Fußball WSV will gegen Fortuna Köln das Publikum zurückerobern

Wuppertal · Drittliga-Absteiger ist die Mannschaft der Stunde, der WSV ist auf der Suche nach Stabilität.

 Der WSV wartet dringend auf ein Erfolgserlebnis. Der letzte Heimsieg in der Liga datiert vom 9. August.

Der WSV wartet dringend auf ein Erfolgserlebnis. Der letzte Heimsieg in der Liga datiert vom 9. August.

Foto: Kurt Keil/kurt Keil

Die Lage nach drei Niederlagen in Folge und zehn Spielen ohne Sieg ist ernst, doch bei aller ernsthaften Arbeit auf dem Trainingsplatz fehlte am Donnerstag beim Wuppertaler SV auch der Spaß nicht. Neu-Trainer Alexander Voigt ließ die Spieler am Ende der Übungseinheit an der Oberbergischen Straße aufs Tor schießen, und wer nicht traf, musste in der „Strafrunde“ den Ball von der Mittellinie aus möglichst nah an den „16er legen“. Da gab es natürlich ein großes Gejohle, wenn der Ball viel zu früh im Rasen hängenblieb und Beifall, wenn die Kugel die Ziellinie fast berührte.

Erfolgserlebnisse schaffen, auch wenn es nur kleine sind, ist Alexander Voigt vor dem Heimspiel gegen Fortuna Köln am Samstag (14 Uhr, Stadion am Zoo) wichtig. Die Bilanz beider Team macht deutlich, wie schwer die Aufgabe erneut sein wird. Drittliga-Absteiger Köln ist zwar ganz anders als der WSV schwach in die Saison gestartet, hat aber aus den vergangenen fünf Spielen 13 Punkte geholt und ist auf Platz neun geklettert. Vor allem auswärts zeigen die Kölner ihre Stärke, gewannen unter anderem bei Rot-Weiss Essen mit 1:0. Mit Thomas Stratos hat die Fortuna ebenfalls einen Ex-Profi als Trainer, und der hat es offensichtlich geschafft, die nach dem Abstieg völlig neu zusammengestellte Mannschaft zu stabilisieren.

Vor einem Kölner
Blitzstart gewarnt

Ein anderer Statistikwert dürfte den WSV ebenfalls alarmieren. Zuletzt beim 2:0-Erfolg in Lotte war die Fortuna durch Hamza Salman bereits nach einer Minute in Führung gegangen. Der WSV hatte umgekehrt jüngst stets frühe Gegentreffer kassiert - gegen Verl nach drei Minuten, in Gladbach nach neun. „Natürlich sagst du immer, seid von Beginn an wach, aber das müssen die Jungs dann schon selber schaffen“, sagt Alexander Voigt. Was er von seiner Mannschaft erwartet? „Eine andere Bereitschaft und eine andere Einstellung als in Gladbach in der ersten Hälfte. Dass sie kämpft und so das Publikum auf ihre Seite zieht.“ Unterstützung von den Rängen benötigt der WSV in dieser Situation umso mehr. Das Beispiel Wattenscheid zeigte in dieser Woche, wie schnell es zu Ende gehen kann.

Wattenscheid hatte in seinem letzten Heimspiel vor einer Woche noch 1400 Zuschauer, der WSV zuletzt nur 1200. 2400 waren es, als Alexander Voigt, für den es am Samstag das erste Heimspiel als Trainer des WSV ist, seinen letzten Auftritt im Stadion am Zoo gehabt hatte. Das war noch als Spieler 2012 mit Viktoria Köln. „Wir haben damals 2:2 gespielt, Knappi hat kurz vor Schluss noch für den WSV getroffen“, erinnert er sich und wünscht sich sicherlich, dass der WSV am Samstag auch endlich mal wieder Schussglück hat. Eine Knipser vom Kaliber von Christian Knappmann oder zuletzt eines Christopher Kramer (er hat in Steinbach schon achtmal getroffen) hat der WSV derzeit nicht, wobei Mittelstürmer Gianluca Marzullo sicher ein anderer Stürmertyp ist und mit bisher sechs Toren auch keineswegs enttäuscht hat. Das Hauptaugenmerk wird am Samstag aber erst einmal auf der Defensive liegen

(gh)
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