Handball: BHC: Etwas Genuss und eine hohe Hürde

Handball : BHC: Etwas Genuss und eine hohe Hürde

Nach dem 35:25 gegen Erlangen müssen die Handballer am Sonntag nach Magdeburg.

Von Gedanken an den nächsten Gegner Magdeburg (Sonntag, 16 Uhr, Getec-Arena) wollte BHC-Trainer Sebastian Hinze seine Spieler am Donnerstag noch verschonen. „Sie sollen den Sieg von Mittwochabend erst mal zwei Tage genießen, bevor ich Wasser in den Wein gieße“, sagte Hinze bestens gelaunt vor dem Athletiktraining einen Tag nach dem überzeugenden 35:26 gegen Erlangen. Magdeburg, das wird natürlich ein anderes Kaliber. „Von allen Topteams der Liga machen sie den stabilsten Eindruck“, sagt Geschäftsführer Sport Jörg Föste und sieht die Ostdeutschen am Ende der Saison auf jeden Fall im europäischen Geschäft. Föste macht auf „Bodenhaftung“. Eine realistische Chance habe man dort eher nicht, auch wenn die BHC-Spieler gegen Erlangen viel Selbstvertrauen getankt hätten.

So etwa Zugang Daniel Fontaine, der auf Halblinks sechs herrliche Treffer erzielte. „Bei seinen hohen Ansprüchen war er nach einer tollen Vorbereitung schon etwas ins Grübeln gekommen, weil es in der Liga offensiv noch nicht so bei ihm lief. Deshalb freut es mich für ihn besonders“, so Hinze. Wie der siebenfache Torschütze Tomas Babak, der seine großen Qualitäten im eins gegen eins ausspielen konnte, profitierte Fontaine sehr von den Räumen, die seine Mitspieler schafften. Etwa Linksaußen Jeffrey Boomhouwer, der immer wieder in die Mitte zog und nachher überrascht war, dass Erlangen diese Übergänge einfach nicht verteidigt bekam. „Wir haben immer das Gleiche gemacht, aber wenn etwas funktioniert, muss man es auch durchziehen“, meinte der Niederländer schmunzelnd. Magdeburg wird das bei seiner Qualität kaum passieren. Die Mannschaft ist seit Jahren gefestigt. In dieser Saison gab es mit Albin Lagergren nur einen Zugang, der bei den bisher drei Siegen (28:23 in Melsungen, 28:20 gegen Leipzig, 26:31 in Wetzlar) schon eingeschlagen ist. Nicht zu erwarten, dass da die frische Nachricht, dass Ex-Bundesliga-Torschützenkönig Robert Weber den SCM nach der Saison verlassen wird, für Unruhe sorgt.

Aktuell führt mit Arnor Gunnarsson mit 28 Treffern ein BHC-Spieler die Liga-Schützenliste klar an. Nach seinem ersten verworfenen Siebenmeter (von bisher 18) hatte er am Mittwoch uneigennützig den Ball an Jeffrey Boomhouwer weitergereicht. Der hatte in der Vorbereitung für den BHC viele Strafwürfe verwandelt, scheiterte nun aber am toll parierenden Keeper. „Zum Glück war das nicht mehr entscheidend“, lächelte Boumhouwer Sein Selbstbewusstsein hat darunter nicht gelitten. Er hat mit seinem Vorgängerverein in Magdeburg schon zweimal gepunktet und weiß, wie man das stimmungsvolle Publikum dort dämpft. Wenn man in Führung geht, wird es ruhig“, sagt er aus Erfahrung und das übertrage sich auf die Heimmannschaft.

Und wo sieht Hinze die Chance auf eine zumindest enge Partie? „In den ersten zehn, 20 Minuten gegen Erlangen haben wir in der Abwehr noch zu abwartend gespielt, das dürfen wir uns in Magdeburg nicht erlauben. Außerdem spielen sie ein unglaubliches Tempo. Da müssen wir wie gegen Erlangen sehr effektiv im Abschluss sein. Doch damit will er seine Spieler erst ab Donnerstag belasten. gh

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