1. Sport
  2. Fußball
  3. Wuppertaler SV

Regionalliga West: WSV spielt mit BVB auf Augenhöhe

Regionalliga West : WSV spielt mit BVB auf Augenhöhe

In einem tollen Duell trennen sich die Regionalligisten in Dortmund mit 2:2. Der WSV führte sogar 2:0.

Es spricht für die Siegermentalität der Fußballer des Wuppertaler SV, dass sie am Samstag mit zwiespältigen Gefühlen den tiefen Rasen des Dortmunder Rote-Erde-Stadions verließen. „Wenn wir 2:0 führen, müssen wir gewinnen, egal wie stark der Gegner ist“, sagte etwa Kapitän Gaetano Manno abgekämpft. In einem rassigen Regionalliga-Spiel gegen die hochbegabte U 23 des BVB war der WSV so nahe an einem Auswärtssieg wie in Dortmund lange nicht. Doch binnen zehn Minuten hatten die Wuppertaler gegen einen druckvollen und spielstarken Gegner ihre Führung eingebüßt, und am Ende war das 2:2 sicher ein gerechtes Ergebnis.

„Ich habe auch eine Minute nachgedacht, wie ich das bewerten soll. Aber meine Mannschaft hat einen bravourösen Fight gegen die bisher spielstärkste und erdrückendste Mannschaft geliefert. Ich bin hochzufrieden“, sagte Trainer Stefan Vollmerhausen, der mit seinem Team durch den Teilerfolg als Tabellenvierter weiter vor dem BVB steht. Sein Gegenüber Jan Siewert gab die Blumen zurück: „Die Wuppertaler sind sehr kompakt und gut geschult. Aber mit welcher Leidenschaft meine Mannschaft nach dem 0:2 und mit vier Spielen in zwei Wochen in den Beinen zurückgekommen ist, hat mir sehr gefallen.“

Die 1000 Zuschauer, davon sicher die Hälfte aus Wuppertal, hatten von Anfang an Gefallen an diesem Fußballspiel, in das die Gäste (wohl auch für den BVB) überraschend offensiv gingen. Mit dem jungen Marco Cirillo auf der linken offensiven Seite für Routinier Davide Leikauf als einziger Änderung kam der WSV gleich erfolgreich in sein geliebtes Umschaltspiel.

Dabei machte Cirillo mehrfach den Weg frei für Verteidiger Niklas Heidemann, der nach zehn Minuten schon drei erfolgversprechende Vorstöße gestartet hatte. Einer davon führte zum 1:0 durch — natürlich möchte man fast sagen - Christopher Kramer. Nach Heidemann-Flanke rutschte Kramer erst leicht weg, war aber rechtzeitig wieder auf den Beinen als der von Rechtsverteidiger Enzo Wirtz verlängerte Ball zu ihm durchkam. Geistesgegenwärtig nahm er ihn mit der Brust an und donnerte ihn an drei Verteidigern vorbei unter die Latte. Sein schon neunter Saisontreffer.

Danach stellte der WSV sich tiefer und geriet gegen die mit dem Milllioneneinkauf Joo-Ho Park und zahlreichen U 20-Nationalspieler stark besetzten Dortmunder immer mehr unter Druck. Der WSV verteidigte aufopferungsvoll, ließ kaum Großchancen zu, konnte aber froh sein, mit dem Vorsprung in die Pause zu gehen, auch wenn Gino Windmüller und Kramer nach einer Ecke kurz vor der Halbzeit sogar die Chance auf das 2:0 hatten.

Das fiel dann aber nach 56 Minuten in die nächste BVB-Drangphase hinein nach einem Geniestreich von Gaetano Manno. Der marschierte durch zwei Gegenspieler hindurch in den Strafraum, legte, als die nächsten Dortmunder auf ihn zustürmten, quer auf Enzo Wirtz. Der 21-Jährige krönte seine tolle Laufleistung mit seinem ersten Regionalliga-Tor in dieser Saison, nachdem er im Pokal gegen Hilden erstmals getroffen hatte.

Leider dauerte es nur vier Minuten bis der BVB nach einem Missverständnis zwischen Tristan Duschke und dem herauslaufenden Torwart Sebastian Wickl verkürzte. Nutznießer war der 18-Jährige Beyhan Ametov. Weitere fünf Minuten später stand es 2:2, als Anargyros Kampetsidis einen Freistoß — einen der vielen Standards, die der BVB herausholte — per Kopf in den langen Winkel verlängerte.

Doch wer nun befürchtete, der WSV werde überrollt, wurde positiv überrascht. Trainer Vollmerhausen reagierte, nahm Cirillo heraus und brachte Kämpfernatur Daniel Grebe ins Mittelfeld. Für ihn rückte Windmüller zur Stabilisierung des Zentrums in die Abwehrkette, Wirtz dafür nach vorne. Und in der Tat war der WSV am Ende dem Sieg näher als Dortmund. Erst recht als Dortmunds Stürmer Michael Eberwein fünf Minuten vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz musste. Es wäre aber vielleicht des Guten zu viel gewesen.