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Darum war Flensburg für den BHC am Samstag eine Nummer zu groß

Handball-Bundesliga : Flensburg ist für den Bergischen HC am Samstag eine Nummer zu groß

Beim 30:25 führen die Nordlichter zur Pause schon mit 17:10. In der zweiten Hälfte macht der BHC es besser und verkürzt noch.

Der Bergische HC hat in dieser Saison schon mehrfach bewiesen, dass er in der Lage ist, Spiele aus schwierigen Situationen heraus noch umzubiegen. Gegen die SG Flensburg-Handewitt, auch in dieser Spielzeit  einer der Topfavoriten in der Handball-Bundesliga, gelang das allerdings am Samstagabend  in der Solinger Klingenhalle nicht mehr. Ein Sieben-Tore-Rückstand nach den ersten 30 Minuten erwies sich gegen das mit ganz viel Qualität ausgestattete Ensemble von SG-Trainer Maik Machulla einfach als zu groß. So konnte der BHC zwar die zweite Hälfte mit 15:13 gewinnen, musste den Gästen aber zu einem insgesamt nicht mehr in Gefahr geratenen 30:25-Erfolg gratulieren. Während Flensburg dadurch über Nacht wenig überraschend die Tabellenspitze eroberte, fiel der BHC vor der zwölftägigen Länderspielpause in der Tabelle mit jetzt 7:5-Punkten  auf einen immer noch guten Mittelfeldplatz zurück.

Nach gutem Start zieht Buric den BHC-Schützen den Zahn

Die 60 Ehrenamtlichen in der coronabedingt ansonsten leeren Klingenhalle, die ihr Team vehement anfeuerten, durften nach den starken ersten Minuten noch darauf hoffen, dass die Löwen die Flensburger ähnlich wie beim 20:21 zu Jahresbeginn in Bedrängnis bringen könnten. Den Hausherren gelang  ein hervorragender Start. Die Abwehr vor Christopher Rudeck, der zunächst im Tor stand, funktionierte hervorragend, und vorne trafen Arnor Gunnarsson, Max Darj  und Rückraumshooter Fabian Gutbrod (2) zur 4:2-Führung.

Doch danach vergab der BHC einige gute Chancen aus sechs Metern, scheiterte entweder an Flensburgs Top-Torwart Benjamin Buric  oder dem Gebälk und ließ sich stressen. „Wir haben dann einige Fehler gemacht, die eine Top-Mannschaft wie Flensburg gnadenlos ausnutzt“, analysierte BHC-Trainer Sebastian Hinze anschließend. Die Abwehr habe  im Prinzip recht gut funktioniert, doch Flensburg habe es  geschafft, sie mit der dritten oder vierten Aktion zu überwinden. Da tat sich in der ersten Hälfte vor allem Göran Sögard mit fünf Treffern aus dem linken Rückraum hervor und bekam von seinem Trainer nachher ein Sonderlob.

Über welche Möglichkeiten Machulla gerade im Rückraum verfügt, zeigte sich auch darin, dass er in der zweiten Halbzeit auf dieser Position  Mads Mensah Larsen bringen konnte, der dem BHC gleich sechs Treffer einschenkte. Einen auch in der Phase zehn Minuten vor dem Ende, als die nach der Pause wieder zielstrebiger agierenden Gastgeber (bemerkenswert die vier Rückraumtore von Youngster Lukas Stutzke) durch Arnor Gunnarsson erstmals wieder auf drei Tore herangekommen waren. „Bei diesem Stand kann immer noch etwas passieren, aber wir habe dann  mit zwei schnellen Toren für Klarheit gesorgt“, beschrieb Machulla, der beim 22:25 eine Auszeit genommen hatte, treffend.  Er sprach zufrieden von einer außergewöhnlichen Mannschaftsleistung seines Teams, Dabei habe sicherlich geholfen, dass das eigentlich für Donnerstag geplante Champions-League-Spiel in Ungarn wegen Corona-Fällen bei Gegner Szeged  ausgefallen war. Machulla: „So waren wir frischer und konnten uns auch besser auf den BHC vorbereiten.“

„Wenn du gegen ein solchen Gegner noch eine Chance haben willst, musst du es zumindest schaffen, mit minus drei oder vier in die Pause zu gehen. Und dann muss auch alles funktionieren. Das hat es heute bei uns nicht“, so Sebastian Hinze aus Sicht des BHC ebenso nüchtern wie  treffend.