Handball-Bundesliga: BHC in Kiel: Lichtblicke, aber keine Punkte

Handball-Bundesliga: BHC in Kiel: Lichtblicke, aber keine Punkte

Beim 20:24 zog sich das Schlusslicht der Handball-Bundesliga gegen den haushohen Favoriten so gut wie dort noch nie aus der Affäre.

Kiel. Achtbar schlug sich der Bergische HC am Montagnachmittag beim THW Kiel. Doch die Handballer von Trainer Sebastian Hinze kassierten beim 20:24 wenig überraschend trotzdem die elfte Bundesliga-Niederlage in Folge. Die Löwen überwintern auf dem letzten Tabellenplatz, haben nun sogar schon fünf Punkte Rückstand auf Lemgo, das in Minden gewann und den ersten Nichtabstiegsplatz belegt, punktgleich mit Stuttgart, das gegen Leipzig siegte.

Foto: Claus Bergmann

Das brockte der BHC sich jedoch nicht im Auswärtsspiel beim THW Kiel ein. Die Bergischen spielten von Beginn an geduldig und sorgten mit einer gut eingestellten 5:1-Abwehr dafür, dass der Rekordmeister selten zu seinem Spielfluss fand. Bogdan Criciotoiu verpasste die 1:0-Führung für die Gäste mit einem Wurf an die Latte - den Gegenstoß verwertete Rune Dahmke für die Hausherren. Entmutigen ließ sich der BHC von solchen Missgeschicken jedoch nie.

Auch nicht von weiteren Criciotoiu-Fehlwürfen gegen Nationaltorwart Andreas Wolff. Die anderen gescheiterten Abschlüsse, die zum Teil gut herausgespielt waren, schockten die Löwen ebenfalls nicht. Während einer Hinausstellung gegen Criciotoiu ging Kiel 6:3 in Front, später stand es 11:6 - es schien nach Plan für die Gastgeber zu laufen.

Der BHC aber antwortete. Durch Fabian Gutbrod, Christian Hoße und einen schönen Gegenstoß von Moritz Preuss. THW-Coach Alfred Gislason ließ mit siebtem Feldspieler statt Torhüter agieren. Alexander Hermann kam an den Ball und beförderte ihn in den leeren Kasten zum 10:11-Anschluss. Nach einer Parade von Björgvin Gustavsson hatten die Gäste sogar die Chance zum Ausgleich. Preuss bekam den Ball frei am Kreis, doch Wolff hielt die THW-Führung fest. Überhaupt war der Kieler Keeper der überragende Mann zur Pause. Er entschärfte nochmals gegen Criciotoiu und machte damit zehn Paraden voll. So durften beide Teams mit dem 13:11-Halbzeitstand zufrieden sein. Der THW, weil er trotz des Spielverlaufs führte, die Löwen, weil sie sich so achtbar wie noch nie in der mit 10285 Zuschauern ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena präsentierten.

Nach Wiederanpfiff ließen die Gäste weiter viele Möglichkeiten aus. Criciotoiu setzte seine uninspirierten Abschlüsse fort und wurde von Hinze auf die Bank gesetzt. Wolff zog aber auch Gunnarsson bei einem weiteren freien Versuch von außen den Zahn. Gustavsson hielt ebenfalls stark, doch um gegen das Kieler Starensemble eine Chance zu haben, hätten die Löwen vorne eine bessere Quote haben müssen.

So ging die Partie in der letzten Viertelstunde dann doch dahin. Christian Hoße nutzte zwar einen Sahnepass von Uros Vilovski zum 16:18 - in der Folge ließen die Gäste aber zu viel liegen. Da half auch die weiterhin gute Vorstellung in der Abwehr nicht. Mit Gewalt stellte Marko Vujin auf 19:16, Nikola Bilyk erhöhte auf 20:16. Das war für den Bergischen HC nicht mehr aufzuholen. Mit dem Auftritt durften die Bergischen zufrieden sein, doch um in Kiel zu punkten hätte es eben eines weihnachtlichen Wunders bedurft. Diesem machte vor allem Andreas Wolff einen Strich durch die Rechnung. Der Torhüter machte mit 17 abgewehrten Würfen seinen Spanmann Niklas Landin fast vergessen. Für den BHC bleibt die Hoffnung, dass er sich in der Winterpause stabilisiert. Kiel war ein Lichtblick. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.