse Berlin sind noch einholbar. Beide haben am letzten Spieltag zeitgleich eher lösbare Aufgaben. Die Nordhessen treffen auf den TBV Lemgo, die Hauptstädter auf die HSG Wetzlar - den Elften beziehungsweise Zehnten der Liga. „Wir haben eigentlich nur etwas zu gewinnen“, sagt Spielmacher Linus Arnesson. „Wir freuen uns auf die Atmosphäre und verspüren nicht den allergrößten Druck.“

Kiels Torhüter Wolff stiftet bei einem Sieg die Mannschfatskasse

Den haben die Flensburger, die sich keinen Patzer erlauben dürfen. Ein Remis genügt zur Titelverteidigung, bei einer Niederlage ist die Schale wohl weg. Denn der THW Kiel ist den Flensburgern auf den Fersen. Schlägt der Rekordmeister erwartungsgemäß die TSV Hannover-Burgdorf, gewinnt er im Falle eines BHC-Sieges zum 21. Mal den Titel. Als kleine Motivationsspritze kündigte Kiels Torhüter Andreas Wolff an, dass den Löwen die komplette THW-Mannschaftskasse überschrieben werde, wenn sie Flensburg schlagen. „Das ist eine nette Geste“, meint Löwen-Torhüter Christopher Rudeck, der im Nachwuchs der SG ausgebildet wurde. „Aber wir brauchen keinen zusätzlichen Antrieb, um dieses Spiel gewinnen zu wollen. Außerdem müssen wir überlegen, was wir mit der Kasse überhaupt machen würden.“

Bergischer HC rechnet mit über 10 000 Zuschauern

Sebastian Hinze betrachtet die 34. Begegnung der Saison so wie die 33 davor. „Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen“, meint der Coach. „Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir ins Tempospiel gehen.“ Vor dem Finale zeigt sich der 40-Jährige noch mal besonders stolz auf sein Team: „Wenn wir auch am Sonntag noch mal alles reinwerfen, haben wir das Maximale aus der Saison herausgeholt.“ Einen Impuls versprechen sich die Löwen auch vom Publikum. Mehr als 9 100 Tickets sind für für das Duell bereits abgesetzt – es wird der BHC-Bestwert in dieser Saison sein.

Zum ersten Spiel im ISS Dome gegen die Rhein-Neckar Löwen kamen 6 758 Zuschauer, beim weniger attraktiven Termin, einem Donnerstagabend, gegen den THW Kiel waren 5 190 Fans in der Arena. „Wir freuen uns auf eine stimmungsvolle Kulisse“, meint Geschäftsführer Jörg Föste, der sogar noch auf eine Steigerung hofft. „Sportlich sind wird am Sonntag der Top-Termin in der Region. Es werden bestimmt auch noch viele Kurzentschlossene den Weg zum Handball finden.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung