WSV erspielt gegen Verl Kredit

Testspiel gegen den Regionalligisten endet vor fast 500 Zuschauern an der Oberbergischen Straße 0:0.

Wuppertal. Am Montag ist für den Wuppertaler SV ein ganz wichtiger Tag. Sollte, wie von der neuen Vereinsführung erhofft, vom Amtsgericht die Nachricht auf Insolvenzeröffnung kommen, befände man sich in der zweiten Phase der Konsolidierung und könnte in der kommenden Saison mit der ersten Mannschaft in der Oberliga und der zweiten in der Landesliga spielen. „Ob es einen Plan B gibt“, dazu wollte der Vorstandsvorsitzende Alexander Eichner am Samstag am Rande des Testspiels gegen den SC Verl nichts sagen, betonte aber, dass man in kurzer Zeit alles getan habe, um die Voraussetzungen für einen Insolvenzplan erfüllen zu können. Insofern warte man nun ruhig ab, auch wenn die Frist des Fußballverbands komplett ausgereizt wurde.

Froh kommentierten Eichner und seine Vorstandskollegen Lothar Stücker und Achim Weber die Zuschauerzahl an der Oberbergischen Straße, die mit 426 angegeben wurde und sogar über den Erwartungen lag. 400 Karten zum Eintrittspreis von drei Euro hatte der Verein drucken lassen. „Das Geld geht in die Insolvenzmassekosten“, sagte Eichner.

Zusätzlich konnten die beiden Testformationen, die Trainer Peter Radojewski gegen den Regionalligisten aufbot, ersten Kredit bei den Fans erspielen. 0:0 hieß es nach 90 Minuten, wobei Verl allerdings einige gute Möglichkeit ausgelassen hatte. So scheiterten nach gut 20 Minuten nacheinander Nico Hecker, Ex-WSVer Robert Mainka und Mittelstürmer Simon Engelmann aus guter Position und vergab Ismael Burlak nach 75. Minuten allein vor Keeper Basti Sube die beste Chance des Spiels.

Besonders in den ersten 20 Minuten war der WSV allerdings gegen den klassenhöheren Gegner sehr couragiert aufgetreten. Vor allem über die linke Seite mit dem gerade aus der WSV-A-Jugend gekommenen Sebastian Schröder und dem Ex-Essener Marvin Ellmann wurden einige gute Angriffe inszeniert. „Die haben anfangs gutes Pressing gespielt“, sagte Verls neuer Trainer Andreas Golombek nachher anerkennend. Er plauderte noch ein wenig mit Christian Maly und Alexander Löbe, dessen Sohn Jannik in der zweiten Hälfte beim WSV rechts offensiv agierte. Mit beiden hat er einst bei Wattenscheid zusammengespielt. Über die vergebenen Chancen seiner Mannschaft sah Golombek noch gelassen hinweg („lieber jetzt als in der Meisterschaft“) und freute sich bereits auf das nächste Testspiel, das sein Team am Dienstag gegen den österreichischen Spitzenclub Red Bull Salzburg bestreitet. Dessen Trainer Roger Schmidt ist für ein Trainingslager zu seinen Wurzeln nach Paderborn zurückgekehrt.

Der nächste WSV-Gegner ist dagegen Landesligist, heißt 1. FC Wülfrath und wird am Samstag, 6. Juli, ebenfalls an der Oberbergischen Straße auf die Rot-Blauen treffen. „Es war natürlich toll, zum Auftakt einen hochkarätigen Gegner zu haben, sagte Trainer Radojewski, der das Ergebnis in der frühen Phase der Vorbereitung aber nicht überbewerten wollte. Erst am 13. Juli in Oberhausen will er eine Elf aufs Feld schicken, die dann schon in Richtung Stammelf gehen soll.

Nicht weiter dabei sein wird Stelios Mouratidis, der die Woche über mittrainiert, Radojewski aber in der zweiten Halbzeit nicht überzeugt hatte. Da konnte die neue WSV-Offensiv-Formation sich kaum noch durchsetzen. Chancen gab es nur noch nach Standardsituationen, die von Routinier Murat Gümüstas ausgeführt wurden. Gümüstas spielte als künftiger Co-Trainer der Zweiten allerdings sozusagen außer Konkurrenz mit.

Mehr von Westdeutsche Zeitung