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Nach Gebert-Rücktritt: Das Buhlen um die Mitglieder

Nach Gebert-Rücktritt: Das Buhlen um die Mitglieder

Ex-Vizepräsident Tobias Gebert stellt Antrag auf Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft. Am Dienstag Spiel gegen Siegen.

Wuppertal. Bevor Tobias Gebert am Montag von seinem Ehrenamt als Vizepräsident des WSV zurücktrat, erledigte er zuvor noch eine letzte „Amtstat“: Als Mitglied des Vereins stellte er für die außerordentliche Jahreshauptversammlung am 24. Mai den Antrag, die erste und zweite Mannschaft sowie die A-Junioren in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Dies ist auch Inhalt des vor zwei Wochen präsentierten Vorstandskonzepts.

„Ich hoffe, die Mitglieder machen sich viele Gedanken. Es geht um die Zukunft des Vereins“, sagte Gebert am Montag im Presseraum des Stadions. Ihm selbst gehe es vor allem um den Verein und der sei in den vergangenen Wochen geschädigt worden, so Gebert. Es seien Dinge, wie zum Beispiel die angeblichen Kündigungen von Sponsorenverträgen, öffentlich kommentiert worden.

Es könne zudem nicht sein, dass sich die Konzentration nur noch auf Personen beziehe und nicht mehr auf den Verein. Damit meinte er vor allem die Bedrohungen und Anfeindungen gegen seine Person sowie gegen Ex-Präsident Friedhelm Runge und den aktuellen Vorsitzenden Klaus Mathies.

„Ich habe nach den letzten Wochen Strafanzeige gestellt“, sagte Gebert. Er berichtete, dass er Drohungen per SMS erhalten und es Sachbeschädigungen (wohl an seinem Auto) gegeben habe.

WSV-Vorsitzender Klaus Mathies bedauerte den Rücktritt von Gebert und betonte: „Ich könnte es mir einfach machen und auch zurücktreten, aber ich bleibe im Amt.“ Er sei vor zwei Monaten gebeten worden zu helfen und tue das auch. „Ich bin von niemandem eine Marionette“, so Mathies und kritisierte danach die Konzept-Konkurrenz „Initiative WSV 2.0“. Die stehe für Rückschritt, Stillstand und Absturz in die Bedeutungslosigkeit.

„Die handelnden Personen verfolgen nur eigene Interessen“, sagte Mathies. Der Abstimmung am 24. Mai blickt er entspannt entgegen. „Für mich sind die Mitglieder das höchste Gremium im Verein. Sie sollen entscheiden“, so Mathies, der ankündigte, die Versammlung in der Uni-Halle zu leiten.

Derweil haben neun WSV-Fanclubs ihre Unterstützung für die „Initiative WSV 2.0“ angekündigt. Die aktuell handelnden Personen hätten kein zukunftsfähiges Konzept anzubieten. Die finanzielle Abhängigkeit des Vereins von Friedhelm Runge würde durch eine weitere Kreditaufnahme noch verstärkt werden.

Jürgen Harmke, Sprecher der Initiative, bestätigte, dass es im Falle eines sportlichen Abstiegs keinen weiteren Abstieg in die Landesliga geben würde, wenn vor dem 30. Juni ein Insolvenzantrag gestellt würde. Diesen strebt die Gruppe, sollte sie gewählt werden, rasch an. „Es gibt natürlich auch noch die Version, dass Runge den Verein schuldenfrei übergibt. Dann könnte der WSV in der Regionalliga bleiben“, so Harmke. So oder so: Er geht am Dienstag ins Stadion, um der Mannschaft die Daumen zu drücken.