BHC-Siegtorschütze Weck: „So ein Gefühl hatte ich noch nie“

Sportler der Woche : BHC-Siegtorschütze Weck: „So ein Gefühl hatte ich noch nie“

Das 19-jährige Handballtalent erhält Vertrag bis 2023 und Zweitspielrecht in Gummersbach.

Es war ein unfassbarer Moment in einem verrückten Handballspiel. Er gehörte Alexander Weck, der am Donnerstag die kämpferische Leistung des Bergischen HC mit einer „Fackel“ aus zehn Metern zum 25:24-Erfolg gegen den HC Erlangen krönte. Mit 126 Kilometern pro Stunde schlug die Kugel in letzter Sekunde neben HCE-Torhüter Carsten Lichtlein ein.

Mit allem, was er habe, solle er es versuchen, hatte Trainer Sebastian Hinze in der Auszeit acht Sekunden vor dem Schlusspfiff gesagt. „Das habe ich dann einfach mal gemacht“, freute sich der 19-jährige Solinger und erläuterte: „Da waren schon ein paar Spieler zwischen mir und dem Tor. Ich habe Lichtlein nur ein bisschen gesehen, hatte aber den Eindruck, dass links ein bisschen was frei war.“ Als die Kugel einschlug, sei dies ein unbeschreibliches Gefühl gewesen. „Sowas hatte ich noch nie – nicht einmal in der A-Jugend. Das war eine Premiere.“

Weck nutzte beim letzten Abschluss seine Wurfqualitäten zum dritten Mal. Zuvor hatte er mit 132 km/h bereits den härtesten Treffer der Partie erzielt – bei angezeigtem passiven Spiel nach dem letzten Pass. „Er hat wirklich einen unfassbaren Wurf“, meinte Torhüter Christopher Rudeck. „Ich muss das im Training immer wieder erleiden. Da springen drei Leute in den Block, und er wirft das Ding oben drüber in den Winkel.“

Für Alexander Weck war es der bislang größte Bundesliga-Auftritt in seiner noch jungen Karriere. Dass der 19-jährige Weck auch seine weitere Entwicklung im BHC-Trikot nimmt, stellte der Club sicher. Bis zum 30. Juni 2023 verlängerte das Eigengewächs gerade seinen Vertrag bei den Löwen. Um mehr Spielanteile auf höchstem Niveau zu bekommen, traf der Verein darüber hinaus eine Vereinbarung mit dem VfL Gummersbach. Für die Oberbergischen wird der Rückraum-Rechtshänder künftig mit einem Zweitspielrecht auflaufen. „Das ist gut für mich, denn dort kann ich um Spielanteile kämpfen, die ich hier manchmal nicht bekomme. So werde ich mich im Wettkampf weiter verbessern“, meint Weck.

Die Gummersbacher stehen derzeit auf dem dritten Platz in der 2. Liga und haben Chancen, den Wiederaufstieg zu schaffen. So wird es für Weck, der auf seiner Position Ex-BHCer Alexander Hermann vor sich hat, keine Selbstverständlichkeit sein, viele Spielanteile zu bekommen. Er muss sich auch dort durchsetzen – was aber leichter sein dürfte als beim BHC, der auf der Position vierfach besetzt ist.

„Mir ging es darum, etwas für Alex zu finden, das ihm in seiner Entwicklung bestmöglich hilft“, erläutert BHC-Coach Hinze. Der persönliche Kontakt zu VfL-Trainer Torge Greve habe geholfen. Greve wird auf seinen Zugang aber vorerst noch verzichten müssen. Der BHC hat den ersten Zugriff. „Gut möglich, dass wir ihn erst im Januar mal abgeben können“, sagt Hinze. Schließlich ist Fabian Gutbrod angeschlagen, und Daniel Fontaine kämpft nach Achillessehnenriss um sein Comeback. Hinze: „In unserer Lage brauchen wir Alex natürlich selbst.“ Wie am Donnerstag.

(trd)
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