WSV will in Belek an Teamgeist und Taktik arbeiten

Fußball-Regionalliga : In Belek will der WSV den Teamgeist beschwören

Am frühen Sonntagmorgen startete das Flugzeug mit dem rund 30 köpfigen WSV-Tross an Bord vom Düsseldorfer Flughafen nach Antalya. Der hatte am Samstag nach mehreren Tornados noch unter Wasser gestanden.

Am Sonntag war davon kaum noch etwas zu bemerken - zumindest nicht für Fußballreisende. Nach und nach klarte auch der Himmel auf, und so konnte Trainer Adrian Alipour um 16 Uhr Ortszeit (14 Uhr deutscher Zeit) auf den Rasenplatz, der zum Hotel Gloria Verde Resort in Belek gehört, zur ersten Trainingseinheit bitten.

Dabei unter den 23 Spielern, die der Fußball-Regionalligist  ins Trainingslager mitgenommen hat, waren neben den A-Jugendlichen Tim und Jan Corsten, Mike Osenberg, Phil Britscho und dem Noch-B-Jugendlichen Isaak Akritidis natürlich auch die vier Neuzugänge, die es letztlich geworden sind. Die Verpflichtung des letzten, Stürmer Viktor Maier vom SC Verl, hatte der WSV erst am Samstagabend bekanntgegeben, am Vormittag die von Linksverteidiger Mario Andric von Kaiserslauterns U 21 und am Freitag die von Mittelstürmer Kenan Dünnwald-Turan vom Liga-Konkurrenten Kaan-Marienborn. Alle drei wollen - wie schon Torwart Niklas Lübcke, der bereits seit einer Woche da ist und aus Herne kommt - den WSV als Sprungbrett nutzen. Nur der 29-Jahre alte Maier hat einen Vertrag erhalten, der über das Saisonende hinausgeht, und zwar bis Juni 2020.

Als „Vollstrecker und Vorbereiter in einer Person“ beschreibt der WSV selbst den 29-Jährigen, der wie auch die übrigen Neuen ablösefrei an die Wupper wechselt. Seit zweieinhalb Jahren spielte Maier bei Regionalligist SC Verl, hatte in seinen ersten beiden Spielzeiten dort jeweils 30 Spiele bestritten und zehn, beziehungsweise acht Tore gemacht. Auch gegen den WSV traf er jeweils. In dieser Saison waren es 14 Partien, bei denen er einen Treffer erzielte. Nachdem er am Samstag seinen neuen Vertrag in Wuppertal unterzeichnet hatte, fuhr er noch einmal zurück in seine Heimatstadtstadt: Paderborn. Die Nacht auf Sonntag war dann kurz: „Ich bin dann schon um 3.30 Uhr Richtung Flughafen Düsseldorf aufgebrochen“, erzählt Maier in Belek.

Dünnwald-Turan beschreibt
sich als  Stoßstürmer

Zusammen  mit Dünnwald-Turan soll er die Lücke im Sturmzentrum schließen,  die Christopher Kramer und Kamil Bednarski hinterlassen haben. Dünnwald-Turan beschreibt sich selbst als Stoßstürmer: „Ich kann zwar auch `was am Ball, aber viel läuft bei mir über die Physis“, erzählt er im Gespräch mit der WZ. Das war auch bei Vorgänger Kramer so. Dass dessen Fußstapfen zu groß für ihn sein könnten, glaubt der 23-Jährige nicht und will sich an dem Torjäger aber auch nicht messen lassen.

Linksfuß Mario Andric ist für die Linksverteidiger-Position vorgesehen. Als schnell und gut ausgebildet beschreibt Sportvorstand  Manuel Bölstler den 20-Jährigen, der als A-Jugendlicher aus Salzburg zum 1. FC Kaiserslautern gekommen war, dort vor dieser Saison bei den Profis mittrainiert hatte, nach einer Knieverletzung dann aber nur auf neun Einsätze in der U 21 kam. Andric hatte bereits im Dezember ein Probetraining beim WSV bestritten und dabei laut Bölstler überzeugt.

Nun gilt es, alle vier charakterlich und taktisch in die Mannschaft zu integrieren. Dazu bieten die sieben Tage in der Türkei beste Möglichkeiten, wie Trainer Adrian Alipour betont. Er ließ deshalb nach der Landung am Sonntag auch nicht viel Zeit verstreichen, ehe er am Nachmittag das erste Training abhielt - inklusive eines Spiels elf gegen elf.

In den nächsten Tagen soll täglich um 9.30 Uhr und 15.30 Uhr trainiert werden, wofür der Rasenplatz gebucht ist.

Nach dem Abendessen konnten die Spieler die Vorzüge einer Behandlung bei Dario Ernsten genießen, der als Physioterapeut mit dabei ist. Natürlich wird er sich auch um die Rekonvaleszenten Daniel Grebe und Peter Schmetz kümmern, die vorläufig nicht einsatzfähig sind. Für den Teamgeist sind sie mehr als wichtig. Und der soll im Trainingslager beschworen werden, damit in der Restsaison so viele Punkte wie möglich auf der Habenseite beim WSV stehen.

Die will auch der neu verpflichtete Keeper Niklas Lübcke festhalten, wie er im Gespräch mit der WZ betonte. Herzlich aufgenommen habe man ihn. Beeindruckt habe ihn, dass „die Mannschaft, die jetzt zusammenbleibt, ein Zeichen damit setzt, dass sie auf Prämien und auf bessere Gehälter bei anderen Vereinen verzichtet.“

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