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Fußball-Regionalliga

Spieler von WSV-Gegner Rödinghausen nach Aufstiegsverzicht geschockt

Daniel Flottmann hier im Jahr 2018 im DFB-Pokalspiel gegen Bayern-München. Er sieht sich durch die Entscheidung der Rödinghauser Vereinsführung um eine große Aufstiegschance gebracht und schließt nicht aus, dass das Auswirkungen auf die Leistung der Mannschaft hat. FOTO: dpa / Friso Gentsch

Rödinghausen/Wuppertal Rödinghausens Kapitän Daniel Flottmann ist fassungslos über den Aufstiegs-Verzicht seines Vereins. In der Liga geht die Angst vor einer Wettbewerbsverzerrung um.

Am Sonntag steigt in der Regionalliga West das Revier-Derby Rot-Weiß Essen gegen Rot-Weiß Oberhausen. Und plötzlich ist die Bedeutung des Duells am Rhein-Herne-Kanal um einiges größer geworden. Denn mit dem Aufstiegs-Verzicht von Spitzenreiter SV Rödinghausen hat sich das potenziell wohl beste Team aus dem Rennen um die dritte Liga verabschiedet. „Ich hoffe nur, dass durch diese Entscheidung der Wettbewerb nun nicht negativ beeinflusst wird", sagte Essens Vorstand Marcus Uhlig.

Schon am Dienstag um 13.56 Uhr war die Meldung durchgesickert, dass der SV Rödinghausen die DFB-Auflagen zur Lizenzerteilung für die dritte Liga nicht würde erfüllen können. Platz für mindestens 10 001 Zuschauer, Rasenheizung, TV-Studio, 400qm Stellplatz für Ü-Wagen, geräumige WC-Anlagen, Parkplätze und noch vieles mehr sind die Anforderungen. Am Donnerstag bestäigte der SVR in Person von Geschäftsführer Alexander Müller dann auch offiziell den Verbleib des Vereins in der Regionalliga.

Ein Umbau des derzeitigen Stadions sei nicht möglich und ein Neubau wirtschaftlich unvernünftig. Die Heimspiele stattdessen in Bielefeld, Lotte oder Osnabrück auszutragen, sei keine Option. „Unsere Heimat ist in Rödinghausen und die Verbundenheit mit dieser Region und den Fans hier vor Ort ist uns sehr wichtig", erklärte Müller.

Nun aber droht eine Wettbewerbsverzerrung. Nicht nur bei RWE, das bereits beide Spiele gegen Rödinghausen absolviert hat, geht die Angst um. Auch auf den Kampf gegen den Abstieg kann die Entscheidung Auswirkungen haben. Zumindest vor dem Spiel des SVR beim Wuppertaler SV (Samstag, 14 Uhr, Stadion am Zoo) scheinen die Köpfe der Rödinghausener Spieler nicht frei zu sein.

„Ich habe große Enttäuschung und Tränen gesehen, aber auch Wut und Empörung. Ich selbst bin einfach fassungslos", sagte Kapitän Daniel Flottmann. Der 35-Jährige, der in der Saison 2011/12 in 33 Spielen für den WSV drei Treffer erzielte, kann nichts garantieren. „Wir haben bis jetzt in jedem Spiel 100 Prozent gegeben. So wie es sich für einen Sportler gehört, der große Ziele verfolgt. Ich weiß nicht, ob wir in Wuppertal diese einhundert Prozent unseres Leistungsvermögens noch abrufen können", wird Flottmann im Fußball-Magazin Reviersport zitiert.

(tsch)