Fußball: Pascal Bielers erste Aufgabe heißt Wattenscheid

Fußball : Pascal Bielers erste Aufgabe heißt Wattenscheid

Fußball-Regionalligist  Wuppertaler SV erwartet am Samstag die SG Wattenscheid 09 zum Westderby. Eine reizvolle Partie für die Mannschaft und Pascal Bieler, der den Sprung von Co- zum Cheftrainer meistern muss.

Wenn der Wuppertaler SV am Samstag um 14 Uhr die SG Wattenscheid zum Westklassiker im Stadion am Zoo erwartet, dann wird erstmals der bisherige Co-Trainer Pascal Bieler als hauptverantwortlicher Übungsleiter an der Linie stehen. Nach der überraschenden Trennung von Adrian Alipour zu Wochenbeginn, die von dem Dortmunder selbst ausgegangen war, hat sich WSV-Sportdirektor Karsten Hutwelker für die interne Lösung für den Rest der Saison entschieden. Das heißt noch neun Spiele in der Regionalliga mit dem übergeordneten Ziel Klassenerhalt  und hoffentlich noch zwei Spiele im Niederrheinpokal, wo der WSV am 10. April mit einem Sieg über Oberligist Monheim das lukrative Finale erreichen will.

Bieler soll gleichzeitig die A-Jugend zum Aufstieg führen

Mehr als 40 Anfragen von Trainerkandidaten habe er bekommen, so Hutwelker. Doch neben dem finanziell Machbaren, was beim WSV weiterhin eine entscheidende Rolle spielt, sei für ihn auch ein wichtiges Kriterium gewesen, dass die Mannschaft ja so weit funktioniere und nichts geändert werde müsse. „Ein neuer Trainer bringt immer seine Ideen, doch wir wollen hier ja nichts umwerfen.“

„Ich musste nicht überlegen, als  ich gefragt wurde, ob ich es machen will“, versichert Pascal Bieler, der mit 33 Jahren wohl einer der jüngsten Cheftrainer in der WSV-Geschichte sein dürfte. „Ich kenne die Jungs ja und sie kennen mich“, sagt Bieler und ist sicher, dass der Umstieg von der Nummer zwei zur Nummer eins keine Probleme machen wird, schließlich ist der ehemalige Junioren-Nationalspieler mit 13 Erst- und 47 Zweitligaspielen bereits seit Februar 2018 Co-Trainer der ersten Mannschaft und Cheftrainer der A-Junioren. Damit er auch bei der U 19 seine Trainerarbeit weitermachen und den Traum von der Rückkehr in die Bundesliga verwirklichen kann, hat Hutwelker ihm zur Entlastung als neuen Assistenten neben Georgios Tatsis noch Chris Liehn an die Seite gestellt. Der ist unter Stefan Vollmerhausen lange Co-Trainer beim WSV gewesen.  Liehn war zuletzt im vergangenen Jahr Trainer der U 19 von Schwarz-Weiß Essen, jedoch nur für ein halbes Jahr.  Dazu kommt noch Kay Hödtke als Torwarttrainer. Vorgänger Sven Locke sei schön länger nicht mehr da gewesen. Hödtke betreibt mit Björn Joppe und Ex-Profi Mike Rietpietsch eine Fußballschule. Mehr als Spesen sei aber in der aktuellen finanziellen Lage für die Neuen nicht drin gewesen, so Hutwelker. Beide hätten sich bereit erkärt, zu helfen. Alles sei mit Vorstandssprecher Alexander Eichner abgesprochen.

Wattenscheid steckt
im Abstiegsstrudel

Warum man als Fan nach dem vielen Theater beim WSV in den vergangenen Wochen am Samstag trotzdem ins Stadion kommen soll, darauf hat Karsten Hutwelker eine  prompte Anwort: „Ein tolles Spiel, ein Westderby, Peter Neururer bei Wattenscheid als Sportdirektor, und wir werden alles versuchen, den WSV in ein positives Licht zu rücken.“ Für das jüngste Theater um den Trainer könne der WSV ja auch nichts.

Klar ist, dass die Wattenscheider um jeden Punkt kämpfen müssen. Die Mannschaft hat nach dem Winter erst einen Punkt geholt (der WSV fünf), steht nur noch einen Punkt über der Abstiegszone (der WSV neun Punkte). Zwar schien die SG besser aus ihrer ebenfalls im Winter gestarteten Rettungsaktion gekommen zu sein als der Wuppertaler SV (350 000 Euro für den Rest der Saison wurden über Crowdfunding gesammelt, wovon Aufsichtsratschef Oguzhan Can 210 000 beisteuerte), doch bei einem Abstieg könnte der Effekt schnell verpufft sein. Dabei hat die SG mit  Ex-Schalke-Chef  Josef Schnusenberg im Aufsichtsrat und Sportdirektor Peter Neururer prominente Namen an Bord geholt.

Welche Namen am Samstag beim WSV auf dem Aufstellungsbogen stehen, wollte Pascal Bieler noch nicht sagen. Sicher ist, dass Daniel Grebe nach der fünften Gelben Karten ausfällt, dafür aber Jan-Steffen Meier nach Erkältung und Peter Schmetz nach abgelaufener Rotsperre in den weiter kleinen Kader zurückkehren.

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