Spannung vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung beim WSV

Fußball-Regionalliga : Darf der WSV ausgliedern? Spannung vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung

Die außerordentliche Mitgliederversammlung des WSV soll am Dienstag die Richtung vorgeben. Es dürfte auch darauf ankommen, wie viele Mitglieder zur Versammlung kommen.

Um die Zukunftsperspektive geht es am Dienstagabend  für den Wuppertaler SV – und zwar außerhalb des Spielfelds. Im Mittelpunkt der außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Hako Event Arena (Beginn 19 Uhr), steht die Frage, ob dem Vorstand die Erlaubnis erteilt wird, Kapitalgesellschaften zu gründen – sprich  Bereiche auszugliedern. Die Satzung sieht diese Möglichkeit bereits vor, enthält aber den Passus, dass dazu die Zustimmung der Mitgliederversammlung nötig ist – und zwar  mit Dreiviertel-Mehrheit. Eine hohe Hürde also für Vorstandssprecher Alexander Eichner, der die Möglichkeit einer solchen Ausgliederung für existenziell hält.

In mehreren Gesprächskreisen hat er versucht, insbesondere der Fanbasis, dies auch mit Hilfe auswärtiger Fachleute zu erläutern. Die Beteiligung war aber überschaubar gewesen. Anders als am Samstag, wo der WSV - auch dank seiner Fans - im Pokalfinale ein deutliches Lebenszeichen abgegeben hat. „Es war ganz wichtig, dass vorher der Stimmungsboykott aufgehoben werden konnte“, sagt Verwaltungsratschef Christian Vorbau, der am Dienstag die Sitzung leiten wird. Wie berichtet, hatte der Vorstand den Entwurf einer neuen Stadionverbotsordnung erarbeitet, der sich an Verbotsordnungen aus der Bundesliga orientiert und ein festes Vorgehen vorschreibt. Er muss nun noch mit der Polizei abgestimmt werden, die Fans sahen das aber offenbar als Zugeständnis. Sie hatten sich beim Finale - anders als KFC-Anhänger - vorbildlich verhalten. Man habe sich für weitere Aufgaben empfohlen, hatte Verbandsgeschäftsführer Ralf Gawlack den WSV für die Gesamtorganisation gelobt.

Am Dienstag dürfte es auch darauf ankommen, wie viele Mitglieder zur Versammlung kommen. Im April bei der ordentlichen Mitgliederversammlung war die Beteiligung mit rund 400 sehr hoch gewesen. Zu Beginn der Versammlung wird der Vorstand einen neuerlichen Bericht zur Lage abgeben. Und was passiert, wenn der Vorstand keine Zustimmung für die Ausgliederungsmöglichkeit erhält? Alexander Eichner: „Dann müssen wir uns zusammensetzen, inwieweit die Fortführungsprognose für den Verein neu zu bewerten ist. Allein schon aus rechtlichen Gründen.“

Von der Versammlung berichten wir auch im Liveticker.

(gh)
Mehr von Westdeutsche Zeitung