Zunächst muss Neururer mit Wattenscheid den Abstieg vermeiden

Fußball-Regionalliga : Peter Neururer sorgt sich um Traditionsklubs

Das Traineroriginal will in Wattenscheid als Sportdirektor etwas aufbauen. Zunächst einmal sollen am Samstag beim WSV drei Punkte her.

Glanz versprüht die Fußball-Regionalliga West so gut wie keinen. Da ließ am 14. März die Nachricht aufhorchen, dass Peter Neururer als Sportdirektor der SG Wattenscheid 09 präsentiert worden ist. Seit seiner Entlassung beim VfL Bochum im Dezember 2014 war Neururer in verantwortlicher Position nicht mehr in Erscheinung getreten, nun soll er den ehemaligen Bundesligisten in beratender Funktion mit vor dem Abstieg in die Oberliga retten. „Wattenscheid ist immer noch ein Name, der Verein muss zurück in die Vergangenheit“, sagte Neururer, der mit der SG am Samstag beim Wuppertaler SV im Stadion am Zoo zu Gast sein wird (Anstoß 14 Uhr).

Die Aufgabe bei Wattenscheid soll für Neururer erst im Sommer so richtig beginnen. Bis 2022 hat der 63-Jährige unterschrieben, allerdings nur im Falle des Klassenerhalts. Der wird für das Team des von Neururer hoch geschätzten Trainers Farat Toku eine enge Kiste. Nur einen Punkt liegen die Schwarz-Weißen vor der Abstiegszone. Und der Tabellen-17. Kaan-Marienborn - nur fünf Zähler dahinter - hat noch vier Nachholspiele. „Der Aufsichtsrat-Vorsitzende Oguzhan Can hat alle Gehälter gesichert, die Spieler haben kein Alibi mehr. Sie müssen ihr wahres Gesicht zeigen, wir brauchen Punkte“, so Neururer. In die sportliche Arbeit Farat Tokus werde er sich aber nicht einmischen. „Die Mannschaft ist fit und taktisch gut eingestellt.“

Mit Kasten Hutwelker misst er sich nur noch auf dem Golfplatz

Die Zähler 28 bis 30 sollen am Samstag im Stadion am Zoo beim Wuppertaler SV aufs Konto gebucht werden. Just dort also, wo nun mit Karsten Hutwelker ein guter Bekannter von Peter Neururer tätig ist. 2001 hatte er den gebürtigen Wuppertaler vom 1. FC Saarbrücken zu LR Ahlen geholt. „Karsten war damals mein absoluter Wunschspieler“, sagte Neururer im Gespräch mit der WZ. Noch heute stehen die beiden gemeinsam auf dem Platz, allerdings beim Golf. „Karsten hat dort das bessere Handicap, aber ich spiele mit mehr Leidenschaft“, erklärte Neururer mit einem verschmitzten Grinsen.

Der gebürtige Marler freut sich von daher auf den Besuch am Zoo. „Karsten ist kein Gegner für mich, wir sind ja Leidensgenossen und verfolgen gleiche Ziele“, sagt Neururer. Nämlich einem abgestürzten und klammen Traditionsverein auf die Beine zu helfen. In seiner klaren Art spricht Neururer dabei eines der Kernprobleme dieser Klubs an. „Je mehr über die Vergangenheit geredet wird, umso beschissener ist die Gegenwart. Nach einem Absturz bilden solche Vereine dann oft die Bühne für Personen, die sich profilieren wollen. Es werden Eitelkeiten gepflegt, statt Ziele zu formulieren.“ In der Lohrheide soll damit nun Schluss sein.

Vom Spiel des WSV gegen die SG Wattenscheid 09 berichten wir auch live im Internet unter

(tsch)
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