Wuppertaler SV will Spitzenreiter ärgern - der will nicht aufsteigen

Fußball-Regionalliga : WSV will dem Spitzenreiter standhalten

Rödinghausen beantragt keine Drittliga-Lizenz. An der Favoritenrolle ändert das nichts.

„Wir sind Rödinghausen, wir bleiben Rödinghausen, wir bleiben Regionalliga.“ Mit dieser Ankündigung auf der Internetseite überraschte der WSV-Gegner SV Rödinghausen am Donnerstag, während es für die Wuppertaler gerade auf den Trainingsplatz ging, um sich auf die Partie gegen den Tabellenführer der Fußball-Regionalliga West (Samstag, 14 Uhr, Stadion am Zoo) vorzubereiten. Rödinghausen begründet den Verzicht auf die Beantragung der Drittliga-Lizenz damit, dass man von der Infrastruktur, beispielsweise im Bereich Stadion noch nicht so weit sei. Dass man sportlich das Zeug dazu hätte, bezweifelt niemand. 53 Punkte aus 23 Spielen sprechen eine deutliche Sprache für eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 39, am Ende als Dritter 63. Die Mannschaft holte damals aus den restlichen elf Spielen mit 24 Punkten sogar noch einen höheren Schnitt und das, obwohl Rödinghausen auch damals schon früh entschieden hatte, keine Lizenz für die höhere Spielklasse zu beantragen.

So glaubt WSV-Trainer Pascal Bieler auch nicht an einen Vorteil für sein Team, weil die neuerliche Entscheidung gerade gefallen ist. „Das ist eine so gefestigte Mannschaft, die wollen garantiert auch weiter zeigen, dass sie nach oben gehören“, sagt Bieler, findet den Rödinghauser Verzicht aber dennoch schade: „Sie haben eine tolle Entwicklung genommen.“ Die Vorzüge des Tabellenführers, der sieben Punkte, allerdings auch drei Spiele mehr hat als der nächste Verfolger Verl, beschreibt Bieler so: „Körperlich stark, sehr robust, sie spielen Männerfußball.“

Dem müsse seine Mannschaft stärker entgegentreten als im Hinspiel, als Rödinghausen schon zur Pause hoch verdient mit 3:0 führte und diesen Vorsprung nach der Pause locker verwaltete. Man habe im Abstiegskampf nichts zu verschenken, auch wenn die Ausgangslage zuletzt gegen Homberg, als man von einem Muss-Sieg gesprochen hatte, sicher eine andere war. Ziel sei, die Partie möglichst lange offen zu halten und nicht wieder so leichte Gegentore zu kassieren, wie eigentlich schon die gesamte Saison über. In Dortmund etwa habe man gut gespielt, sich aber durch schlampiges Zweikampfverhalten und leichte Fehler um den Lohn gebracht. Für Bieler ist das keine Frage des Systems, sondern der Konsequenz in den Zweikämpfen.

Verzichten muss der WSV am Samstag auf sein Sturmduo Gianluca Marzullo und Marwin Studtrucker. Für beide wird es nach Verletzungen nicht reichen. Immerhin hat Marzullo bei einer Nachuntersuchung die Bestätigung erhalten, dass sein gegen Homberg stark gestauchtes Knie nicht schlimmer verletzt ist, so dass er in zwei Wochen, wenn der WSV gegen den Dritten Oberhausen sein nächstes Ligaspiel bestreitet, wieder zur Verfügung stehen dürfte.

 Für Samstag ist das die Chance entweder für den jungen Mike Osenberg oder für Viktor Maier, für den es nach seinem Kreuzbandriss das erste Spiel von Beginn an wäre. In der Abwehr dürfte Kevin Pytlik nach Sperre zurückkehren.

Vom Spiel berichten wir am Samstag auch live im Internet:

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(gh)