Fußball-Regionalliga: WSV trotzt Spitzenreiter Viktoria einen Punkt ab

Fußball-Regionalliga : WSV trotzt Spitzenreiter Viktoria einen Punkt ab

Bei Tabellenführer Viktoria Köln erreichen die stark ersatzgeschwächten Wuppertaler am Samstag überraschend ein 0:0. Dabei musste der WSV geschwächt ins Spiel gehen.

Wunder gibt es immer wieder – und am Samstag im Stadion Höhenberg geschah zumindest ein kleines. Der personell schwer angeschlagene Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV trotzte mit einer erneut sehr engagierter Leistung dem Tabellenführer und Topmeisterschafts-Favoriten Viktoria Köln ein 0:0 ab. Nach dem 1:0 in Aachen also der nächste Erfolg des Willens.

Nur 13 Spieler aus dem Regionalliga-Kader standen Trainer Adrian Alipour zur Verfügung. Neben den vielen Verletzten hatte sich unter der Woche auch noch Jan-Steffen Meier krank gemeldet. Der defensive Mittelfeldspieler, der zuletzt beim 1:0 in Aachen eine überragende Partie geliefert hatte, war nach einer Erkältung nicht mehr rechtzeitig gesund geworden. Dafür war Daniel Grebe erstmals nach Leistenverletztung und Handbruch wieder im Team. Den Rest füllte Alipour mit A-Jugendlichen auf, wobei Phil Britscho wie schon in Aachen auf der Linksverteidiger-Position spielen durfte. Dort war Mario Andric nach Bänderriss zwar wieder einsetzbar, saß aber zunächst auf der Bank, denn auch Britscho hatte seine Sache in Aachen gut gemacht.

Demgegenüber konnte Köln sein Starensemble aufbieten, war durch das 1:1 im Hinspiel und das 0:2 in Rödinghausen vor einer Woche zusätzlich angestachelt. Zumal die Viktoria die Chance hatte, ihren Vorsprung an der Spitze wieder zu vergrößern, denn der nächste Verfolger Oberhausen hatte bereits am Freitag bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf nur ein 3:3 erreicht.

Erwartungsgemäß drückten die Kölner auch gleich und nutzten dabei ihre spielerische Klasse. Erschreckend wie offen sich dabei gerade das Defensivzentrum des WSV zeigte. Einmal stand dort Viktoria-Star Mike Wunderlich zum Glück im Abseits, nach 15 Minuten verhinderte allein der Pfosten eine Kölner Führung, als Superdribbler Kevin Holzweiler sind in der Mitte um zwei Mann gedreht und aus 18 Metern stramm abgezogen hatte. Zwei Minuten später stand Wunderlich frei vor Niklas Lübcke, scheiterte aber aus zwölf Metern am glänzend reagierenden WSV-Torwart.

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Der WSV versuchte nach vorne zumindest mal Nadelstiche zu setzen, um sich zwischenzeitlich zu entlasten. Er blieb aber dabei meistens spätesten schon 30 Meter vor dem Tor hängen und konnte seine Geschwindigkeitsvorteile (Enes Topal, Kevin Hagemann, Semir Saric) gegen die langen und robusten Innenverteidiger Tobias Willers und Daniel Reiche zunächst nicht nutzen.

Die beste Nachricht nach 30 Minuten: Es stand noch 0:0. Und nach 34 Minuten hatte Semir Saric zumindest den Ansatz einer Chance, verzog aber aus 16 Metern deutlich. Saric hatte dann kurz vor der Pause auch die zweite WSV-Chance, als Enes Topal schön flankte und er in der Mitte zum Kopfball kam. Der war dann allerdings zu schwach, um Torhüter Sebastian Patzler in Verlegenheit zu bringen. Doch in der letzten Viertelstunde der ersten 45 Minuten war es den Gästen immerhin gelungen, die Partie offener zu gestalten. Damit war die Taktik dahin sicher aufgegangen.

Nach der Pause war zunächst wieder Köln am Drücker. Doch nach 52 Minuten die bis dato beste WSV-Chance, als Kevin Hagemann mutig in der Strafraum zog und sein guter Schuss gerade. Der WSV war nun aber besser im Spiel. Schade, dass Gaetano nach dem bis dato schönsten Spielzug im Abseits stand udn der Schuss vom zweiten Ex-Kölner des WSV - Silvio Pagano - noch abgeblockt wurde. Kurz darauf verzog Meik Kühnel aus guter Position.

Köln wechselte nun offensiv, brachte Christian Derflnger, den Torschützen aus dem Hinspiel, und mit Sven Kreyer einen zusätzlichen Stürmer Beim WSV kam Tom Meurer für den gelb-rot-gefährdeten Daniel Grebe zu seinen ersten Regionalliga-Minuten. Köln bekam weiteres Oberwasser, musste aber zunächst noch einen brandgefährlichen Schuss von Gaetano Manno abwehren. Nach 71 Minuten schien dann die Kölner Führung fällig. Kreyer wurde im Strafraum freigespielt, scheiterte aber aus acht Metern am per Fußabwehr herausragend reagierenden Niklas Lübcke. Der holte kurz darauf auch noch einen Freistoß von Derflinger aus dem Winkel. Seinem Winterzugang und der bis zum Schluss hervorragenden kämpferischen Einstellung hatte es der WSV zu verdanken, dass es beim 0:0 blieb.

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