Schmerz und Stolz beim WSV

Trotz der erneuten Niederlage im Pokal hat der Regionalligist wieder auf sich aufmerksam gemacht.

Wuppertal. Die Enttäuschung über eine vergebene große Chance mischte sich beim Wuppertaler SV nach der 2:3-Niederlage im Niederrheinpokal-Halbfinale gegen Rot-Weiss Essen mit dem Stolz, bei etwas Großem dabeigewesen zu sein und dem Trotz, den Rest der noch acht Spiele dauernden Saison engagiert zu Ende zu spielen.

Schmerz und Stolz beim WSV

13.003 Zuschauer im Stadion an Zoo — so viele wie nicht mehr bei einem WSV-Heimspiel seit dem legendären 2:5 im DFB-Pokal gegen Bayern München im Januar 2008 auf Schalke — wurden am Mittwoch Zeuge, wie die Gastgeber binnen acht Minuten das Spiel aus der Hand gaben. Ein gutes Spiel, in dem es nach dem wunderbaren 1:0 durch Niklas Heidemann nach 55. Minuten schon so aussah, als würde man Pokalschreck RWE endlich besiegen können.

„Ich muss die Gegentore selbst noch genau analysieren“, sagte Trainer Stefan Vollmerhausen anschließend, was er gestern per Video mit der Mannschaft auch tat. Essen hatte nach dem Rückstand kühlen Kopf bewahrt, während der WSV sich nicht darauf umstellte, dass nun die Essener Mittelfeldspieler stärker nach vorne rückten und es versäumte, das Spiel zu beruhigen. Bei allen drei Gegentreffen standen am Ende die Schützen in gefährlichen Räumen frei.

„Wir waren zehn Minuten von der Rolle. Da sieht man, dass wir noch viele junge Spieler dabeihaben“, sagte Manuel Bölstler und zählte gleich sechs Anfang-Zwanzigjährige auf. Der Sportvorstand bemühte sich, gleich wieder darum, nach vorne zu schauen. „Für mich war das heute ein Bonusspiel. Ich habe den Jungs gesagt, dass sie stolz auf das sein können, was die Mannschaft geleistet hat.“ Daniel Grebe etwa habe am Vormittag noch gearbeitet. Zur finanziellen Konsequenz des Nichtweiterkommens sagte Bölstler: „Das heißt, dass nicht eingeplantes Geld auch weiter nicht da ist.“ An den generellen Planungen für die neue Saison und dem Konzept 2020 ändere das aber nichts, sie würden allerdings nicht einfacher.

„Es war ein Superevent. Wir haben Wuppertal gezeigt, was hier möglich ist“, hob Vorstandssprecher Lothar Stücker hervor. Er und seine Kollegen müssen nun versuchen, die finanzielle Lücke, die sich für diese Saison aktuell noch auftat (bei der Jahreshauptversammlung hatte er von 50.000 bis 120.000 Euro gesprochen), anderweitig zu schließen. Ich hoffe, dass alle, die heute hier waren und auch andere, die das verfolgt haben, unsere Arbeit weiter unterstützen“, so Stücker. Am Samstag gegen den 1. FC Köln etwa hoffe man, mit der Aktion Kartenpaten die Spieltagseinnahmen steigern zu können.

Bei noch acht Spielen in der Meisterschaft muss sich die Mannschaft motivieren, die Saison nicht leise ausklingen zu lassen. „Wir werden wieder aufstehen“, versicherte Stefan Vollmerhausen kämpferisch. Und auch Kapitän Gaetano Manno und Manuel Bölstler sehen da keine Gefahr. Schließlich gehe es auch noch um Verträge und Prämien. Manno: „Außerdem wollen wir in der Tabelle so gut wie möglich dastehen. Auf jeden Fall einstellig bleiben.“

Erledigt hat sich für den WSV die Bewerbung für die Austragung des Pokalendspiels. Bölstler: „Aufgrund der geforderten Auflagen, wie 500 VIP-Plätze, wäre das ohnehin schwer geworden, jetzt macht es komplett keinen Sinn, wenn hier im Stadion Essen gegen Duisburg oder Oberhausen spielt.“