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Bergischer HC beeindruckt in Essen

Handball-Bundesliga : BHC beeindruckt in Essen

Frisch aus der Quarantäne gekommen, gewinnen die Bundesliga-Handballer beim TuSEM mit 32:22 (15:9) und sind wieder Siebter.

Gerade erst aus zweiwöchiger Corona-Quarantäne entlassen ist Handball-Bundesligist Bergischer HC die Rückkehr in den Spielbetrieb hervorragend geglückt. Beim Nachbarn TuSEM Essen, der dringend Punkte im Kampf um den Klassenerhalt benötigt und vor allem zu Hause leidenschaftlich kämpft, gewannen die Löwen  am Mittwochabend nach einem überzeugenden Auftritt mit  32:22 (15:9). Über Nacht kletterten sie damit auf Rang sieben.

In der Sporthalle am Hallo konnte Trainer Sebastian Hinze bis auf die Langzeitverletzten Maciej Majdzinski, Sebastian Damm und  Yannick Fraatz sowie Kristian Nippes (muskuläre Probleme) seinen gesamten Kader aufbieten. Auf den Rückraum-Linken Daniel Fontaine hatte er freiwillig verzichtet,  nahm dafür Rechtsaußen Julian Thomas aus der A-Jugend mit, der bisher noch keinen Bundesligaeinsatz hatte. 

Alle waren pünktlich da, hatten den Weg zur Halle gefunden, was erwähnenswert war, da sie als verschärfte Hygienemaßnahme getrennt mit dem Privatwagen angereist waren. Und auch auf dem Spielfeld hatten die Gäste gleich die volle Orientierung, wirkten, als ob sie nie weggewesen wären. Die aufmerksame Abwehr vor einem ganz starken Tomas Mrkva hatte anfangs lediglich mit dem Essener Halblinken Lucas Firnhaber einige Mühe. Der nutzte mit Urgewalt jede sich bietende Lücke. Sonst wäre der BHC schon früher weggezogen, denn der Angriff war anfangs ungemein effektiv, auch wenn Sebastian Hinze Vizeweltmeister Max Darj und Linus Arnesson zunächst auf der Bank ließ. Bis zum 7:4 hatte der BHC keinen einzigen Fehlversuch. Da entschärfte Essens Torwart Lukas Dietrich den Wurf von Linksaußen Jeffrey Boomhouwer. Der revanchierte sich gleich anschließend mit einer artistischen Balleroberung. David Schmidt, Tomas Babak und Fabian Gutbrod aus dem Rückraum - ein superaufmerksamer Arnor Gunnarsson, der seine Rechtsaußenposition immer wieder auflöste - die Essener Abwehr wirkte zeitweise überfordert. Einmal traf Gunnarsson sogar von halblinks.  Bis auf die Außen Gunnarsson und Boomhouwer, deren Positionskollegen jeweils verletzt sind, wechselte Hinze früh durch, verteilte damit die Belastung klug, ohne dass ein Qualitätsverlust erkennbar gewesen wäre. So bauten die Gäste ihre Führung bis zum 15:9 zur Pause kontinuierlich aus. 

Die Entschlossenheit, mit der man sich im Kreis auf die zweite Hälfte einstimmte, zeigte, dass man sich das nicht mehr nehmen lassen wollte, auch wenn Essen mit neuem Schwung aus der Kabine kam. Und tatsächlich: Weil der BHC im Angriff nun keinen Rhythmus fand, waren die Essener beim 13:16 nach 37 Minuten wieder im Spiel. Sebastian Hinze nahm die Auszeit, um vor allem  die Offensive zu ermahnen. Besonders David Schmidt  hatte gut zugehört, traf jetzt beständig. Doch es wurde ein ganz anderes Spiel, weil Essen jetzt ins Tempo kam und so auch in der BHC-Abwehr Lücken riss. So blieb Essen dran und der BHC durfte sich bei Mrkva bedanken, dass der Vorsprung nach 45 Minuten nicht auf zwei Tore schmolz. Er hielt bei einem Essener Gegenstoß gegen den frei auf ihn zufliegenden Tim Rozman.

Würde sich die Quarantäne nun doch auswirken?  Doch Mrvka  blieb der Fels, an dem sich die Essener die Zähne ausbissen, und der seinem Team die Sicherheit zurückgab. So durfte man ihn am Ende aus einer guten Mannschaft noch herausheben.