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WSV unterliegt Essen nach guter zweiter Hälfte mit 1:2

Spielbericht : WSV unterliegt Essen nach guter zweiter Hälfte mit 1:2

Der Wuppertaler SV kann den Lauf von Rot-Weiss Essen in der Regionalliga-West nicht stoppen.

Mit 2:1 (1:0) gewannen die Essener am Samstag im alten Westschlager im Stadion am Zoo und verkürzten nach dem fünften Sieg in Folge den Vorsprung auf Spitzenreiter Dortmund auf einen Punkt. Wobei sich die Dortmunder in Corona-Quarantäne befinden und das Spiel in Rödinghausen abgesagt worden war.

Für den WSV - bis vor der Partie noch vor den Essener drittbestes Rückrundenteam - war es dagegen die dritte Niederlage in Folge. Die Mannschaft von Björn Mehnert wehrte sich in der zweiten Halbzeit tapfer, kam durchaus für einen Punkt infrage, steckt aber nach der zwischenzeitlichen Kletterpartie in der Tabellen weiter im Mittelfeld fest.

Der WSV hatte sich für das stets emotional aufgeladene Duell viel vorgenommen, musste aber auf die verletzten Marco Königs und Kevin Pires verzichten, wogegen Essen mit Top-Formation auflaufen konnte. Auch wieder mit Torjäger Simon Engelmann, der zuletzt muskuläre Probleme gehabt hatte.

Während rund 40 WSV-Fans zum Anpfiff hin vor dem Stadion coronakonform mit Maske und Abstand ein kleines Feuerwerk veranstalteten und auch einige Gesänge ins Stadion hineintrugen, ehe sie sich wieder verteilten als die Polizei kam, machte auf dem Feld von Beginn an Essen die Musik. Die wenigen Nadelstiche, die der WSV versuchte zu setzen, wurden in letzter Konsequenz nicht zu Ende gespielt.

So war Beyhan Ametov im Eins-gegen-Eins im Strafraum zu zaghaft, wurde ein Schuss von Semir Saric von der Strafraumgrenze abgeblockt. Essen griff permanent mit vier Mann in vorderster Front an, da war es gut, dass Björn Mehnert hinten eine Fünfer-Kette aufgeboten hatte, mit Tjorben Uphoff in der Mitte. Der Kapitän war nach Verletzung erstmals wieder dabei und wirkt stabilisierend.

Nach 20 Minuten stimmte dann allerdings die Zuordnung in der WSV-Abwehr nicht. Nach dem fünften Essener Eckball kam der als kopfballstark bekannte Innenverteidiger Daniel Heber acht Meter vor dem Tor recht unbedrängt zum Kopfball und ließ Sebastian Patzler im WSV-Tor keine Chance. Sicher nicht unverdient, auch wenn die Gäste aus dem Spiel heraus noch keine ganz zwingende Gelegenheiten hatten herausarbeiten können.

Essen spielte danach dominant, auch weil der WSV auf Kosten der Fünferkette im Mittelfeld sehr luftig aufgestellt war. Kurz von der Pause dann Glück für die Gastgeber, dass sie nicht mit einem 0:2 in die Kabine gehen mussten. Erst scheiterte Kefkir an Patzler, unmittelbar im Anschluss Engelmann am Pfosten. So ließ das Ergebnis zur Halbzeit noch hoffen, auch wenn der Auftritt des WSV dazu in der ersten Häfte offensiv wenig Anlass gegeben hatte.

Björn Mehnerrt reagierte, löste die Fünfer-Kette auf und brachte für Kevin Pytlik Mittelfeldspieler Lars Holtkamp. Das wirkte sich gleich aus, der SV stand höher, spielte besser in die Spitze. Nach schönem Zusammenspiel zwischen Hagemann und Römling über rechts verpasste Saric in der Mitte nur um Haaresbreite, den Nachschuss setzte Holtkamp knapp neben den Pfosten. Essen war sichtlich beeindruckt, der WSV blieb zunächst dran.

Nach einer guten Viertelstunde schlug das Pendel allerdings wieder stärker auf die Essener Seite aus. Gegen einen Kopfball von Torschütze Heber - wieder nach einer Ecke - und eine Flachschuss von Condé musste Patzler sein ganzes Können aufbieten, parierte überragend. Doch der WSV kam noch mal. Römlings Schuss nach schöner Einzelaktion wurde gerade noch zur Ecke gelenkt (80.).

Der WSV zog nun zeitweise fast ein Powerplay auf. Doch Essen befreite sich wieder und erzielte nach 88 Minuten durch den kurz zuvor eingewechselten Steven Lewerenz die Vorentscheidung. Energisch setzte er sich im Strafraum gegen zwei Gegenspieler durch und setzte den Ball an den Innenpfosten, von wo er ins Tor sprang. Eine Minute später zappelte der Ball allerdings im Netz der Essener.

Moritz Römling setzte einen Kopfball nach Eckballhereingabe per Kopf sauber in den Winkel. Es wurde noch einmal hektisch, doch eine Ausgleichschance ergab sich nicht mehr. Nun gilt alle Konzentration der Pokalpartie gegen Homberg am Mittwoch, in dem sich die Wuppertaler mit einem Sieg das Halbfinale gegen Uerdingen oder Duisburg bescheren könnte.