Nach Trainerwechsel steht der WSV in Liga und Pokal auf dem Prüfstand

Fußball-Regionalliga : WSV steht vor der Woche der Wahrheit

Am Samstag geht gegen die U 23 von Schalke, am Mittwoch ist im Niederrheinpokal Bocholt der Gegner.

Mit dem Spiel bei der U23 von Schalke 04 endet am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr) in Herne eine turbulente Woche für den Wuppertaler SV. Das Ergebnis der Partie im Herner Mondpalast wird zeigen, ob die Rettung des WSV trotz vieler Probleme wie einst bei der Apollo-13-Mission gelingen kann.

Von drei Spielen mit enormer Bedeutung spricht der Sportdirektor und Interimstrainer Karsten Hutwelker. In der Liga heißen die kommenden Gegner Schalke 04, SC Verl (Heimspiel) und Borussia Mönchengladbach U23 (Auswärtsspiel). Doch dazwischen liegt am Mittwoch, 9. Oktober, das aus wirtschaftlicher Sicht für den Verein bedeutende Achtelfinalspiel im Niederrheinpokal gegen den Oberligisten 1. FC Bocholt. Nachdem zuletzt nur 1174 zahlende Zuschauer das Heimspiel des WSV gegen den Bonner SC sehen wollten, ist der WSV auf weitere Pokaleinnahmen dringend angewiesen. Wie ungemütlich ein Auftritt im Stadion am Hünting gerade im Pokal sein kann, hat der WSV schon in der vergangenen Saison erlebt.

Auf Schalke hat man die Entwicklungen beim WSV mit Aufmerksamkeit verfolgt. Mit folgenden Worten wird Torsten Fröling, Trainer der U 23, auf der Homepage des Vereins zitiert: „Die Vorbereitung auf das nächste Spiel gestaltet sich etwas schwieriger, denn hinter einem neuen Trainer steckt meistens ein neues System. Zudem wird sich jeder Spieler zeigen wollen und eine enorme Leidenschaft mit ins Spiel bringen.“

Dass es personelle und taktische Umstellungen beim WSV geben wird, erscheint aufgrund der Begründung des Trainerwechsels unausweichlich. Am Donnerstag ließ sich der WSV bei der Trainingseinheit im Stadion am Zoo jedenfalls nicht in die Karten schauen, denn die Stadiontore blieben für die Presse geschlossen. „Wir wollten einfach mal in Ruhe unter uns sein“, begründete WSV-Jugendleiter Dirk Schneider die Maßnahme, von der lediglich zwei „Edel-Kiebitze“ ausgenommen waren. Als Dauerlösung sei das nicht vorgesehen, möglicherweise werde bei einem Abschlusstraining hin und wieder von dieser Regelung Gebrauch gemacht, so Schneider.

 Dass die junge Mannschaft des WSV Hilfe von der Trainerbank benötigt, steht außer Frage. Die Kritik gegenüber Andreas Zimmermann soll sich vor allem auf die taktische Ausrichtung der Mannschaft bezogen haben. In einer Reihe von Spielen hingen die Spitzen Ametov und Marzullo in der Luft, während sich im numerisch unterlegenen Mittelfeld große Lücken auftaten. Solche Probleme aus dem Spielverlauf zu erkennen und sie im Spiel durch taktische Gegenmaßnahmen abzustellen, ist nun Karsten Hutwelkers Aufgabe.

An der Motivation hat es dem Team des WSV trotz der Bilanz der vergangenen Spiele am wenigsten gefehlt. Wichtig ist, dass Hutwelker den Spielern das Selbstvertrauen und den Glauben zurück gibt, dass sich ihr Einsatz und läuferischer Aufwand aufgrund der taktischen Einstellung und einer entsprechenden Strategie des Teams auch wieder lohnt.

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