BHC sieht sich um seinen Lohn gebracht (mit Video)

BHC sieht sich um seinen Lohn gebracht (mit Video)

Beim 24:25 gegen den SC Magdeburg gingen die Löwen nach toller Leistung leer aus.

Wuppertal. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete die Zwillinge Andreas und Marcus Pritschow am Sonntag nach 60 mitreißenden Handball-Minuten in der Uni-Halle in die Kabine. Vor allem dem Schiedsrichtergespann lasteten die Zuschauer an, dass der BHC nach einer tollen Leistung gegen Magdeburg beim 24:25 (13:13) mit leeren Händen dastand. Und auch die Mienen der BHC-Spieler sprachen Bände.

Sieben Zeitstrafen hatten die Schiedsrichter bis kurz vor Schluss gegen den BHC verhängt, die meisten deshalb, weil sich BHC-Spieler wegen diskussionswürdiger Entscheidungen beschwert hatten. Als sie dann kurz vor Ende auch noch gegen Viktor Szilágyi abpfiffen, der weggerutscht war, und nicht eingriffen, als die Uhr noch viel zu lange bis zum Timeout lief, war dem BHC die Chance auf zumindest einen Punktgewinn endgültig genommen.

Lange sah es sogar so aus, als könnten die Löwen den dritten Heimsieg über die Bördeländer in der Uni-Halle landen. Nur 46 Stunden nach der klaren Niederlage in Berlin waren sie vor allem in der Abwehr nicht wiederzuerkennen. Aufmerksam und beweglich zwangen sie die Gäste immer wieder zu Ballverlusten und hatten in Björgvin Gustavsson im Tor einen überragenden Rückhalt. Weil es anfangs im Angriff noch nicht so lief, geriet der BHC dennoch mit vier Toren in Rückstand. Als dann nach 26 Minuten die Schiedsrichter zugleich Alex Oelze und den erstmals nach seiner Ellenbogenverletzung eingesetzten Kapitän Viktor Szilágyi herausstellten (der eine sah sich selbst gefoult, erhielt aber einen Siebenmeter gegen sich, Szylágyi reklamierte), sah es düster aus.

Doch es wurde so etwas wie ein Wendepunkt. Die Zuschauer, ständig von Trainer Sebastian Hinze mit wedelnden Armen befeuert, standen nun wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft. Und als der BHC die doppelte Unterzahl auch noch ohne Gegentreffer überstand, war die leider nicht ausverkaufte Halle ein Tollhaus.

Mit diesem Schub holte der BHC Tor um Tor auf und glich 15 Sekunden vor der Halbzeitsirene erstmals aus. Klasse nicht nur Fabian Gutbrods Rückraumknaller, sondern auch Linksaußen Christian Hoße, der zu einigen Gegenstößen kam.

Die Pause unterbrach diesen Schwung zwar, doch die Abwehr stand nun erst recht wie eine Wand, und so ging der BHC nach 38 Minuten erstmals in Führung. Wahnsinnsszene dann, als Magdeburgs Keeper Silvio Quenstedt gegen Arnor Gunnarsson herausstürmte und einen BHC-Gegenstoß zunächst abfing, Gunnarsson das Leder aber doch noch zu fassen bekam und zum 17:15 ins leere Tor warf.

Diesen Zwei-Tore-Vorsprung hielt der BHC nervenstark bis drei Minuten vor Schluss und bewies gewachsene Reife. Danach gelang ihm dann aber kein Tor mehr, wobei auch noch eine fragwürdige Siebenmeterentscheidung, über die sich Max Weiß beschwerte und zwei Minuten erhielt, Magdeburg in die Karten spielte.