1. Sport
  2. Handball
  3. Bergischer HC

Der letzte Wurf des BHC in Kiel landete nicht im Tor

Der Bergische HC unterliegt beim Rekordmeister nach einem 15:22-Rückstand nur denkbar knapp mit 23:24 : Große Aufholjagd des BHC gegen den THW Kiel wird nicht belohnt

Der BHC bleibt weiterhin ohne Erfolg in Duellen gegen den THW Kiel.

Nur haarscharf hat der Bergische HC eine Sensation gegen den THW Kiel verpasst. Die Löwen hatten gegen den Favoriten in der Wunderino-Arena in letzter Sekunde noch die Chance zum Unentschieden, Fabian Gutbrod versuchte es, scheiterte aber an Torhüter Niklas Landin, der damit nach einer grandiosen BHC-Aufholjagd den 24:23 (15:12)-Sieg des Deutschen Meisters festhielt.

Die ersten Minuten der Bundesliga-Partie gehörten den Löwen. Die Kieler hatten Probleme, gegen die vor allem auf den Halbpositionen offensiv ausgerichtete BHC-Deckung zu guten Chancen zu kommen. Auf der anderen Seite erarbeiteten sich die Gäste viele gute Würfe. Nach einem von Linus Arnesson abgefangenen Ball scheiterte Jeffrey Boomhouwer zwar völlig frei an Niklas Landin, doch kurz darauf nutzte er seine Chance von der Außenposition. Im Rückraum drehte Fabian Gutbrod mit vier Toren auf, so dass die Bergischen überraschend mit 6:4 und 7:5 in Führung lagen.

Diese währte nicht lange. Die erste Zeitstrafe von Tom Kare Nikolaisen verkraftete die Mannschaft zwar noch gut, als Csaba Szücs kurz danach vom Feld musste, nutzte der THW dies aber zum Ausgleich. Sander Sagosen hatte zum 6:7 getroffen, nach einem Fehlpass von David Schmidt zu Fabian Gutbrod durfte Domagoj Duvnjak ins leere Gehäuse zum Ausgleich werfen. In der Folge bekamen die Hausherren den BHC-Angriff über eine 3:2:1-Abwehr in den Griff. Gegen diese Formation fanden die Gäste keine Lösungen und gerieten mit 8:12 auf die Verliererstraße.

Vor der Pause kämpften sich die Löwen zurück ins Spiel und verkürzten unter anderem durch Alexander Weck und Emil Hansson, der den Vorzug vor Arnor Gunnarsson auf der rechten Außenbahn bekommen hatte. Beim 12:15 zur Halbzeit waren die Gäste noch dran und kamen durch Weck auch auf zwei Tore heran. Hansson, der in der ersten Halbzeit für seine drei Tore drei Versuche benötigt hatte, vergab aber dann gleich zwei gute Möglichkeiten, um das Ergebnis noch ein wenig enger zu gestalten.

Tomas Mrkva, der schon in der ersten Hälfte nach gut 20 Minuten für Christopher Rudeck zwischen die Pfosten rückte, kam nun mit einigen Paraden immer besser in Schwung. Der Tscheche hielt sogar einen Siebenmeter gegen den Spezialisten Niclas Ekberg, nachdem Nikolaisen seine dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte kassiert hatte. Doch die Paraden halfen kaum, weil die Gäste im Angriff den Ball verloren, an Landin scheiterten – auch, weil die Chancen häufig nicht besonders zwingend waren.

Trainer Sebastian Hinze hatte im Vorfeld betont, dass die Effektivität im Angriff hoch sein muss, um beim Topfavoriten eine Chance zu haben. Doch genau diese Voraussetzung erfüllten die Löwen bis dahin eben nicht. Beispielhaft dafür stand ein Sechs-Meter-Wurf von Lukas Stutzke. Der Rechtshänder konnte es völlig unbedrängt versuchen, das Tor traf er nicht.

Kaum überraschend ging auch der Coach in seiner letzten Auszeit auf den Chancenwucher ein. „Wir verballern zu viel“, sagte er und nahm eine weitere Umstellung vor. Nicht nur setzte er zum wiederholten Male auf den siebten Feldspieler, er nutzte dabei Linus Arnesson als zweiten Kreisläufer und brachte Gutbrod zurück. Ein 5:0-Lauf zum 20:22 folgte – dazu gerieten die Kieler in doppelte Unterzahl. Da war sie wieder da, die kleine BHC-Chance. Mrkva hielt gegen Duvnjak, Weck traf zügig.

Obwohl Csaba Szücs, Weck und Arnesson scheiterten, netzte Gutbrod 90 Sekunden vor dem Ende zum 23:24 ein. Dann kassierte Harald Reinkind ein Offensivfoul, und der BHC hatte die Chance zum ersten Mal in seiner Historie, gegen den THW zu punkten. Gutbrod fasste sich ein Herz – doch Landin war da und der Traum geplatzt.