Wuppertaler SV kommt nicht über ein 1:1 hinaus

WSV: Wuppertaler SV kommt in Wiedenbrück nicht über ein 1:1 hinaus

Der WSV hat den angepeilten dritten Sieg in Folge verpasst. Dabei hatte der Gegner ziemliche „Personalprobleme“.

Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV ist in seiner Kletterpartie in der Fußball-Regionalliga West vorerst gebremst. Beim SC Wiedenbrück, wo man sich in der Vergangenheit stets schwer getan hatte, kam die Mannschaft von Trainer Adrian Alipour nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und verpasste nach einer durchwachsenen Leistung den angepeilten dritten Sieg in Folge.

Alipour bot fast exakt die Elf auf, die fünf Tage zuvor beim 2:0 gegen Oberhausen eine überragende erste Halbzeit gezeigt hatte. Lediglich für den verletzten Innenverterteidiger Tjorben Uphoff lief – wie in der zweiten Halbzeit gegen RWO – Peter Schmetz auf. Nach seiner langen Verletzung wieder der erste Startelfeinsatz für den „Mister Zuverlässig“ des WSV. Verletzt fehlte ansonsten nur Daniel Grebe und der Langzeitverletzte Daniel Hägler . Die Bank war unter anderem mit Gino Windmüller, Maik Kühnel, Enes Topal, Semir Saric und Kamil Bednarski hochkarätig besetzt.

Wiedenbrück hatte die deutlich größeren Personalprobleme. Neben Abwehrspieler Robin Twydry, der beim 0:5 in Rödinghausen die Rote Karte gesehen hatte, fehlte unter anderem Oliver Zech – gerade gegen den WSV zuletzt immer zuverlässiger Torschütze - verletzt. Hinzu kommt bekanntlich Angreifer Marwin Studtrucker mit Kreuzbandriss. Trotzdem setzte Trainer Björn Mehnert den Ex-WSVer Andre Mandt zunächst auf die Bank. Der zweite Wuppertaler, Innenverteidiger Tristan Duschke, kümmerte sich um WSV-Torjäger Christopher Kramer.

Trotz seiner spielerischen Vorteile und dem Rückenwind aus dem Oberhausen-Spiel gelang es dem WSV vor der Pause kaum, Druck aufzubauen. Der letzte Pass war oft zu ungenau, außerdem stellte Wiedenbrück die Seiten, über die der WSV so gern sein Tempospiel aufzieht, gut zu. Oft waren die Bälle zu schnell weg. Zwei Halbchancen auf beiden Seiten - mehr war bis zur 40 Minute nicht zu verzeichnen. Danach hatte Außenverteidiger Angelo Langer die bis dato beste Gelegenheit, als der Ball mal schnell über Kevin Hagemann und Gaetano Manno in die Spitze lief. Aus kurzer Distanz aber spitzem Winkel scheiterte Langer an Torwart Marcel Hölscher, der noch per Fußabwehr zur Ecke lenken konnte. Dasselbe Schema führte dann doch noch kurz vor der Pause zu der nun verdienten WSV-Führung. Manno bediente im Strafraum den mit schönem Laufweg nach innen stürmenden Langer, und der wurde von Außenverteidiger Daniel Latkowski festgehalten. Den fälligen Strafstoß verwandelte Manno sicher.

Zwei Minuten später hätte der Kapitän per Freistoß fast das zweite Tor nachgelegt. Aus spitzem Winkel zog er an der Mauer vorbei überraschend auf kurze Eck und zwang Hölscher zu einer Glanzparade.

Mit „aktueller Stand noch 0:1“ eröffnet der Stadionsprecher die zweite Halbzeit. Es sollte wohl Ansporn für die Gastgeber sein. Zunächst einmal aber räumte WSV-Sturmtank Christopher Kramer im Luftkampf im Wiedenbrücker Strafraum Torwart Marcel Hölscher und Tristan Duschke ab. Duschke musste behandelt werden, woran sich aus alter Verbundenheit WSV-Arzt Tim Heinz mit beteiligte. Kaum war Duschke wieder auf dem Feld, fiel der Ausgleich. Der WSV ließ sich viel zu sehr in den eigenen Strafraum drängen.

Mit einem wunderschönen Drehschuss traf Daniel Brinkmann in den hinteren Winkel und gab seinem Stadionsprecher Recht. Plötzlich wirkte Wiedenbrück entschlossener. Der WSV ließ sich immer wieder hinten hereindrängen, spielte gleichzeitig sich bietende Konterchance viel zu unsauber aus. Bis zu einer Doppelchance nach 67 Minuten, die die erneute Führung hätte bringen können. Endlich dribbelte Kevin Hagemann mal schnell in den Strafraum, scheiterte mit seinem Schuss aber am Innenpfosten. Der Ball war noch heiß, doch anschließend scheiterte Silvio Pagno aus spitzem Winkel an Hölscher.

Vor allem Kapitän Gaetano Manno krempelte jetzt sprichwörtlich die Ärmel hoch, und der WSV erarbeitete sich wieder ein Übergewicht. Wiedenbrück lauerte auf Konter. Es war zwar nicht hochklassig, blieb aber hochspannend. Mit Windmüller für Schünemann und Bednarski für Manno versuchte Trainer Alipour noch einmal Offensivimpulse zu setzen. Der dritte Dreier in Serie sollte unbedingt her. Noch näher dran am Sieg war allerdings anschließend Wiedenbrück. In der Nachspielzeit scheiterte der eingewechselte Andre Mandt mit einem Freistoß aus 22 Metern nur an der Latte. Ausgerechnet Mandt hätte man sagen können, doch der WSV durfte sich nach dieser durchwachsenen Leistung auch über das 1:1 nicht beschweren. Zu allem Überfluss kassierte Innenverteidiger Dennis Malura die fünfte Gelbe Karte und ist im nächsten Ligaspiel in zwei Wochen in Rödinghausen gesperrt.

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