WSV muss Leverkusen oft hinterherschauen

Fußball : WSV schaut Leverkusen oft hinterher

Regionalligist müht sich vor 2421 Zuschauern beim 0:4 im Test gegen den Erstligisten redlich.

„Wir wissen alle, wie schwer es wird. Wir müssen zusammenhalten und Gas geben, Mannschaft, Umfeld und Fans“, hatte WSV-Tainer Andreas Zimmermann am Samstag vor dem Testspiel gegen Bayer Leverkusen die Fans bei der Teamvorstellung auf dem Stadionvorplatz unter Applaus eingeschworen. Seine gute Laune hatte der Berliner auch nach den anschließenden 90 Minuten und einem 0:4 (0:3) gegen den mit einiger Klasse aber noch gebremstem Schaum auftretenden Champions-League-Teinehmer nicht verloren.

„Man hat gesehen, dass die Beine nach drei Wochen harten Trainings schwer waren, aber die Jungs haben natürlich auch gemerkt, wie schneller Fußball geht. Schade, dass wir kein Tor geschossen haben. Das wäre gut fürs Selbstvertrauen gewesen“, sagte Zimmermann.

Das wäre in der zweiten Halbzeit sogar möglich gewesen, als Leverkusen komplett gewechselt und US-Boy Danny Kierath auf WSV-Seite neuen Schwung in die vor der Pause nur in Ansätzen vorhandene Offensive gebracht hatte. Kierath hat wie der unauffällig agierende Mittelfeldmann Arjan Duraj und der Italo-Brasilianer Eric Ganime (spielte auf der Innenverteidigerposition durch) noch den Status eines Gastspielers, aber schon einen Platz in der Kabine. „Wir sehen in ihnen durchaus Potenzial, aber bevor wir sie verpflichten können, müssen wir erst noch sehen, wie unser finanzieller Spielraum ist“, sagte Sportdirektor Karsten Hutwelker, der am Samstag nicht im Stadion, sondern in Sachen Sponsorensuche unterwegs gewesen war. Da habe es zwei, drei gute Gespräche gegeben.

In der Tat könnte die Mannschaft mehr Klasse noch gut gebrauchen, so wie sie sich am Samstag präsentierte. Sie muss sich allerdings auch noch finden. Die Stärke etwa des jüngsten Neuzugangs Beyhan Ametov kam in den 30 Minuten, die er spielen durfte, noch nicht zur Geltung. „Er hat erst zweimal trainiert“, begründete Zimmermann den nur kurzen Einsatz. Auch Kevin Pytlik wurde nach langer Verletzungspause nur dosiert eingesetzt.

Herausragender Mann auf dem Platz war Leverkusens 32-Millionen-Euro-Einkauf Kerem Demirbay, der wie alle Spieler der Werkself 45 Minuten zum Einsatz kam, diese Zeit aber nutzte, um mit Geschmeidigkeit, Übersicht und fußballerischen Qualität einige Glanzpunkte zu setzen. Allein, wie er vor dem 2:0 zwei WSVer aussteigen ließ und auf Torschütze Kevin Volland querlegte, war das Eintrittsgeld wert.

Die nur gut 2400 Zuschauer, darunter sicher 500 Leverkusen-Fans und 36 Waisenkinder aus Tschernobyl, die WSV-Sponsor Uwe Heyn eingeladen hatte, blieben trotz des attraktiven Gegners etwas hinter den Hoffnungen des WSV zurück. Der braucht drei Wochen vor dem Saisonstart jede Unterstützung und noch mehr Aufbruchstimmung.

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