WSV-Gegner Wattenscheid kommt nicht zur Ruhe

Fußball-Regionalliga : WSV-Gegner Wattenscheid kommt nicht zur Ruhe

Selbst ein Sieg im Stadion am Zoo (Samstag, 14 Uhr) brächte den Ex-Bundesligisten kaum voran.

Am Montag unterlag die SG Wattenscheid 09 den Sportfreunden Lotte mit 1:2. Es war die dritte Niederlage in Folge. Nur 568 Zuschauer im Lohrheidestadion sahen, wie das Team von Trainer Farat Toku einmal mehr seine Chancen nicht in Treffer ummünzen konnte. „Wir schaffen es einfach nicht, dem Gegner den k.o. zu versetzen“, sagte Toku, der mit seiner Mannschaft am Samstag beim Wuppertaler SV (14 Uhr) zu Gast ist.

Doch das Sportliche gerät in Wattenscheid beinahe schon zur Randnotiz. Denn der Treffer, den die SG in der vergangenen Woche abseits des Rasens einstecken musste, könnte für den Verein den k.o. bedeuten. Nachdem eine Krankenkasse wegen offener Beiträge einen Insolvenzantrag gegen den ehemaligen Bundesligisten gestellt hatte, musste dieser ihn einreichen.

Trainer Toku zeigte sich geschockt. „Wir haben viereinhalb Jahre hart dafür gekämpft, das zu verhindern“, sagte der 39-Jährige. Noch im Januar konnten durch ein Crowdfunding 350 000 Euro zur Sicherung des Spielbetriebs gesammelt werden. Es wurde Aufbruchsstimmung erzeugt, von der sich selbst Peter Neururer anstecken ließ. Der langjährige Trainer konnte als sportlicher Leiter gewonnen werden. Doch bereits im Juni musste er erkennen, dass in der Lohrheide vieles schiefläuft. Der 64-Jährige hat sich zurückgezogen, sprach von einem auf „Lügen aufgebauten Konstrukt.“ Was genau hinter den Kulissen gelaufen ist, lässt sich noch nicht seriös beurteilen. Klar ist, dass es viele offene Rechnungen gibt, darunter die Spieler-Gehälter für Juli und August. Diese sind durch den Insolvenzantrag jetzt bis Oktober gesichert. „Natürlich steckt die Situation in den Köpfen von uns Spielern. Aber wir werden weiterhin alles für diesen Verein in die Waagschale werfen. Unser Ziel ist es, in Wuppertal zu gewinnen“, sagte Angreifer Berkant Canbulut.

Wofür ein Sieg am Samstag allerdings gut wäre, wird sich noch zeigen müssen. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden neun Punkte abgezogen, macht aktuell minus fünf Zähler und damit neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Der Kampf um den Klassenerhalt wird zur Herkulesaufgabe, doch er kann auch schnell vorbei sein. Sollte sich der Insolvenzverwalter mangels Masse für die Einstellung des Spielbetriebs entscheiden, stünde Wattenscheid 09 als Absteiger fest.

Vom Spiel berichten wir auch unter

wz.de/liveticker

(tsch)
Mehr von Westdeutsche Zeitung