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Bergischer HC beendet gegen Schlusslicht Coburg seine Negativserie 

Handball-Bundesliga : BHC beendet gegen Schlusslicht die Negativserie

Beim 28:24 (13:12) muss der Handball-Bundesligist viel Beharrlichkeit aufbringen, um sich am Ende doch noch klar durchzusetzen.

Es war nicht weniger als ein Pflichtsieg nach vier Niederlagen in Folge gegen hochkarätige Gegner. Beim 28:24 (13:12) gegen das bisher noch punktlose Schlusslicht der Handball-Bundesliga, HSC Coburg, hat der Bergische HC am Donnerstagabend diese Pflicht erfüllt. Die Mannschaft tat sich dabei gegen die sehr ordentlich auftretenden Gäste allerdings lange schwer. Am Ende zählten in der Klingenhalle die zwei Punkte, die den BHC in der Tabelle von Platz 14 auf 13 wieder etwas klettern ließen und den Abstand zur Abstiegszone auf vier Punkte vergrößerten. Mit der will man in dieser Saison sicher nichts zu tun haben, während für Coburg der Klassenerhalt eine Riesenüberraschung wäre.

Doch der Underdog begann in der Klingenhalle sehr kompakt und hatte mit Konstantin Poltrum einen starken Rückhalt. Mit tollem Stellungsspiel, nahm er Linus Arnesson, der erstmals nach seiner Leistenverletzung wieder auflief, und David Schmidt gleich mal zwei Würfe weg. Coburg ging mit 2:0 in Führung, und weil der BHC es Poltrum mit seinen Abschlüssen weiter nicht allzu schwer machte, nach neun Minuten sogar mit 4:1. Kurz darauf traf David Schmidt zum ersten Mal, war bis dahin aber auch schon zweimal an Poltrum gescheitert. Auch Kapitän und Rückraumshooter Fabian Gutbrod brauchte mehrere Versuche, ehe er sein erstes Tor erzielte. Bis zur 16. Minute dauerte es, bis die Hausherren und haushohen Favoriten beim 7:7 erstmals den Ausgleich erzielten. Kurz darauf gingen sie durch Gutbrod erstmals in Führung.

Absetzen konnten sich die Löwen allerdings bis zur Pause nicht, weil Coburg den BHC-Angriff - das Prunkstück der vergangenen Partien - recht gut im Griff hatte und die Hausherren auch nicht ins Tempospiel kommen ließen. So musste jeder Treffer hart erarbeitet werden. Umgekehrt war die Abwehr, zuletzt das Sorgenkind, auch gegen den qualitativ deutlich niedriger einzustufenden Gegner nicht völlig dicht. Dort musste Abwehrchef Csaba Szücs verletzt passen, wurde im Innenblock von Kare Nikolaisen ersetzt. Torwart Tomas Mrkva holte zwar mit fünf Paraden bis zur Pause gegenüber dem starken Poltrum (7) noch etwas auf, doch mehr als einen Zähler Vorsprung brachten die Bergischen nicht in die Pause.

Immerhin musste man zu diesem Zeitpunkt sagen. So konnte man ohne Hypothek in die zweite Hälfte gehen, mit der Hoffnung, den Widerstand des Schlusslichts langsam aber sicher zu brechen. Doch es blieb auch nach dem Wechsel zunächst ein mühevoller Auftritt. Poltrum, mit bereits elf gehaltenen Strafwürfen bis dato der beste Siebenmeter-Töter der Liga, entschärfte zunächst den Strafwurf von Arnor Gunnarsson. Der BHC-Spezialist, am vergangenen Sonntag zum zweiten Mal Vater geworden und deshalb in Melsungen von Yannick Fraatz vertreten, war für den Siebenmeter-Versuch erstmals aufs Feld gekommen. Ansonsten spielte für ihn wieder der junge Fraatz, konnte aber seine Qualitäten nicht so ausspielen wie in Melsungen, weil Coburg kaum Gegenstöße zuließ.

Es dauerte bis zur 36. Minute, bis der BHC erstmals auf zwei Tore wegzog. Noch blieb Coburg dran. Doch nun beantwortet der BHC jeden der mühevoll erarbeiteten Coburger Treffer prompt. Zu großer Form lief auf Halbrechts Maciej Majdzinski auf, der mit hundertprozentiger Wurfquote nun einen Kracher nach dem anderen losließ.

Gleichzeitig wurde die Abwehr immer stabiler, baute Tomas Mrkva seine Fangquote kontinuierlich aus. Seine gute Leistung krönte er nachher noch mit einem Treffer ins leere Tor, als Coburg kurz vor Schluss bei 27:23 mit sieben Feldspielern angriff.

„Es war das erwartete Spiel und man hat anfangs gemerkt, dass wir doch in einer gewissen Drucksituation waren. Da haben wir uns zwar gute Chancen herausgespielt, aber noch nicht mit der Überzeugung, die es braucht abgeschlossen“, sagte BHC-Trainer Sebastian Hinze nach dem Spiel. Insgesamt sei er aber zufrieden, besonders damit, wie die Mannschaft nach der Pause gespielt habe. „Ich hatte die Devise ausgegeben, wir wollen souverän gewinnen, aber nicht überpacen. Das haben die Jungs gemacht, schloss der Coach zufrieden. Auch einen Pflichtsieg muss man eben erst einmal einfahren.

Die Gäste konnten sich für ihren guten Auftritt dagegen nichts kaufen.