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Niederrheinpokal: Wuppertaler SV zieht so sensationell ins Finale ein

Sieg gegen Duisburg : So sensationell hat sich der Wuppertaler SV ins Pokalfinale katapultiert

Mit einem verdienten und in der Höhe sensationellen 6:2-Erfolg schaffen die Wuppertaler gegen Drittligist MSV Duisburg die große Überraschung. Der WSV wird für seinen mutigen und offensiv überragenden Auftritt belohnt.

Der Wuppertaler SV steht im Finale um den Niederrheinpokal! Durch einen  überragend herausgespielten 6:2 (2:1)-Erfolg über Drittligist MSV Duisburg schaffte der Regionalligist am Mittwoch die Überraschung und spielt nun am 29. Mai gegen den SV Straelen (besiegte überraschend Rot-Weiss Essen nach Elfmeterschießen) nicht nur um den Titel, sondern auch um einen Startplatz im DFB-Pokal. In dem waren die Wuppertaler zuletzt 2007/08 vertreten, damals mit dem legendären Spiel gegen Bayern München auf Schalke.

Aufgebaute Fernsehkameras, Interviews, Fachsimpeleien von Prominenten - zumindest ein Hauch von großem Fußball wehte auch am Mittwoch vor dem Anpfiff durch das Stadion am Zoo, dem freilich die große Zuschauerkulisse fehlte, den eine Partie zwischen dem Wuppertaler SV und dem MSV Duisburg sonst fraglos gezogen hätte. WSV-Idol Günter Pröpper erinnerte sich an seine ersten beiden Bundesligaspiele gegen den MSV. „Im Hinspiel in Duisburg ein 0:0. Das war ein richtig gutes Spiel, im Rückspiel haben wir dann 5:0 gewonnen“, sagte der „Meister“ und durfte stolz hinzufügen, dass er da viermal getroffen hatte.

Da konnte noch niemand ahnen, dass es anschließend ein ähnlich deutliches Ergebnis geben würde, zumal nun ein Viert- gegen einen Drittligisten spielte. Auch wenn die Duisburger keine gute Drittliga-Saison gespielt haben, durften sie individuell deutlich höher eingeschätzt werden. WSV-Trainer Björn Mehnert hatte dennoch sehr mutig und offensiv aufgestellt. Gegenüber dem 5:3 am vergangenen Samstag in der Liga in Wiedenbrück hatte er die Startaufstellung auf einer Position verändert, für den defensiven Mittelfeldspieler Lars Holtkamp  Flügelstürmer Beyhan Ametov gebracht.

Duisburg schien überrascht, denn der WSV störte über das gesamte Feld aggressiv, kam nach Flanke von Ametov nach acht Minuten zur ersten Chance. Erst nach und nach wurde der Drittligist besser, zeigte nun seine individuelle Klasse. Ein Kopfball von Tobias Fleckstein nach einer Ecke ging nur knapp vorbei. Auf der Gegenseite setzte der im offensiven Mittelfeld sehr agile Semir Saric Mittelstürmer Marco Königs ein, dessen Versuch zur Ecke abgelenkt wurde. Als nach 20 Minuten Duisburgs Ademi sich rechts im Strafraum energisch durchsetzte und seine scharfe Hereingabe parallel zur Torlinie beim Rettungsversuch von Noah Salau unglücklich über die Linie gedrückt wurde, schien die Partie den erwarteten Verlauf zu nehmen. Ademi selbst zielte wenig später nur knapp daneben. Doch der WSV bliebt mutig und kam nach 31 Minuten durch Königs zum Ausgleich. Mit tollem Zuspiel auf Saric hatte er die Szene selbst eingeleitet, Duisburg klärte zu kurz und Königs jagte den Ball aus 20 Metern in den Winkel. Danach übernahm der WSV sogar klar die Initiative, spielte schönen Fußball und brachte die nicht sattelfeste Duisburger ein ums andeer Mal in Bedrängnis. Das 2:1 durch Beyhan Ametov nach schöner Flanke von Moritz Römling fiel schon fast zwangsläufig, und Duisburg durfte froh sein, dass es zur Pause nur 2:1 stand. Gleich nach dem Wechsel fiel aber das 3:1. Der stramme Direktschuss von Flügelflitzer Kevin Hagemann wurde noch leicht abgefälscht und schlug im langen Eck ein.

Duisburg antwortete mit wütenden Angriffen und kam nach 57 Minuten durch einen Foulelfmeter (Römling hatte gegen Engin den Fuß draufgehalten)  schnell zum Anschlusstreffer. Die Wende? Nein! Beim WSV wuchs weiter jeder über sich hinaus. Mittelfeld-Ass Kevin Pires flankte in seinem vielleicht bisher besten Spiel für den WSV auf Königs und der köpfte zum 4:2 ein. Anschließend  hielt Sebastian Patzler ein paar Mal stark. Doch spätestens als Verteidiger Noah Salau nach 83 Minuten bei einem Vorstoß  das 5:2 erzielte, war die Überraschung perfekt. Sie wurde zum Triumph als Pires einen Freistoß zum 6:2 unter die Latte jagte.