Handball-Bundesliga Der Bergische HC ist diesmal im Herzschlagfinale der Glücklichere

Wuppertal · Ohne seine beiden Spielmacher besiegt der Handball-Bundesligist GWD Minden nach engem Spiel in der Uni-Halle mit 34:32.

 Christoper Rudeck und Alexander Weck klatschen sich ab. Beide hatten einen großen Anteil am BHC-Erfolg.

Christoper Rudeck und Alexander Weck klatschen sich ab. Beide hatten einen großen Anteil am BHC-Erfolg.

Foto: JA/Fischer, Andreas

Der Bergische HC geht mit einem Erfolgserlebnis in die 17-tägige Länderspielpause. Vier Tage nach dem unglücklichen 25:26 gegen Stuttgart gewannen die Löwen am Donnerstagabend ebenfalls in der Wuppertaler Uni-Halle nach dem nächsten Herzschlagfinale gegen den Tabellenvorletzten GWD Minden mit 34:32 (14:14).

Minden hatte die letzten beiden Ligaspiele wegen vieler (Corona-)Kranker absagen müssen, hatte erst ab Montag wieder mit einer größeren Gruppe trainieren können. Auch die Löwen gingen aber mit einem großen Handicap ins Spiel. Beide Regisseure waren nicht dabei. Linus Arnesson plagen Oberschenkelprobleme, bei Tomas Babak zwickt die Leiste. Damit fehlten dem BHC seine beiden Motoren. Stattdessen spielte Alexander Weck auf der für ihn ungewohnten Mitte.

Weck begann engagiert, aber unglücklich. Erst drang er mit toller Bewegung an den Kreis vor, scheiterte aber frei an Torwart Malte Semisch, im nächsten Angriff wurde sein Anspiel an den Kreis abgefangen. Im dritten Versuch traf Weck dann aber zum zwischenzeitlichen 2:2. Die Torquote hielt sich auf beiden Seiten in Grenzen. Das lag einerseits an technischen Fehlern, aber auch an den Klassetorhütern. BHC-Keeper Christopher Rudeck hatte nach fünf Minuten bereits fünf Paraden auf seinem Konto und die gut 2000 Fans in der Uni-Halle mit einer Doppelparade von den Sitzen gerissen. Gegenüber Malte Semisch stand ihm wenig nach, was freilich auch an der nicht optimalen Abschlussqualität lag.

Viel würde an diesem Tag über den Willen gehen, das war klar. Den zeigte der BHC, schien nach 4:6-Rückstand beim 10:7 nach 19 Minuten auf Kurs zu kommen. Doch dann häuften sich – in häufig wechselnden Angriffsformationen – wieder die Fehler. Man gestattete den Gästen einen 5:0-Lauf, den erst der für die Nationalmannschaft nominierte Lukas Stutzke mit dem 11:12 beendete. Stutzke und Weck avancierten zu den besten BHC-Schützen und sprangen zumindest in dieser Hinsicht für Arnesson und Babak in die Bresche. Nur deren geniale Anspiele waren so einfach nicht zu ersetzen. Immerhin fing sich der BHC vor der Pause wieder, ging nach einem schönen Spielzug und dem bis dato einzigen Kreisläufertor durch Tom Kare Nikolaisen mit einem 14:14 in die Halbzeit.

Substanzverlust bei Minden nach der Krankheitspause? Danach sah es zunächst gar nicht aus. Im Gegenteil. Nun drehte Rückraumkünstler Amine Darmoul auf, machte mal eben drei Tore, und weil der BHC weiter nur bescheiden traf, stand es nach 40 Minuten plötzlich 17:20 aus Sicht der Gastgeber. Trainer Jamal Naji nahm die Auszeit. Minden erhöhte danach sogar noch auf 22:18. Da tat sich Rückraumrecke Fynn-Lukas Hermeling hervor, der die BHC-Deckung mehrmals glatt übersprang. Aber der BHC war noch nicht geschlagen, kam wieder auf zwei Tore heran. Minden sammelte eine Zeitstrafe nach der anderen, so richtig ausnutzen konnte das der BHC aber lange nicht, denn Minden traf weiter recht beständig. Nach 48 Minuten – Minden war zuvor kurzzeitig in doppelter Unterzahl – erzielte Lukas Stutzke aber dann doch den 25:26-Anschlusstreffer. Alles deutete wie zuletzt auf ein enges Finale hin. Und es wurde wieder eins. Doppelparade Semisch, auf der Gegenseite hielt auch Peter Johannesson. Mit 32:32 ging es in die letzten 90 Sekunden. Doch diesmal behielt der BHC die Nerven. Der starke Noah Beyer mit seinem vierten Siebenmeter und per Gegenstoß stellte den 34:32-Endstand her. Die Halle kochte und die BHC-Spieler fielen sich erleichtert in die Arme.