Bergischer HC: BHC bezwingt Erstligisten Hüttenberg

Bergischer HC : BHC bezwingt Erstligisten Hüttenberg

Beim 28:24 gegen Hüttenberg hatten 300 Zuschauer am Nocken ihren Spaß. Der VSTV war erneut ein guter Gastgeber.

Wenn der große Bergische HC beim kleinen Vohwinkeler STV Testspiele austrägt, dann sind das regelmäßig Handball-Feste. Das war auch am Samstag so, als der Zweitliga-Tabellenführer vor rund 300 Zuschauern in der gut gefüllten Halle am Nocken Erstliga-Schlusslicht TV Hüttenberg mit 28:24 (14:14) besiegte.

Im Spiel war genauso viel Pfeffer drin, wie auf den Rängen, wo jeder BHC-Treffer euphorisch bejubelt wurde. „Gegen Hüttenberg das sind immer hitzige Duelle“, sagte BHC-Kapitän Kristian Nippes nachher mit hochrotem Gesicht. Nippes musste aufgrund fehlender Spielmacher (Arnesson bei der EM, Babak verletzt) und Kreisläufer (Petrovsky und Darj bei der EM) mit Csaba Szücs zeitweise die Spielmacherrolle übernehmen und tauchte auch einige Male am Kreis auf, wo er natürlich besonders in die Mangel genommen wurde.

Es war zwar nur ein Test, in dem der BHC aufgrund von sechs fehlenden Stammspielern und ohne die in der Zweiten und der A-Jugend geforderten Jonas Dell und Alexander Weck viel improvisieren musste, doch BHC-Trainer Sebastian Hinze war nachher besonders mit der Abwehrleistung und der Siegermentalität seiner Mannschaft sehr einverstanden. „Es spricht für sie, dass sie auch solche Spiele gewinnen will. Und gegen einen eingespielten Erstligisten sagt das schon etwas aus“, lobte er das Team. Hüttenbergs Coach Emir Kurtagic, vor einem Jahr an gleicher Stelle mit Gummersbach dem BHC unterlegen, sprach ebenfalls von einem guten Test für sein Team gegen einen starken Gegner. Er monierte aber die vielen technischen Fehler, die seine Mannschaft nach der zwischenzeitlichen 17:15-Führung gemacht habe. „Das müssen wir abstellen, sonst reicht das nicht, um in der ersten Liga zu bleiben.“

Der BHC konnte sich vor allem auf der starken linken Seite mit Außen Jan Artmann und dem Halblinken Max Bettin häufig gut durchsetzen. Beide erhielten deutlich mehr Spielzeit als sonst und nutzten das. „Dass Max ein Shootertyp ist, wissen wir, wichtig ist, dass er auch nach Fehlversuchen, die es immer mal gibt, die Zuversicht behält. Das hat er heute gut gemacht“, freute sich Hinze über dessen Leistung. Mit zehn Treffern war Bettin noch vor Artmann (sieben) bester BHC-Schütze.

Drei Treffer steuerte Gast-Kreisläufer Marko Coric bei. Der BHC, dem Kreisläufer aktuell ja fehlen, hatte die Gelegenheit ergriffen, den Kroaten im Training seit Mittwoch zu testen. Das Spiel bildete einen gelungenen Abschluss. Für eine Verpflichtung komme er aber vorläufig nicht infrage, meinte Sebastian Hinze und ergänzte. „Mit Max Darj und Leos Petrovsky sind wir ja auf dieser Position normalerweise sehr gut aufgestellt.“

Das gilt natürlich auch für das Zentrum, wo es allerdings tröstlich zu sehen war, dass vor allem Csaba Szücs in der Aushilfsrolle durchaus Akzente setzen konnte. Ein Tor gelang dem Abwehrspezialisten zwar nicht, er setzte seine Mitspieler aber teilweise gut in Szene. Das könnte noch wichtig werden, da Tomas Babak, der mit Bandage am linken Arm zusah, wohl noch gut zwei Monate fehlen wird.

Bis zum Salming Cup am kommenden Wochenende sollte eine andere, durch die EM vorübergehend aufgerissene, Lücke dagegen wieder geschlossen sein. Mitte der Woche rechnet Hinze mit der Rückkehr von Rechtsaußen Arnor Gunnarsson. Gegen Hüttenberg mussten sich die beiden etatmäßigen Halbrechten Bogdan Criciotoiu und Maciej Majdzinsi diese für sie nicht gerade prädestinierte Position teilen.

Was einhundertprozentig passte, war aber erneut der Rahmen, für den der VSTV gesorgt hatte. Von der charmanten Begrüßung von Club-Boss Mathias Conrads über die Anfeuerung der vielen VSTV-Jugendlichen, die noch dazu von BHC-Maskottchen Bergi bei Laune gehalten wurden, bis zur Verpflegung, die die Teams nachher bekamen. „Da bleibt dann auch noch etwas für uns hängen“, freute sich VSTV-Orga-Chef Henrik Gurke, dass der BHC auf einen Teil der Einnahmen verzichtet hat. Gelohnt hatte sich das Spiel so definitiv für alle Seiten.