Regionalliga West WSV kehrt in Lippstadt in die Erfolgsspur zurück

Lippstadt/Wuppertal · 3:1 Arbeitssieg beim Tabellendritten nach Toren von Schweers, Hanke und Prokoph. Nur vier Spiele fanden am Wochenende statt.

 Lion Schweers köpft nach einem Eckball zur 1:0-Führung ein.

Lion Schweers köpft nach einem Eckball zur 1:0-Führung ein.

Foto: Otto Krschak

Nach vier sieglosen Spielen in der Regionalliga West haben die Fußballer des Wuppertaler SV am Samstag wieder drei Punkte eingefahren und ihren dritten Tabellenplatz stabilisiert. Nach einem zerfahrenen Spiel beim SV Lippstadt konnten die Wuppertaler einen 3:1 (1:0)-Arbeitssieg mit nach Hause nehmen. Lion Schweers köpfte nach 13 Minuten einen Eckball zur Führung ein. Nach zwischenzeitlichem Ausgleich erzielte der aufgerückte Außenverteidiger Philipp Hanke nach 65 Minuten das 2:1. Für die endgültige Entscheidung sorgte Roman Prokoph kurz vor dem Abpfiff.

Es war eines von überhaupt nur vier Spielen, die aufgrund des erneuten Wintereinbruchs am Wochenende haben stattfinden können. Bereits am Freitagabend hatte die U 21 des 1. FC Köln im Kellerduell gegen Rot-Weiss Ahlen einen wichtigen 3:0-Erfolg gelandet. Am Samstag spielten noch Wattenscheid in Straelen und am Abend Aachen gegen Bocholt. Alle anderen Partien fielen aus. Darunter auch das Spitzenspiel von Rödinghausen gegen Münster. Dort hatte Ex-WSV-Trainer Björn Mehnert für Sporttotal.tv kommentieren sollen. So war er aber nach Abschluss seines Fußballlehrerlehrgangs in Lippstadt, um sich das Spiel seines ehemaligen Clubs und eben auch der Lippstädter anzuschauen, wo mit Felix Bechtold sein bester Freund Trainer ist. Auch unter den Zuschauern war Ex-WSV-Scout Gaetano Manno, der bekanntlich neuer Sportdirektor bei RW Ahlen ist.

Sie sahen einen WSV, der erneut auf Marco Stiepermann verzichten musste. Vor einer Woche beim 2:2 gegen Köln II war er gesperrt gewesen, in dieser Woche ist er krank geworden. Für ihn rückte Kevin Hagemann auf die Zehnerposition, Moritz Montag bekleidete dafür die linke Position in der Fünferkette. Weitere Änderung: Kevin Pytlik spielte erstmals nach seiner Fußverletzung aus dem Ahlen-Spiel wieder. Er kam für den gelbgesperrten Durim Berisha in die Mannschaft.

Von Beginn entwickelte sich eine zerfahrene Partie, in der der WSV zwar die klar bessere Spielanlage und deutliche Vorteile hatte, sich aber vielversprechende Aktionen immer wieder durch kleine Ungenauigkeiten und technische Fehler kaputtmachte.

Das lag sicher zum Teil auch am Boden, der zwar, dafür dass es in der Nacht noch geschneit hatte, überraschend gut aussah, aber nichtsdestotrotz nicht einfach zu bespielen war. Als Lion Schweers nach 13 Minuten die erste, von Philipp Hanke gut hereingebrachte Ecke zum 1:0 einköpfte, durfte man dennoch von einem guten WSV-Start sprechen. Durch besagte Ungenauigkeiten nahm sich die Mannschaft aber anschließend die Chance, die Führung in beruhigende Höhen zu schrauben. Im Mittelfeld versprang den wie immer lauffreudigen Tobias Peitz und Lukas Demming nach Balleroberungen immer wieder der Ball. Wenn es dann doch mal schnell in den Strafraum ging, wie nach 20 Minuten durch Peitz oder nach gut 40 Minuten durch Semih Güler, fehlte ein sauberer Abschluss oder das Abspiel im richtigen Moment. So bekam Lippstadt - gewohnt kampfstark - immer wieder einen Fuß dazwischen und traf auch gern mal die Füße der Wuppertaler. Definitiv eine Partie, in der man über die Schmerzgrenze gehen musste. Lippstadt blieb vor der Pause gänzlich ohne echte Gelegenheit. Doch man weiß beim WSV aus der Vergangenheit, dass man den Westfalen auch nicht den Ansatz geben darf, mal Druck aufzubauen. Mehrfach waren hier schon ein Vorsprung verspielt worden.

Es war klar, dass die Gastgeber, die in diesem Jahr noch ohne Sieg und nur noch sechs Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt waren, nach der Pause versuchen würden, den Druck zu erhöhen und früher zu stören. Und tatsächlich: Aus einer harmlos erscheinenden Situation fiel nach 54 Minuten das 1:1 durch Seungwon Lee. Es resultierte allerdings aus aus einem krassen individuellen Fehler. Kevin Pytlik, bis dahin gewohnt zuverlässig spielte einen Rückpass an Torwart Sebastian Patzler vorbei. Lee nutze das aus.

Der WSV mühte sich, wieder ins Spiel zu kommen, doch Lippstadt wirkt nun einfach wacher und giftiger in den Zweikämpfen. Glück, dass Schiedsrichter Thibaut Scheer nach 64 Minuten nicht auf Elfmeter entschied, als ein Spieler der Gastgeber im Strafraum fiel. Er hatte allerdings auch sehr gute Sicht auf die Szene und wertete sie als Ballspielen durch den WSV-Abwehrspieler. Kurz darauf fiel aber die erneute Führung für den WSV. Endlich einmal wurde ein Konter gut ausgespielt. Kevin Hagemann legt nach rechts auf den mit nach vorne gestürmten Außenverteidiger Philipp Hanke und der schloss mit trockenem Schuss aus 14 Metern ins lange Eck ab. Kurz darauf hatte Peitz nach erneut schönem Konter über Güler und Hagemann die Chance, auf 3:1 zu erhöhen, schoss aber aus Schrägposition vorbei. Lippstadt wechselte für eine Schlussoffensive gleich dreifach, doch der WSV hatte nun wieder eine bessere Kontrolle. Gefährlich wurde es aber noch einmal nach einer Ecke der Gastgeber, als am zweiten Pfosten ein Lippstädter nur knapp verpasste. Am Ende spielte der WSV auf Absicherung des Sieges, Trainer Hüzeyfe Dogan brachte den defensivstarken Justus Henke für Offensivmann Kevin Hagemann. Unmittelbar danach war der Sieg denn eingetütet. Denn der zuvor ebenfalls eingewechselte Roman Prokoph vollstreckte einen Konter gegen die aufgerückte Lippstädter Abwehr im Stile eines Klassestürmers zum 3:1.

Für den WSV war dieser Sieg ganz wichtig, um zu zeigen, dass die Saison noch nicht abgehakt ist. Nun darf man nächste Woche im vorerst letzten Heimspiel im Stadion am Zoo gegen Rödinghausen hoffen, dass das auch die Zuschauer in Wuppertal honorieren.

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