WSV-Spiel: Unterlassene Hilfeleistung? - Hilfsorganisationen wehren sich gegen Vorwürfe

WSV-Spiel : Unterlassene Hilfeleistung? - Hilfsorganisationen wehren sich gegen Vorwürfe

Wuppertal. Nach dem Vorfall beim Spiel des Wuppertaler SV gegen den KFC Uerdingen erklären die Malteser, dass sie auf eine schnelle Genesung von Christian Müller vom KFC Uerdingen hoffen.

Er war nach seiner schweren Verletzung, die er am Samstag im Spiel gegen den Wuppertaler SV erlitten hat, minutenlang nicht behandelt worden. Die Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte, die von Vertretern der beiden Vereine geäußert wurden, weisen die Malteser aber in einer ersten Stellungnahme in aller Deutlichkeit zurück. Am Montagnachmittag legten ASB, Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz und Malteser mit einer gemeinsamen Pressemitteilung nach. Im folgenden ein Auszug aus der Erklärung:

"In der 14. Spielminute wurde ein Spieler verletzt. Die Erstversorgung übernahmen die Mannschaftbetreuer. Nachdem dann eine Trage angefordert wurde, alamierte die Einsatzleitung unverzüglich eine Fahrzeugbesatzung zur Hilfeleistung. [...] Die zugehörige Besatzung befand sich wie vorgesehen auf der Haupttribüne. Sie ist bei Alarmierung sofort zum Fahrzeug zurückgeeilt um eine Trage zu holen. Dort musste sie feststellen, dass inzwischen ein Polizeifahrzeug so dicht hinter dem Krankenwagen parkte, das die Trage nicht zu entnehmen war. Nach einem Versuch die Trage über die Motorhaube des Streifenwagens seitlich herauszunehmen ist letzlich die Besatzung dann ohne Trage aber mit Notfallrucksack, in den Innenraum geeilt. Nach entsprechendem Rangieren der Polizei konnte die Fahrtrage dann schließlich entnommen und mit Hilfe Dritter an den Rasenrand gebracht werden."

Laut den Einsatzkräften verzögerte sich der Hilfseinsatz auch, weil der Rettungsarzt auf dem Spielfeld von einem WSV-Spieler angerempelt und dadurch verletzt worden sein soll.

Nach Angaben der Hilfsorganisationen waren für Stadioninnenraum und Spielfeld keine Sanitäter vorgesehen, wodurch sich zum Zeitpunkt der Verletzung auch keine Sanitäter im Innenraum befanden. Diese Praxis soll es schon seit Jahren geben und sei auch in der aktuellen Saison bei allen Heimspielen so umgesetzt worden.

Nach wie vor steht die Ortsleitung der Malteser in Wuppertal und die Leitung in der Diözesangeschäftsstelle in Köln, voll hinter den eingesetzten Helferinnen und Helfern und sieht sie ungerechtfertigt in der Rolle des Sündenbocks. Gemeinsam mit dem WSV, Polizei und Feuerwehr wollen die Hilfsorganisationen die Ereignisse und Abläufe noch einmal gemeinsam aufarbeiten.

Derweil haben sich auch die Vertreter des KFC zu dem Vorfall geäußert und üben dabei scharfe Kritik an den Sanitätern. Die beiden Vorstände Mikhail Ponomarev und Nikolas Weinhart werden mit folgenden Worten zitiert: "Das Verhalten der Sanitäter vor Ort und vor allem die Reaktion im Nachhinein ist für uns nicht nachvollziehbar. Das Mindeste, was wir erwartet hätten, wäre eine Entschuldigung in Richtung unseres Spielers. Die Statements, die jetzt seitens der Einsatzkräfte zu lesen sind, irritieren sehr. Es kann vorkommen, dass nicht alles perfekt läuft. Trotzdem wäre eine Erstversorgung innerhalb einer deutlich kürzeren Zeit aus unserer Sicht sicher möglich gewesen." Nach Angeben des Vereins befindet sich Christian Müller mittlerweile nicht mehr im Krankenhaus. red

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