Marco Neppes Kopfballkünste

Marco Neppes Kopfballkünste

Mit seinem Flugkopfball gegen den SV Wehen überrascht der WSV-Spieler sogar die mitgereisten Fans.

Wuppertal. Wie viele Kopfballtreffer Horst Hrubesch in seiner Laufbahn erzielt hat, wird der "Lange" auf Anhieb wohl kaum sagen können. Marco Neppe, dem bei einer Größe von 1,74 Meter nicht gerade der Ruf eines Kopfballungeheuers anhaftet, muss dagegen nicht lange überlegen. "So viele sind es schließlich nicht. Drei sind mir für Eintracht Frankfurt gelungen, und das vierte jetzt in Wiesbaden", sagt der 23-Jährige, der sich unter Trainer Uwe Fuchs zur festen Größe im Team des WSV entwickelt hat. Beim 3:2-Erfolg gegen Wehen Wiesbaden übernahm Neppe wieder die Rolle als rechter Außenverteidiger, nachdem er in den Spielen zuvor die rechte Mittelfeldseite beackert hatte. Die defensivere Rolle hinderte ihn aber nicht daran, im richtigen Moment auf Attacke umzuschalten. "Als ich gemerkt habe, dass der Marvin Braun auf der Seite durchkommt, bin ich nach vorne gegangen. In einem solchen Moment denkt man nicht daran, dass man rechter Verteidiger ist", schildert Neppe die Situation, die zum 3:1 führte. Wehens Keeper Birkenbach wehrte die Schussflanke von Braun mit den Fäusten ab und gab damit Marco Neppe die unfreiwillige Vorlage für einen herrlichen Flugkopfball aus vollem Lauf unter die Latte.

Der Treffer war symptomatisch für die Entschlossenheit des WSV nach der Pause. Nach den Führungstreffern zum 1:0 und 2:1 hatte der WSV konzentriert nachgesetzt, Wehen gar nicht mehr richtig ins Spiel kommen lassen. "Dass war nicht vorher als Plan ausgeben worden, das hat sich aus dem Spiel ergeben. Wir wollten alle mehr, wir wollten drei Punkte. Und das hat den Ausschlag gegeben", sagt Marco Neppe, für den die Partie in der hessischen Landeshauptstadt fast ein Heimspiel war. "Meine Familie und meine Freunde waren im Stadion, da hat es mich natürlich besonders gefreut, dass mir ein solches Tor gelungen ist." Einen Abstecher zum Wiesbadener Weinfest unternahm der frühere Jugendspieler von Eintracht Frankfurt allerdings nicht. "Nein, ich bin mit dem Mannschaftsbus zurück nach Wuppertal gefahren. Die Stimmung war natürlich richtig gut. Alle waren froh, weil wir wussten, dass es an der Zeit gewesen ist, endlich den Dreier zu holen."

In Euphorie hat Marco Neppe sein gutes Spiel gegen Wehen nicht versetzt. "Unser Saisonziel ist der Klassenerhalt, da denke ich von Spiel zu Spiel." Wobei der nächste Spieltag wieder eine ganz harte Nuss bereithält. Im Stadion am Zoo bekommen es Neppe und Co. am Samstag (Anstoß, 14 Uhr) mit dem SV Sandhausen zu tun, der als einer der spielstärksten Vereine der 3.Liga gilt. Für Marco Neppe dürfte ein Platz auf der rechten Seite reserviert sein. "Ich bin froh, dass ich auf zwei Positionen spielen kann. Auf welcher am Samstag, muss der Trainer entscheiden."