Notoperation beim Wuppertaler SV: Die nächsten Wochen sind gesichert

Wuppertaler SV : Nach Notoperation für den WSV: Die nächsten Wochen sind gesichert

Nach einer Krisensitzung im Wuppertaler Rathaus ist klar, der WSV ist vorerst gerettet, steht aber auf dünnem Eis.

Nur eine Woche nach dem Aus von Wattenscheid 09 in der Fußball-Regionalliga ist der Wuppertaler SV wieder einmal dabei, eine akute Notsituation zu meistern. „Die Insolvenz ist unser ständiger Begleiter“, hatte WSV-Vorstandssprecher Alexander Eichner, der im März mit Melanie Drees die Vorstandsgeschäfte beim WSV übernommen hatte, nach der Sondierung der Lage betont. Seitdem wurden laut Eichner drei Engpässe überwunden. „Am vierten arbeiten wir gerade“, sagte Eichner der WZ nach einem Gespräch bei Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) am Dienstag. Der OB habe dem Verein die Möglichkeit gegeben, über die aktuelle Situation zu berichten. Dass auch Ex-Präsident Friedhelm Runge dabei war und geholfen hat, wollten weder Eichner noch Mucke bestätigen.

Kein Geheimnis ist, dass der Verein auf der Suche nach Investoren ist, die Geld in eine Spielbetriebs-GmbH stecken. Die Möglichkeit dazu hatte die Mitgliederversammlung im April dem Vorstand eingeräumt. Am Samstag hatte der Wuppertaler SV beispielsweise drei Vertreter einer chinesischen Firma als Gäste. „Wir sprechen mit vielen, deshalb werden künftig regelmäßig Firmenvertreter dort auftauchen“, sagt Eichner. Für Freitag soll sich ein weiterer möglicher Geldgeber angesagt haben. Es geht um 150 000 Euro.

Ein Insolvenzverfahren würde den Verein nicht nur kurzfristig neun Punkte kosten, sondern auch seinen Fortbestand gefährden. So hatten wichtige Geldgeber die Fortführung ihres Sponsorings in Höhe eines hohen fünfstelligen Betrags jährlich davon abhängig gemacht, dass eine Insolvenz vermieden wird, der Verein weiter in der Regionalliga spielt und ein neues Konzept vorlegt.

Die Fixkosten des WSV sind um 500 000 gesenkt worden

Die aktuelle Herausforderung sei die Folge einer langen Entwicklung, die auch durch den Vorstandswechsel im März nicht gestoppt werden konnte, sagt Eichner. „Wir haben den Kostenapparat seitdem um 500 000 Euro heruntergeschraubt und das Zahlenwerk klinisch bereinigt.“ Dass der Fortbestand des Clubs dennoch ein ständiger Tanz auf der Rasierklinge sei, macht er an vier Punkten fest, die schon bei Amtsantritt die Situation weiter verschärft hatten. Damals hatte sich herausgestellt, dass trotz einer Spendenaktion mit einem Erlös von gut 100 000 Euro, Kader- und weiteren Kostenreduzierungen durch den alten Vorstand mit einem Gesamteinsparvolumen von 250 000 Euro kurzfristig noch 100 000 Euro fehlten, um nicht sofort Insolvenz anmelden zu müssen.

Diese Summe hatten damals unter anderem der ehemalige WSV-Präsident Friedhelm Runge, Sportdirektor Karsten Hutwelker und Sponsor Uwe Heyn als Darlehen aufgebracht. Danach hatte sich die Horst-Buhtz-Stiftung, die mit Erträgen von 150 000 Euro in den Büchern stand, in Wohlgefallen aufgelöst, hätten sich Ausstände an die Unfallversicherung für die Spieler als gut doppelt so hoch erwiesen, seien angegebene Sponsoreneinnahmen von 100 000 Euro Ende März nicht geflossen.

Hauptgläubiger neben der Sparkasse ist nach WZ-Informationen die Familie Küpper mit einer Gesamtsumme von 380 000 Euro. „Wir wollen nicht diejenigen sein, die den WSV über die Klinge springen lassen“, sagten Thilo Küpper und Vater Bodo unserer Zeitung. „Wir verlassen uns da auf die Haltung der Sparkasse“, sagte Bodo Küpper, machte aber auch deutlich, dass er vom Wuppertaler Sportverein ein mittelfristiges Finanzierungskonzept fordert, und keines, wie man nur die nächsten zwei Monate überbrücken könne.

Eine Verknüpfung zwischen dem Stadionprojekt, für die Küpper über zwei Jahre Pläne entwickelt und nach eigenen Angaben 1,5 Millionen Euro an Vorleistungen erbracht hat, und einer Unterstützung des Wuppertaler SV gebe es nicht. „Wir unterstützen den Verein als Fans, weil wir glauben, dass Wuppertal einen starken Fußballverein braucht.“