BHC empfängt die Überraschungsmannschaft aus Wetzlar in der Uni-Halle

Handball : BHC empfängt die Überraschungsmannschaft

Fünf Tage nach dem 27:27 gegen Meister Flensburg kommt Wetzlar am Sonntag in die Uni-Halle.

Es ist nichts weniger als ein Paukenschlag, die der HSG Wetzlar am Dienstag gelang. Mit 27:27 knöpften die Mittelhessen dem Deutschen Handballmeister SG Flensburg-Handewitt in der heimischen Rittal Arena den ersten Punkt der Saison ab. Dementsprechend dürften sie am Sonntag mit viel Selbstvertrauen beim Bergischen HC auftreten, der die HSG um 16 Uhr in der Uni-Halle zu Gast hat. Beide Mannschaften sind in der Tabelle nach drei Spieltagen mit 3:3 Punkten gleichauf. Für den BHC wäre es sicher von Vorteil, mit einem Erfolg vor den folgenden drei schweren Spielen (in Hannover, gegen Kiel und in Leipzig) etwas den Druck herauszunehmen, der laut Trainer Sebastian Hinze freilich in der Bundesliga permanent herrscht.

„Natürlich war das eine Überraschung, vielleicht auch eine Sensation, die Wetzlar geschafft hat, aber wir haben auch den Anspruch, so etwas zu Hause mal gegen einen Großen zu schaffen“, ordnet Hinze ein. Gegen die Rhein-Neckar Löwen war das dem BHC am Dienstag - freilich auswärts - nicht gelungen. Und das lag auch in der Nachbetrachtung des 24:30 nicht nur an der Stärke des Gegners. „Wir hatten alle nachher nicht den Eindruck, dass sie an dem Tag unschlagbar waren, wir haben uns vor allem über die eigenen Fehler geärgert. Auch ich war mit meinem Spiel unzufrieden“, sagte Kapitän Kristian Nippes auch am Donnerstag noch. Durch insgesamt 12 technische Fehler oder Ballverluste hatte man dem Gegner leichte Tore ermöglicht. In der Statistik der Gegenstoßtore stand es am Ende 14:10 für den Favoriten. Aus seinem Tempospiel zieht der BHC ansonsten meist Vorteile.

„Insgesamt war es sicher kein schlechtes Spiel von uns. Dass wir von uns selbst erwarten, es besser zu können, heißt nicht, dass man von außen erwarten kann, dass wir so einen Gegner auswärts schlagen“, nimmt Hinze seine Spieler in Schutz. Die haben nur drei Tage Zeit, sich auf Wetzlar einzustellen. „Dass man sich über die Leistung in Mannheim ärgert, trägt sicher dazu bei, dass man im Training von der ersten Minute an konzentriert ist“, findet Nippes, der sonst keine Auswirkungen auf das Spiel am Sonntag sieht. Genauso wenig durch den klaren Heimsieg gegen Wetzlar in diesem Frühjahr. „Die Mannschaft ist komplett zusammengeblieben und hat eine ähnliche Spielidee wie wir. Sie spielt eine sehr starke 6:0-Abwehr mit verschiedenen Optionen“, sagt Sebastian Hinze und sieht auch durch die schnelle Mitte, die die Hessen nach Gegentoren pflegen, eine große Herausforderung auf sein Team zukommen.

Die gute Bilanz in der Uni-Halle in den vergangenen Jahren und eine gute Stimmung soll dabei helfen, Wetzlar in die Knie zu zwingen. Für den BHC ist es der erste Auftritt in dieser Saison in Wuppertal. Dass die Mannschaft nur freitags hier trainiert und sonst in der Solinger Klingenhalle, spielt für Kristian Nippes übrigens keine Rolle. „Wichtig ist nur, dass wir über die Zuschauer noch eine Extraunterstützung erhalten.“ Das habe bisher überall gut funktioniert.

Bis auf die Langzeitverletzten Maciej Majdzinski und Daniel Fontaine können die Löwen wieder auf ihren gesamten Kader zurückgreifen.

(gh)
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