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Wuppertaler SV: WSV steht ein harter Winter bevor

Wuppertaler SV : WSV steht ein harter Winter bevor

Mit einer finanziellen Deckungslücke geht der Verein in die Pause. Der Spielausfall am Sonntag tat deshalb doppelt weh.

Wuppertal. Der Spielausfall am vergangenen Sonntag gegen Fortuna Düsseldorfs U 23 tat Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV nicht nur sportlich weh. Einerseits war damit eine Gelegenheit verstrichen, nach fünf Liga-Spielen ohne Sieg vor der Winterpause noch einmal einen Dreier einzufahren, was am Sonntag in Essen sehr schwer werden dürfte. Andererseits fehlen in der WSV-Kasse kalkulierte Zuschauer-Einnahmen, die dann in nennenswerter Höhe frühestens wieder in der Vorbereitung mit dem Testspiel am 28. Januar gegen Offenbach fließen könnten.

„Wir sind wegen des Spielausfalls am Sonntag auf Ordnerkosten von etwa 2500 Euro sitzengeblieben“, sagt Finanzvorstand Lothar Stücker. Dass der WSV in der langen Winterpause in Liquiditätsschwierigkeiten kommen könnte, verneint er aber vehement. „Das alles hat keine Auswirkungen auf den aktuellen Spielbetrieb. Wir kommen allen unseren Verpflichtungen nach.“

Allerdings müsse man sich weiter intensiv Gedanken darüber machen, wie die bereits vor der Saison bestehende Deckungslücke geschlossen werden könne und zusätzliche Mittel für die neue Saison rekrutiert werden könnten, um den sportlichen Aufbaukurs fortzusetzen. In drei Jahren, so hatte er in einem WZ-Interview ausgeführt, peile der WSV die Dritte Liga an, was aber nur bei einer Ausweitung der finanziellen Möglichkeiten realistisch erscheine. Aktuell bilde auch für die kommende Saison das Budget der laufenden Spielzeit von 640.000 Euro für die erste Mannschaft die Basis.

Offen sind zu großen Teilen noch ein Fehlbetrag aus der Spielzeit 2014/15 sowie die Kosten des Insolvenzverfahrens — zusammen etwa 100.000 Euro. Aufgefangen werden beide Fehlbeträge zurzeit durch ein Darlehen der Sparkasse über 150.000 Euro, das auf vier Jahre befristet sei und den WSV monatlich mit 3500 Euro belaste, wie außerdem auf der Jahreshauptversammlung im Frühjahr berichtet wurde.

Stücker spricht bei der aktuellen Deckungslücke von einem „kleinen sechsstelligen Betrag“ und ergänzt: „Die Aufstiegsprämie, die zwischenzeitlich noch dazugekommen ist, war eine gute Investition in die Zukunft.“ Aus der freiwilligen Umlage zur Deckung der Insolvenzkosten habe man die erhofften 20.000 Euro im ersten Jahr mit 13.000 nicht ganz erreichen können, aber auch das sei ein erfreulicher Betrag. Nichtsdestotrotz kündigt Stücker Gegenmaßnahmen an, um die Deckungslücke möglichst schnell zu schließen und die Möglichkeiten für kommenden Saison zu erhöhen. Stücker ist nach dem Rückzug von Alexander Eichner aktuell einziges finanziell haftendes Vorstandsmitglied für die Überbrückungskredite, die der WSV angesichts der Deckungslücke aufgenommen hat.

„Einmal sind wir bereits in der Akquise Richtung Trikotsponsor“, sagt der 53-Jährige. Und auch ansonsten stehe über mehrere Gespräche mit potenziellen Sponsoren verteilt ein sechsstelliger Betrag in Aussicht. Bei der Akquise lasse man sich extern aus dem Profibereich heraus unterstützen. Puffer aus den Zuschauereinnahme gebe es nicht, obwohl der Schnitt mit aktuell 4800 deutlich über den kalkulierten 3000 liegt. Stücker: „Man muss eben auch sehen, dass wir aus dem Aachen-Spiel trotz der dort 5700 Zuschauer aufgrund der vielen Sicherheitsauflagen gerade mit einer schwarzen Null rausgehen. Wir bräuchten eben noch einmal so ein Spiel wie gegen Essen (11.200 Zuschauer, d. Red.) wo dann auch wirklich einmal 40.000 oder 50.000 Euro übrig bleiben.“