Handball-Bundesliga BHC vergibt die Chance auf den ersten Sieg im Dome

Düsseldorf/Wuppertal · Nach dem 29:31 (17:16) gegen angeschlagene Berliner in Düsseldorf übt der Handball-Erstligist Selbstkritik.

 Zu oft scheiterten die BHC-Angreifer - hier Arnor Gunnarsson  - nach der Pause an Dejan Milosavljev.

Zu oft scheiterten die BHC-Angreifer - hier Arnor Gunnarsson  - nach der Pause an Dejan Milosavljev.

Foto: Fischer, Andreas H503840

Die Vorzeichen schienen gut für den Bergischen HC, im neunten Anlauf den ersten Sieg in einem Heimspiel im Düsseldorfer ISS Dome zu landen. Schließlich kam Gegner Berlin gerade aus der Corona-Quarantäne und musste mit Marian Michalczik und Milos Vujovic auf zwei Nationalspieler verzichten. Entsprechend groß war am Samstagabend beim BHC die Enttäuschung nach der 29:31-Niederlage, die der BHC sich gegen einen fraglos guten Gegner weitgehend selbst zuzuschreiben hatte.

„Diese Niederlage ist extrem ärgerlich“, drückte Geschäftsführer Jörg Föste deutlich seine Unzufriedenheit aus und machte schnell die Ursachen aus. Vor allem im 1:1-Abwehrverhalten, das nicht ausgereicht habe, um Wiede, Holm, Andersson und Co. im Füchse-Rückraum einen wirksamen Riegel vorzuschieben oder die Anspiele an den Kreis zu verhindern. So lasse sich auch die für den BHC ungewöhnlich hohe Anzahl von 31 Gegentreffern erklären. Als dann in der zweiten Halbzeit vorne Unkonzentriertheiten hinzukamen und Berlins Klassetorwart Dejan Milosavljev zu großer Form auflief, war das nicht mehr ganz zu kompensieren.

„Das war heute ein Spiel, in dem wir uns an die eigene Nase fassen müssen, das wir es nicht positiv gestalten“, fand auch Trainer Sebastian Hinze. Genau das fehle, um mal wieder einen Großen der Liga zu schlagen, wie das zum Saisonauftakt in Magdeburg ja schon gelungen war. So ist der BHC nach dem Topstart mit drei Siegen mit jetzt 7:9-Punkten vorläufig auf Rang 13 abgerutscht und muss am Donnerstag gegen Melsungen beim nächsten „Großen“ antreten. Die Partie ist weiter angesetzt, obwohl Melsungen erst unmittelbar davor aus der Corona-Quarantäne kommt.

Dass das kein entscheidendes Kriterium sein muss, zeigte sich für den BHC am Samstag schmerzhaft. In der ersten Hälfte kaschierte eine überragende Angriffsleistung noch, dass die Abwehr nicht den rechten Zugriff hatte. Das Tempospiel war nahezu optimal, die Anspiele an den Kreis auf Max Darj funktionierten und vor allem David Schmidt konnte auch aus dem Rückraum einige Akzente setzen. Berliner Ausgleichstreffer wurden in Sekundenschnelle mit Toren beantwortet, kurz vor Ende der ersten 30 Minuten wurde erstmals ein Zwei-Tore-Vorsprung geschafft. Die Latte verhinderte beim 16:14 gar ein Drei-Tore-Plus. So musste der BHC sich aber zur Pause mit einem 17:16 begnügen.

„Das Spiel ist völlig offen, wer es schafft, als erster seine Abwehr zu stellen, wird gewinnen“, prognostizierte Ex-Bundestrainer Heiner Brand als TV-Experte in der Halbzeit und sollte Recht behalten. Das waren dann die Berliner, wie auch deren Trainer Jaron Siewert später hervorhob. Der BHC ließ sich stressen, streute wie schon gegen Kiel zu viele technische Fehler ein und erzielte in den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel nur ein Tor.

Anders als gegen Kiel war das Spiel danach noch nicht ganz entschieden. Die Löwen konnten sich nach 18:21 und einer Auszeit wieder stabilisieren und mehrfach auf ein Tor herankommen. Doch ein Fehlpass des ansonsten guten Keepers Christopher Rudeck bei 26:27 und auf der Gegenseite Berlins Milosavljic, der bei 29:30 gegen Gunnarsson parierte, ließen für den BHC auch den vielleicht noch möglichen Punkt zur Utopie werden, vom ersten Sieg in Düsseldorf ganz zu schweigen.

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