BHC kurz vor der Meisterschaft

Nach dem 35:27 gegen Aue fehlt dem Bergischen HC noch ein Punkt aus drei Spielen.

Wuppertal. Da gab es nicht viele Diskussionen über den Spielausgang: Erwartungsgemäß setzte sich am Samstag Tabellenführer Bergischer HC gegen das schwächste Auswärtsteam der Liga durch. 35:27 (16:12) hieß es am Ende der Partie gegen den noch abstiegsbedrohten Aufsteiger EHV Aue. Wegen des abendlichen Champions-League-Finals fanden nur 1375 Zuschauer den Weg in die Klingenhalle.

Nach dem bereits sicheren Aufstieg in die Erste Bundesliga haben die Bergischen durch diesen souveränen Erfolg nun auch ihr zweites Saisonziel beinahe erreicht. Aus den noch ausstehenden drei Saisonspielen fehlt dem Ensemble aus Wuppertal und Solingen nur noch ein einziges Pünktchen, um auch noch den Titel im Unterhaus einzusacken, da am Freitagabend der große Rivale TV Emsdetten mit 32:35 in Hamm unterlag. Somit ist in der Tabelle das Polster des BHC (nach Minuspunkten) auf fünf Zähler — und das viel bessere Torverhältnis — angewachsen.

Doch die Auer mit ihren starken Rückraumakteuren, machten lange Zeit eine durchaus passable Figur, fingen sich nur zu viele Gegenstoßtore. Diese waren dann auch mitausschlaggebend dafür, dass die Bergischen zur Pause ohne große Mühe mit vier Treffern vorne lagen.

In der Deckung standen die Hausherren robust und aufmerksam, nutzten jede Chance zum Ballgewinn und schickten immer wieder Österreichs National-Rechtsaußen Richard Wöss auf die Reise, der bis zum Wechsel sechsmal einnetzte.

Dennoch gelang es den Auern, auf zwei Treffer zu verkürzen. Doch ein gehaltener Siebenmeter von BHC-Schlussmann Mario Huhnstock sowie ein Doppelschlag kurz vor der Pause ermöglichte dann doch noch eine recht komfortable Vier-Tore-Führung.

Das i-Tüpfelchen war der Treffer von BHC-Routinier Viktor Szilágyi, der mit dem Schlusspfiff aus 15 Metern abzog. Der Ball wurde von einem Deckungsspieler so abgefälscht, dass EHV-Schlussmann Sveinbjörn Petursson chancenlos in der falschen Torecke lag.

Auch nach dem Wechsel gerieten die Hausherren kaum in Probleme. Bester Akteur war einmal mehr BHC-Spielmacher Alexander Oelze, der am Ende auf elf Treffer kam. Bei seinem vorentscheidenden Dreierpack vom 25:19 bis zum 27:19 kam sogar Hallensprecher Jens Scheffler angesichts der blitzschnellen Ballgewinne und Gegenstöße von Oelze nicht mehr hinterher und verkündete dann die Treffer gleich èn Block.

Mit der klaren Führung im Rücken ließ die Konsequenz der BHC-Deckung zunehmend nach. Als die Ostdeutschen dann noch einmal auf vier Treffer verkürzen konnten, schien kurzzeitig noch einmal Spannung aufzukommen, doch dann nahm der zweite Routinier, Michael Hegemann, die Angelegenheit in die Hand.

Erst netzte der Ex-Nationalspieler zweimal selbst ein, dann eroberte er den Ball in der Deckung und spielte aus dem Sprung heraus im 90-Grad-Winkel einen Gegenstoßpass auf den davoneilenden Rechtsaußen Arnor Gunnarsson, der dann das 30:23 besorgte: die endgültige Entscheidung.

Mehr von Westdeutsche Zeitung