Fußball-Regionalliga: Streit im WSV-Vorstand spitzt sich zu

Fußball-Regionalliga : Streit im WSV-Vorstand spitzt sich zu

WSV-Vorstandssprecher Lothar Stücker und Verwaltungsratschef Thomas Lenz erheben in einer gemeinsamen Erklärung Vorwürfe gegen Vorstandsfrau Maria Nitzsche, auch wenn die nicht explizit genannt wird. Nitzsche widerspricht den Darstellungen.

Die gravierenden Zwistigkeiten, die im Vorstand des Wuppertaler SV entstanden sind, spitzen sich weiter zu. Nur eine Stunde nach dem Abpfiff des Regionalligaspiels gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach (0:2) gaben der Verwaltungsratsvorsitzende Thomas Lenz und Vorstandssprecher Lothar Stücker eine gemeinsame Erklärung heraus, in der, ohne den Namen zu nennen, ganz offenbar Vorstand Maria Nitzsche Fehler in der internen Kommunikation im Vorstand vorgeworfen werden. Nachdem im Verwaltungsrat in dieser Woche keine Lösung des Problems herbeigeführt werden konnte, habe man sich nun gezwungen gesehen, entgegen der eigenen Auffassung an die Öffentlichkeit zu gehen, um zu durch Indiskretion entstandenen Gerüchten Stellung zu nehmen.

Maria Nitzsche, die gleichzeitig Leiterin der Geschäftsstelle ist und derzeit - sicher auch weil sie die gesamt Streit nervlich so belastet - krankgeschrieben ist, widersprach dieser Darstellung gegenüber der Westdeutschen Zeitung.

Klar ist, dass der Streit den Verwaltungsrat in den nächsten Tagen weiter beschäftigen wird. Er ist in dieser Sache offenbar nicht einig. Laut Satzung kann er Vorstandsmitglieder, die die Exekutive des Vereins, sind berufen und auch abberufen.

Die Positionen im Einzelnen. Lenz und Stücker bestätigen in ihrer Stellungnahme, dass es Konflikte innerhalb des Vorstands gegeben habe, die man in der Woche im Verwaltungsrat und auch mit den Beteiligten angesprochen und vergeblich versucht habe zu lösen. „Es geht dabei um wichtige Informationen, die von einem Vorstand nicht an die anderen weitergegeben worden sind, es geht um gezielt unvollständige Auskünfte und fehlende Distanz zu Angestellten des Vereins“, heißt es. Klar, dass Maria Nitzsche gemeint ist. Es habe Vorschläge zu einer neuen Aufgabenverteilung gegeben, die von einem Vorstandsmitglied leider abgelehnt worden seien. Das Mitglied habe in den vergangenen Tagen mehrfach seinen Rücktritt zum 31. März angeboten, das aber dann wieder zurückgezogen. Man habe bisher auf eine öffentliche Stellungnahme verzichtet, um dieser Person genügend Zeit zum Nachdenken zu geben. Nun sah man die Zeit, damit nach draußen zu gehen.

Maria Nitzsche widersprach den Aussagen der Stellungnahme in mehreren Punkten. Erst über einen vereinsinternen Mediator sei sie über die Vorwürfe ihrer Vorstandskollegen informiert worden. Noch bis zur Danke-Partie nach der erfolgreichen Rettungsaktion des Januars sei davon nicht die Rede gewesen und auch das Pokalspiel in Homberg habe man abgewartet: „Am Montag ging dann das Feuer los.“ Über die Vorwürfe ihr gegenüber will sie sich im Einzel nicht äußern, das sei intern, sie sagt aber: „Das sind Dinge, die es nicht rechtfertigen, eine solche Welle loszutreten, die dem Verein so massiv schadet. Sonst hätte mich doch auch der Verwaltungsrat abgesetzt.“ Sie sei übrigens nicht die Einzige gewesen, die den Vorschlägen des Mediators am Montag auf der Verwaltungsratssitzung nicht zugestimmt habe. Richtig sei, dass sie an Rücktritt gedacht und diesen auch angekündigt habe. „Der Zuspruch von vielen Fans und Freunden hat mich aber davon abgebracht. Die haben mich ermutigt, das durchzustehen, ein Rücktritt wäre als Schuldeingeständnis gesehen worden.“ Im übrigen, so Nitzsche, habe auch ein anderes Vorstandsmitglied seinen Rücktritt angekündigt und das mehrfach wieder zurückgenommen.

Keine Frage, eine sehr schwierige Situation, in der sich der WSV derzeit befindet. Eine Führungskrise droht. Lothar Stücker und Thomas Lenz kündigen für die zweite Märzwoche einen Mitgliedertalk an, um zu demonstrieren, dass man sich nicht vor irgendwelchen Internas fürchte, die ausgeplaudert werden. Dort werde man Rede und Antwort stehen. Sobald Termin und Ort feststünden, will man dazu offiziell einladen. Bis dahin fordere man die Beteiligten auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten und erst die Beteiligten zu Informieren, bevor man sich an die Öffentlichkeit wende. Gemeint ist unter anderem der langjährige Leiter des Ordnungsdienst, Udo Böll. Dessen Rücktritt bedauere man sehr, man hätte sich aber gewünscht, dass er zunächst mit Vorstand und Verwaltungsrat gesprochen hätte, bevor er seinen Rücktritt öffentlich machte. So hätte man evnetuelle Missverständnisse ausräumen können.