WSV: Den Sieg schon vor Augen

Beim 1:1 bei Fortuna Köln kassiert der WSV den Ausgleich in letzter Sekunde.

Wuppertal. Der Wuppertaler SV hat Fortuna Köln kurz vor Weihnachten noch in die Festtagssuppe gespuckt. So richtig zum Feiern dürfte den Verantwortlichen und Spielern am Freitagabend nach dem verdienten 1:1 beim Tabellenvierten, der dadurch den Sprung an die Tabellenspitze verpasste, aber nicht zumute gewesen sein. Der WSV hatte nach dem Tor von Florian Abel in der 89. Minute schon den Sieg vor Augen, kassierte aber in der Nachspielzeit durch Massimo Cannizzaro noch den Ausgleich. So war der Punkt nicht mehr als ein Achtungserfolg und hilft in der Tabelle nicht weiter.

Die Wuppertaler überwintern mit 29 Punkten auf Platz sieben meilenweit (15 Punkte) von der Tabellenspitze entfernt und dürfen sich nur in einem Punkt Spitze nennen. Acht Unentschieden aus bisher 20 Partien sind der Topwert der Liga.

Unter Interimstrainer Jörg Jung war es das vierte Remis in Folge. Wie in den Spielen zuvor, war seine Mannschaft nach hinten sehr gut organisiert. Sie ließ nicht allzu viele Chancen zu, hatte aber auch selbst wenige. Insofern war kaum zu beurteilen, ob die Kabinenpredigt von Friedhelm Runge, der den Spielern in der vergangenen Woche sozusagen die Pistole auf die Brust gesetzt hatte, wirkte.

Auf dem seifigen Rasen des Kölner Südstadions war aber auch nicht zu erkennen, wer hier Tabellenführer werden wollte. Die Gastgeber begannen zwar forsch, blieben aber in der WSV-Abwehr hängen und ließen im Verlauf der ersten Hälfte stark nach. Von Ex-WSVer Silvio Pagano war bis auf eine Chance nichts zu sehen. Der WSV steckte auch das Handicap weg, dass Innenverteidiger Benni Reichert nach 38 Minuten nach einem Tritt in die Hacke ausgewechselt werden musste.

Durch Tom Moosmayer und den fleißigen Jan-Steffen Meier hatte er selbst zwei Chancen und war auch nach dem Wechsel zumindest gleichwertig.

Eine neue Dynamik brachten dann kurz vor Schluss zahlreiche Einwechslungen. Ex-Profi Matthias Schwerz, an seinem 41. Geburtstag in der 80. Minute gebracht, zeigte zwar keine Wirkung, dafür aber auf WSV-Seite Florian Abel, der gerade zwei Minuten auf dem Rasen, nach einer Ecke aus 18 Metern trocken einschoss. Eine Ecke auf der Gegenseite führte dann zum Ausgleich. Cannizzaro rutschte in den am ersten Pfosten verlängerten Ball.

„Natürlich ist das ärgerlich, aber man muss die Leistung der Mannschaft in den Vordergrund stellen. Der Gegner hatte keine Handvoll Chancen, obwohl er hätte Tabellenführer werden können. So ein Ball wie am Ende kann immer mal reingehen“, lobte Jörg Jung anschließend sein Team.

Zu Jungs weiterer Zukunft wollte sich Präsident Friedhelm Runge nach dem Spiel nicht äußern. Alles werde in der Winterpause besprochen.

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